Man sieht dann aus wie ein zur Hälfte geleerter Getreidesack - Damit der vor allem im Gesicht auftretende Hängebackeneffekt nicht so auffällt, lässt man sich einen Zweiwochenbart stehen
Bubi war auf Metabolic-Balance-Diät. Das machen jetzt alle. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um ein von Pentagon-Wissenschaftern jahrelang unter strenger Geheimhaltung entwickeltes Programm, das auf zwei Prämissen beruht: Man isst weniger und trinkt keinen Alkohol.
Die Herrschaften im Bekanntenkreis, die solche Quälerei hinter sich haben, sind leicht zu erkennen. Man sieht dann aus wie ein zur Hälfte geleerter Getreidesack. Damit der vor allem im Gesicht auftretende Hängebackeneffekt nicht so auffällt, lässt man sich gewöhnlich so etwas Ähnliches wie einen Zweiwochenbart stehen. Bis Monate später wieder alles beim Alten ist, sieht also die Hälfte der Partie aus wie der Fanclub von Cat Stevens. Allerdings wie einer, der unter Grammelschmalzentzug leidet.
Die Illusion, man könne dem blöderweise im besten Alter einsetzenden körperlichen Verfall mit solchen Protestaktionen gegen das eigene Wohlbefinden Einhalt gebieten, wird selbst von Bubi als solche erkannt. Immerhin. Zwar hat er sich wie so viele andere knapp vor der Midlife-Crisis im Sinne einer Neuausrichtung des Freizeitverhaltens ein sündteures Fahrrad gekauft. Allerdings heißt ein Fahrrad heute nicht mehr so, da sagt man etwas Englisches dazu. Die damit gemeinsam mit anderen Getreidesäcken in erster Hungereuphorie geplanten Gewaltrouten im Hochgebirge oder durch den Gazastreifen dürfen allerdings schon jetzt bezweifelt werden. Bubi sagt: "Sobald ich wieder in meine Anzüge hineinpasse und eine neue Freundin habe, ist der Spuk vorüber." (Christian Schachinger/Der Standard/rondo/03/09/2010)