In Zukunft Indien

29. Oktober 2010, 16:55
  • Sie haben es getan! Vrunda und Pawan Batra zeigen in ihrem Restaurant Nirvana, wie sich die indische Küche auf zeitgemäße Art interpretieren lässt.
    foto: gerhard wasserbauer

    Sie haben es getan! Vrunda und Pawan Batra zeigen in ihrem Restaurant Nirvana, wie sich die indische Küche auf zeitgemäße Art interpretieren lässt.

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Also doch: Ein Restaurant in der Wiener Innenstadt interpretiert die Küche des Subkontinents auf beglückende Art neu

Mit ziemlicher Regelmäßigkeit liegen die Restaurantkritiker (auch der Autor) ihren Lesern damit in den Ohren: Irgendwann, so das Mantra, sollte es doch möglich sein, in Wien indische Küche in zeitgemäßer Form zu präsentieren. Es kann schließlich nicht so schwer sein, das gewaltige Potenzial dieser facettenreichen, virtuos aromatischen Küchentradition von all dem Staub freizuschaufeln, der sich über ihre lokalen Repräsentanten gelegt hat. Dementsprechend erwartungsvoll pilgern wir zu jeder der ohnehin seltenen Neueröffnungen, um dann stets aufs Neue in fettig Herausgebackenem, trocken Gegrilltem und verschiedenfarbig Eingekochtem zu stochern, das alles verdächtig gleichförmig schmeckt.

So ähnlich war das auch, als Vrunda und Pawan Batra ihr Restaurant Nirvana vor vier Jahren eröffneten: Ein neuer Inder mitten in der Innenstadt, dazu das Versprechen, die Sache mit der Neuinterpretation diesmal richtig zu machen - da wurde die Erwartungshaltung hoch geschraubt. "Schonkost vom Inder" war dann der Titel der Kritik im RONDO, nachdem der damalige Koch allzu eifersüchtig über seinen Gewürzschrank gewacht hatte.

Subkontinentaler Würzkraft

Inzwischen aber hat Vrunda Batra selbst die Verantwortung über ihre Küche übernommen. Zuerst vorsichtig und dann immer unternehmungslustiger wurde an den Rezepten gedreht, neue Kombinationen mit lokalen Zutaten ausprobiert, westliche Techniken mit subkontinentaler Würzkraft gepaart. Seit einigen Wochen gibt es nun eine neue Karte, in Zukunft soll sie regelmäßig erneuert und nachgeschärft werden.

So inspiriert, so zart und doch furchtlos, wie sich Batra und ihr Küchenteam an die Sache gemacht haben, muss das Urteil revidiert werden: Mittlerweile isst man im Nirvana besser und variantenreicher indisch, als man sich das hierorts zu träumen gewagt hätte. Das beginnt bei den Chutneys, die von faszinierend duftiger Fruchtigkeit sind - ob mit Äpfeln und frischem Koriander oder mit Zwetschken und Feigen. Es setzt sich fort mit vielschichtigen Fischgerichten, wobei der Tilapia aus dem Tandoori in seiner schillernd würzigen Saftigkeit am meisten beeindruckt - obwohl grüner Fischcurry und kardamomwürziger Garnelencurry mit zarter Tamarinden-Säure ihm kaum nachstehen. Muskulös und subtil zugleich auch die Jakobsmuscheln mit flaumigem Grießschmarren und Gewürzen von der Malabarküste.

Huhn und Kebabs aus dem Tandoor-Grill gelingen in verblüffender Zartheit und Saftigkeit, die Currys, ob vom Huhn (grandios: jene mit Kokos und Trockenfrüchten!), vom Lamm oder auf vegetarischer Basis spielen in einer Liga, die es in dieser Dichte in Wien bislang nicht gab: Der Winter kann kommen! (Severin Corti/Der Standard/rondo/29/10/2010)

Nirvana
Rotenturmstr. 16-18
1010 Wien
Tel.: 01/513 3075
Mo-Sa 11-14.30 u. 18-22.30, So 18-22.30 Uhr
VS EURO 2,50-8,50 HS EURO 8,70- 16,50 Menü EURO 44,50, Mittags ab EURO 8,50

Fotos: Gerhard Wasserbauer

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Bin gestern Abend spontan hingegangen. Bedienung ist ausgesprochen freundlich und das Lokal insgesamt sehr gemütlich. Das Essen war ausnahmslos (wir waren zu sechst) ausgezeichnet - für mich im Moment das beste indische Lokal in Wien.

mit anderen worten

die ersten 4 jahre gab´s keine vernünftige küche...

sie dürfen das gerne als die wesentliche aussage des gschichtls begreifen, noch dazu wo es derzeit eh schwer ist, da einen tisch zu bekommen...

das ist in

sehr schlechten lokalen auch der fall.

Sabber

kommt auf die to-do Liste. Danke!

Hallo Stimme!

Lange nichts mehr von Ihnen gelesen... Stimmprobleme?

Herzelichst
Ihr Lappe

was hat das ungefaehr

fuer eine preislage?
restaurants, die auf ihrer website eine karte ohne preise haben, mag ich tendentiell nicht. warum preise verstecken?

Steht aber alles oben!

ok ich nehm

alles zurueck und verspreche, in zukunft bis zum ende zu lesen :-)

Der Rumbahund hat aber recht.
Auf eine Webseite gehören Preise.

es ist immer wieder traurig zu sehen...

...wie indische Restaurants, dekoriert mit spirituellen Zeichen wie OM und Buddhas (der übrigens auch Gewaltlosigkeit gegenüber Tieren gepredigt hat und selbst vegetarisch lebte), nicht-vegetarische Mahlzeiten servieren.

Fleischessen und Spiritualität stehen in Indien auch heute noch im starken Gegensatz zueinander.

Außerdem ernährte sich der Großteil der indischen Bevölkerung in den letzten Jahrtausenden hauptsächlich vegetarisch.

Ich empfehle eine Namensänderung.

was haben die letzten jahrtausende mit der gegenwart zu tun? in indien empfehle ich für reisende übrigens wirklich vegetarische kost, weil die fleischspeisen meistens "verseucht" sind und man als europäer mit sehr, sehr großer wahrscheinlichkeit die scheisserei bekommt.

und was hat ein buddha in einem indischen restaurant zu suchen, ausser der tatsache, dass gautama in dem jetzt hinduistischen land geboren wurde? würde mir eher eine figur von vishna oder brahma erwarten.

das ist derv westl. Gesellschaft geschuldet, die einfachen Konnex´sucht und nicht weis daß Buddha somit Inder war

Man zeige mir bitte einen einzigen Vegetarier hier in den Foren, der nicht auf peinlich-weinerliche Art mit dem Finger herumzeigt und sich dabei komplett zum Affen macht sobald es um das Thema "Fleisch" geht.

hier geht es nicht nur um das Thema Fleisch

Jeder kann essen was er will, aber ein Restaurant welches diese Symbole verwendet und gleichzeitig Fleisch anbietet handelt ohne Respekt zur indischen Tradition.

Und jetzt zum Thema Fleisch:

Fleischesser sollten heutzutage mindestens ein schlechtes Gewissen haben, denn laut UN produziert die Fleischindustrie mehr C02 als alle Autos, Flugzeuge, etc. zusammen.

Außerdem werden heute mehr als 30% der Landoberfläche und 50% des verfügbaren Trinkwassers zur Herstellung von Fleisch benötigt.

Ja, wenn uns etwas an der Zukunft unseres Planeten liegt sollten wir genau überlegen was wir essen, denn jeder von uns trägt einen Teil der Verantwortung.

Link: http://www.fao.org/newsroom/... index.html

Inwiefern?

Die tradtionelle indische Küche kennt nun mal sehr, sehr viele Gerichte mit Fleisch. Also wo ist der Verrat an der Tradition?

sicher nicht.

die traditionell Indische Küche, wie sie seit Jahrtausenden praktiziert wird, ist rein vegetarisch. Das essen von Fleisch wurde nicht praktiziert, da das Leben von Tieren respektiert wurde.

Deshalb auch Nehrus versprechen nach Indiens Unabhängigkeit alle Schlachthäuser zu schließen, denn genau das wollte das indische Volk.

Das erste Schlachthaus in Indien wurde 1760 von den "Lords" (Engländern) eröffnet. 1927 versprach Nehru falls er Prime Minister von Indien wird, würde er alle Schlachthäuser schliessen. In 1947 gab es 350 Schlachthäuser in Indien, heute sind es über 36000, in einem Land das sich überwiegend vegetarisch ernährt hat, und wo ein großer Teil der Bevölkerung noch immer kein Fleisch essen.

ned wirklich

http://www.numenorean.net/blog/arch... _vege.html

Zitat:
C: Are all Indians vegetarian?
M: Hardly! In fact, most Indian households are not vegetarian. There is a subtle guilt complex that some Indians have about eating meat, but if that were a big problem then most of India would be vegetarian.

In North India 80 % are Vegetarians. In South India 22 %. Eating meat regulary as it is in the west is still not common. Meat will be eaten mainly on special occasions where people want to show that they can afford iit to buy meat.

sie meinen Indien, auf Planet Erde?

According to a 2003 study referred to by the UN's Food and Agriculture Organization 42% of Indian households are vegetarian. It doesn't mention religiosity, but if you follow up on related works from the cited article's authors, there might be something.

42%

genau und das ist ja dann auch die Mehrheit, gell?

Selbst die meisten Fleischesser in Indien ernähren sich die meiste Zeit Vegetarisch! Nicht so wie bei uns, wo fast täglich irgendein totes Vieh am Teller landet.

Den link

zur Studie sparen Sie sich grosszügigerweise...von wegen cited.
Indien ist ein bisschen größer, als sie offensichtlich glauben und ein bisschen vielfältiger. Warum und wie die Engländer eine Nation von Vegetariern zu Fleischessern hätten umerziehen wollen täte mich schon interessieren. So viele persönliche Köche hätten sie ja doch nicht gebraucht.

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