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Zum Hering lasse ich mir gern ein Pils gefallen, noch lieber ein Baltic Porter.
Foto: www.pixelio.de/Dieter Kreikemeier
Die Empfehlung erscheint naheliegend: Edle Fische verlangen nach einem edlen Bier; und weil das nobelste Bier in unseren Breiten ein edel gehopftes Pils ist, wird zum Fischgang ein Pils serviert. Was die Geschmacksnerven nachhaltig belastet - denn die Hopfenbittere verträgt sich mit den Fetten der meisten Fische überhaupt nicht. Die Empfehlung Pils zum Fisch ist daher ziemlich bedenklich. Wer jemals ein Pils zu einem Lachsbrötchen getrunken hat, wird sich der langanhaltenden, unangenehm metallischen Bittere erinnern. Und meinen, dass Bier und Fisch eben nicht zusammenpassen.
Das stimmt aber so auch wieder nicht. Bier ist ja nicht gleich Bier. Und Fisch nicht gleich Fisch. Zum Hering lasse ich mir gern ein Pils gefallen, noch lieber ein Baltic Porter. Aber zum Lachs? Oder zum Zander? Zum Wels? Karl Schiffner, der im Vorjahr zum Biersommelier-Weltmeister gekürt wurde, hat eine wesentlich bessere Empfehlung: Er serviert Wallerfilet im Speckmantel auf Kartoffel-Gemüse-Gröstl mit der vollmundigen, sehr fruchtig duftenden Gourmet-Weiße von der Brauerei Unertl in Mühldorf.
Weißbier und Fisch sind ja generell eine sinnvolle Kombination, weil die Säure des Bieres mit fast allen Fischen harmoniert. Ganz falsch liegt man mit dieser Kombination also nie. Zum Matjes fällt Schiffner allerdings etwas noch Besseres ein: Er serviert zu einem Matjesgratin das Fraoch Heather Ale, ein vollmundiges, leicht süßliches Ale, dessen Bittere nicht vom Hopfen, sondern durch die Verwendung von Erika herrührt - offenbar sind die Bitterstoffe der Ericaceae-Gewächse eher mit Fischen verträglich als jene der Hanf-Pflanzen (zu denen der Hopfen gehört), denn das Heather Ale passt auch gut zu anderen Fischen.
Die Lust des Biersommeliers am Kombinieren macht also - für Österreich untypisch und daher besonders hervorzuheben - nicht an Landes- und Geschmacksgrenzen halt: Zu Austern gehört eben ein Oyster Stout aus England. Und zum Lamm empfiehlt Schiffner das Anchor Porter aus San Francisco. All diese Empfehlungen hat Schiffner nun mit Sepp Wejwar in dem Buch "Bier kombiniert" (AV-Verlag) zusammengestellt - was Appetit und Durst macht. Wenn man denn die Biere zur Hand hat. Schiffner hat sie (fast) immer, in seinem Bierwirtshaus in Aigen im Mühlkreis.
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als Bierliebhaber und jemand, der die große Geschmackvielfalt des Bieres zu schätzen weiss muss ich jedoch eingestehen, daß zu speisen mit feinerem und geschmack und subtileren geschmacknuancen wein der bessere begleiter ist, und vor allem zu fisch....
Unertl FTW!
<beckmesserei>
Aber niemand spricht von der "Brauerei Unertl in Mühldorf". Immerhin ziert das Logo der Brauerei der Schloßturm von Haag in Oberbayern, genauso wie man vom "Weißbräu aus Haag i. OB" spricht. Mühldorf ist bloß der Landkreis.
</beckmesserei>
nein, nein - da ist schon der Unertl in Mühldorf gemeint - und nicht der in Haag. Die sind zwar miteinander verwandt, aber es sind verschiedene Brauereien mit unterschiedlichen Produkten:
http://www.brauerei-unertl.de/products.htm
Wieder was dazu gelernt. Auf den jeweiligen Websites nehmen die Brauereien trotz offensichtlicher Verwandschaft und Ähnlichkeit - beide verwenden die typischen "Unertl" WB-Glasform - keinerlei Bezug aufeinander; nicht einmal in den Firmengeschichten.
Gibts das Bier irgendwo in Wien zu erwerben?
aber ich muss es nicht zu jedem Gericht drinken. Zum Sushi etwa passt ein weißer Spritzer weit besser. Und nein, beim Akakiko gibt es auch keine große Bierauswahl.
Und wenn wir schon dabei sind, Käse, insbesondere Weichkäse und Rotwein sind eine unschlagbare Kombination. Und ich möchte noch anfügen, dass ich ein weit naiverer Wein- als Biertrinker bin.
P.S.
Ein bisserl OT. Ich bin kein großer Pilstrinker(ab und zu ein Hirter Privatpils), denn ich finde, dass das Leben bitter genug ist... ABER ich habe kürzlich, aus Neugierde, das Zwettler Saphir getrunken, und es hat mir sehr geschmeckt. Ich finde es überhaupt nicht bitter...
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