Musikrundschau

Sympathisches von Philip Selway

9. September 2010, 17:35

Und neue Alben von Brandon Flowers, Dr. John und Lloyd Cole

PHILIP SELWAY Familial (Bella Union) Der Schlagzeuger von Radiohead begeht auf seinem Debütalbum nicht den naheliegenden Fehler, in den Fußstapfen seines Chefs Thom Yorke Musik zu produzieren. Angsterfüllte, paranoide Endzeitsongs auf elektronischer Basis und geschredderten Elektrosmog-Geräuschen wird man hier vergebens suchen. Selway versucht lieber auf mit sanfter Stimme auf Akustikgitarrenbasis hübsch melancholische wie zurückhaltende Songs zu komponieren, die die Möglichkeiten von Computertechnik, sagen wir einmal, durchaus einbeziehen. Die Lieder bleiben aber als solche erhalten. Man muss sie im Zweifel auch allein vor dem Wohnzimmerkamin zupfen können. Eine sympathische Arbeit.

BRANDON FLOWERS Flamingo (Island/Universal) Der Sänger der aus Las Vegas kommenden Band The Killers wollte die nächste Großproduktion seiner Stammcombo nicht erwarten und schießt nun dieses etwas durchwachsene Soloalbum auf den Markt. Ob er damit gut beraten ist, darf bezweifelt werden. Ansonsten für Bombast und weltumarmende barocke Refrains bekannt, geht es auf Flamingo entschieden beruhigter und ereignisloser zu. Brandon Flowers bringt dieses Mal seine großen Vorbilder Sparks, denen er bezüglich der Songblaupausen seine gesamte Karriere verdankt, auf schlanker Hausmusikbasis mit diversen Synthesizern und gelegentlichen HawaiiGitarren- und The-Edge-Einschüben dar. Auch rhythmisch hat er sich auf U2 und deren With Or Without You festgelegt.

DR. JOHN Tribal (Proper/Lotus) Der Doktor aus New Orleans befindet sich nach einer längeren von Krankheit und kreativem Dienst nach Vorschrift geprägten Phase schon seit dem Vorgängeralbum, dem zornigen City That Care Forgot, in dem er über seine Heimat nach dem Hurrikan Katrina berichtete, wieder in Hochform. Auch hier geht es mit Only In America wieder recht eindeutig zur Sache. Musikalisch fußen die Songs auf solidem Funk mit diversen einschlägigen Zutaten aus dem Melting Pot am Mississippi.

LLOYD COLE Broken Record (Tapete) Der in den USA lebende Brite veröffentlicht das erste mit Band eingespielte Album seit Ewigkeiten. Dringlicher wird das Alterswerk des einstigen Wunderwuzzis (Perfect Skin) dadurch aber auch nicht. Komatöser Country. (ALBUM/DER STANDARD - Printausgabe, 10. September 2010)

TopDan
00
17.9.2010, 16:22
VOLLTREFFER!

Ich bin vor allem beeindruckt von Brandon Flowers Tatendrang, sich nach der Tour mit den Killers direkt wieder ins Studio zu pressen. Respekt, ein echtes Arbeitstier! Mich hat das "durchwachsen" hier auch etwas gestört. ich stimme zu, dass es wenige Hänger hat, aber alles in allem passen die Stücke und die Arrangements einfach sehr sehr schön zusammen. Übrigens zu empfehlen die Deluxe-Edidion mit 4 extra Tracks (+Poster)

Lavinya
00
17.9.2010, 13:40

Brandon Flowers Soloalbum hat mir eigentlich gut gefallen. Er wird sich sicherlich bei seiner weiteren Arbeiten verbessern / weiterentwickeln.

sumpfi
00
13.9.2010, 20:32
kann mich nur anschließen

also ich find auch, dass "durchwachsen" dem album von brandon flowers nicht gerecht wird... es ist ein durchwegs gelungenes album und läuft bei mir eigentlich von früh bis spät

Jon Siegman
00
10.9.2010, 18:43
SUPER CD!!!!

Hab mir gestern "Flamingo" bie Media Markt gekauft!!!!!
SUPER SUPER! Freu mich schon wen er auf Tour kommt! ;)

AmnesIC
00
10.9.2010, 15:56

"angsterfüllte, paranoide Endzeitsongs"<~~~~~~
zweifellos die Aussage eines Radiohead-Kenners!

levida hölzl
10
10.9.2010, 13:14
Brandon Flowers!!!!

Also ich freue mich schon sehr auf die neue CD von Brandon Flowers. Ich habe sie mir schon bestellt. Und ehrlich gesagt habe ich bis jetzt nur extrem positive Kritiken über die LP gelesen. Ich kann mir nicht vorstellen dass das Album als "durchwachsen" zu bezeichnen ist!

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.