Der Inhalt dieses schlichten Glases besteht aus nichts als Bohnen, Olivenöl, Salz und Wasser
Schon wahr, erst unlängst wurden an dieser Stelle Saubohnen im Glasl vorgestellt - und jetzt ein Püree derselben? Wir sollten eben viel mehr Hülsenfrüchte essen, höchste Zeit, dem Konsum ein bissl auf die Sprünge zu helfen. Transalpin, wo unser liebstes Essen herzukommen pflegt, ist das ganz anders, dort können wir uns ein Beispiel nehmen - und genießen. Den Inhalt dieses schlichten Glases nämlich, der aus nichts als Bohnen, Olivenöl, Salz und Wasser besteht. Dennoch wird man Ähnliches zu Hause nur unter erheblichem Aufwand so luftig locker cremig hinbekommen. Bohnenpüree ist die Marmelade des Marmelade-Verweigerers, und die Butter noch dazu: ein Aufstrich, der sich speziell auf Schwarzbrot-Toast geradezu erfrischend gut macht. Eine Scheibe vom Paradeiser, eine Sardelle aus dem Öl, gegrilltes Gemüse, etwas Salami oder was sonst gerade an mediterranen Leftovers im Kühlschrank wartet: Man kann sich fast alles draufpacken. Ist anderseits aber gar nicht notwendig, um die Eleganz dieses Produkts schätzen zu lernen, die in seiner Schlichtheit liegt: Pur schmeckt's auch ganz famos! (corti/Der Standard/rondo/24/09/2010)