Das Dach des Schnauzers ist fertig - Nach nur drei Jahren wurde von ihm und seinen befreundeten Rotzbremsen in einer Nacht-und Nebel-Aktion seine zukünftige Bruchbude endlich gedeckt
Das Dach des Schnauzers ist fertig. Nachdem im Sommer busweise aus der Stadt angekarrte Freunde angesichts seines die Abendsonne verdeckenden Prachtrohbaus regelmäßig Zeugnis darüber ablegten, wie schön es sich doch im Urbanen mit seinen Bauvorschriften wohnen ließe, hat der Nachbar eines vollbracht. Nach nur drei Jahren wurde von ihm und seinen befreundeten Rotzbremsen in einer Nacht-und Nebel-Aktion seine zukünftige Bruchbude endlich gedeckt. Möge der Baumax mit ihm sein.
Begangen wurde dieses nicht mehr erwartete Richtfest mit einer rituellen Grillerei inklusive diverser Zwettler Hopfenkaltschalen und St. Florianischer Götterbesänftigung, sprich: Flussbenetzung aus der Häuslbauerblase. Das mag die Zugezogenen zwar entsetzen, hilft aber gegen den roten Hahn. In die roten Schindeln des Daches wurden zur zusätzlichen Abwehr von Sozialkontakten mit etwaig interessierten Anwohnern mit schwarzen Entsprechungen auch die Initialen des Hausherrn gelegt: "Z. A.": Zupfts Aich.
Vorbei die Zeiten, als man sich vom Dach herunter amikal anplärren lassen musste: "He, du da! Servas!" Solch Ringen um Aufmerksamkeit ist ab sofort überflüssig. Der Schnauzer hat stolz wie schwarz auf schindelrot geschrieben, dass er da ist, um zu bleiben. Und er will das allein sein. Als erste Gegenmaßnahme gegen so viel Ansässigkeit wurden von einschlägig Vorbelasteten Autobahnlärmwände empfohlen. Die rasch wachsende Hainbuchenhecke dürfte an der Grenze aber bald ebenso wachsen wie Haselnuss und Motörhead in Stereo. (Christian Schachinger/Der Standard/rondo/22/10/2010)