Steinreiche Nischen

22. Oktober 2010, 18:34
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Parfums, Kosmetik und Accessoires - der große Luxus ist entweder schwer zu kriegen, sehr teuer oder total abgefahren

Endlich einmal reich sein, aber so richtig: Diesen Traum träumen viele. Wer es schafft, steigt auch als Zielgruppe in die Oberliga der Schönheitswirtschaft auf. Das ganz große Luxussegment ist natürlich ein Minderheitenprogramm. In Zeiten, in denen multinationale Konzerne in allen Parfümerien rund um den Globus so ungefähr dasselbe verkaufen, soll es für sie Dinge geben, die deshalb wertvoll sind, weil sie nicht überall zu haben sind. "Ich bin in Florenz in der fantastischen Apotheke Santa Maria Novella gesessen und habe den Besitzer bekniet, seine Produkte in Wien verkaufen zu dürfen", erzählt Nicole Schaffroth von Nägele und Strubell.

Olfaktorische Exklusivität

Glücklich war sie, als der Besitzer nach vielen Stunden dann einwilligte. Olfaktorische Exklusivität ist auch das Konzept des kleinen Ladens "Le Parfum" von Nägele und Strubell am Petersplatz in Wien. Nur ganz Exquisites schafft es hier in die Regale: das diamantbesetzte Flacon mit Clive Christians No. I zum Beispiel oder Envol von Lalique, dessen Flasche ein Kunstwerk für sich ist und nur in wenigen Stückzahlen produziert wird. Beliebt, so Schaffroth, seien auch Einlitergebinde für Parfums wie etwa von Micaleff (Preis auf Anfrage) oder Kilian (Back to Black im 1-l-Fass 1698 Euro), weil "es Kunden gibt, die sich ihren Duft gerne ins Swimmingpool leeren." Für Menschen, die sonst schon alles besitzen, sei auch die Wasch- und Putzmittelserie von "The Laundress", ein heißer Tipp. Da wird sogar der Putzmittelschrank stylisch.

Beratung vom Chef-Stylisten inklusive

Beliebt bei all jenen mit exklusivem Geschmack sind auch all jene Dinge, denen man nachreisen muss: Etwa der fantastischen Schminke von Nars, die es hierzulande einfach nicht gibt, oder einem Parfumflacon mit den eigenen Initialen, das nur im Geschäft von Serge Lutens an der Place Royale in Paris graviert wird. Auch bei Guerlain ebendort kennt man ein ähnliches Konzept: Dort werden Lippenstifte in eine goldene Hülle mit Edelsteinen verpackt, eine Beratung vom Chef-Stylisten Olivier Echaudemaison ist inklusive.

Apropos Schminktisch: Die Reichen dieser Welt scheinen vor allem auch Ästhetik im Badezimmer zu schätzen. Besser als Tom Ford hat das niemand verstanden. Seine Serie Private Blend ist flaconmäßig eine Augenweide und am richtigsten machen es all jene, die mehrere Flaschen davon besitzen und sich ihr Parfum aus den acht Duftnoten selbst mischen. Denn: Wer will denn schon riechen wie hunderttausend andere auch? (Karin Pollack/Der Standard/rondo/22/10/2010)

  • links: Clive Christians No. I (2050 Euro); rechts: Personalisierte 
Flacons von Serge Lutens (Preis auf Anfrage)
    foto: hersteller

    links: Clive Christians No. I (2050 Euro); rechts: Personalisierte Flacons von Serge Lutens (Preis auf Anfrage)

  • links: Talkum-Puder von Santa Maria Novella (auf Anfrage); rechts: KissKiss von Guerlain in Gold und mit Diamanten (44.342 Euro)
    foto: hersteller

    links: Talkum-Puder von Santa Maria Novella (auf Anfrage); rechts: KissKiss von Guerlain in Gold und mit Diamanten (44.342 Euro)

  • links: Jahresflacon 2011 Envol von Lalique (980 Euro); rechts: Putz- und Waschmittel von The Laundress (ab 18 Euro)
    foto: hersteller

    links: Jahresflacon 2011 Envol von Lalique (980 Euro); rechts: Putz- und Waschmittel von The Laundress (ab 18 Euro)

  • links: Tom Ford Private Blend (160 Euro); rechts: The Watch von Micaleff (150 Euro)
    foto: hersteller

    links: Tom Ford Private Blend (160 Euro); rechts: The Watch von Micaleff (150 Euro)

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