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O Krakau, du Stadt der Dichter und Dackel!



Fotos von den Dackel-Paraden vergangener Jahre.
Der Sonntag, der Chicas großer Tag werden soll, beginnt mit Stress. Für einen Spaziergang ist die wendige junge Dackeldame jederzeit zu haben - aber bitte nicht in diesem Engelskostüm, dass Frauchen Ania für sie geschneidert hat! Alle vier Beine müssen in dieses weiße, windelartige Rüschenhöschen, auf den Rücken bekommt Chica ein paar bauschige Flügel geschnallt, und auf dem Kopf trägt sie einen Heiligenschein aus Goldfolie. Chica zappelt und windet sich - aber da muss sie jetzt durch. Schließlich ist heute "Marsz Jamníkow", der Tag der Dackelparade, an dem kein Besitzer seinen Hund ohne Putz in die Altstadt lässt.
O Krakau, du Stadt der Dichter und Dackel! Seitdem in den 1970er-Jahren der ebenso berühmte wie dackelvernarrte Dramatiker Slawomir Mrozek den ersten Marsch inszenierte, um damit die kommunistischen Aufmärsche ad absurdum zu führen, hat sich die einstmals spontane Kunstaktion zu einem Volksfest gemausert. Auch an diesem Spätsommersonntag ist der Platz vor dem Barbakan, der mittelalterlichen Bastion vor der Altstadt, prall gefüllt mit Zwei- und Vierbeinern. Schwer zu sagen, wer aufgeregter ist.
Chica ist mit ihrer "Familie" dabei, die wie der Urheber des Events literarisch tätig ist: Frauchen Ania Kaszuba-Debska (32) ist Kinderbuchautorin und Trickfilmregisseurin, Herrchen Lukasz (32) Schriftsteller. Nebenbei betreiben sie, wie es sich für echte Krakauer gehört, ein Künstlercafé. Und haben zwei Kinder: Kalina (11) und Kasper (7), die sehr gespannt sind, wie ihre Engels-Chica sich im Vergleich zu ihren Konkurrenten ausnehmen wird. Denn der Dackelmarsch ist auch ein Schönheitswettbewerb - für das flotteste Kostüm, das tiefsinnigste Dackelgedicht, das anmutigste Porträt winken Pokale, Urkunden und die ganz große Dackelehre.
Interessante Dackelkollegen
Chica indes hat vor lauter interessanten Dackelkollegen ihr Outfit längst vergessen. Wenn da bloß die Zuschauer nicht wären! Chicas Engelsdress erregt nämlich besonderes Aufsehen. Schnell ist sie umringt von Passanten mit Fotoapparaten, sogar ein Fernsehteam begibt sich auf Augenhöhe, der Kameramann rutscht gar auf Knien vor ihr herum. Dabei würde sie doch viel lieber mit dem netten Drachen-Dackel anbändeln, der grüne Stacheln auf dem Rücken trägt. Oder dem "Hot Dog", dessen schmaler Leib zwischen zwei Brötchenhälften aus Schaumstoff eingeklemmt ist und der stoisch einen Stoff-Ketchupstreifen zur Schau trägt.
Doch dafür ist keine Zeit. Ein Tusch, und der Spielmannszug an der Spitze der Parade setzt sich in Bewegung, dahinter eine Reihe von "Demonstranten". Sie tragen Transparente mit Aufschriften wie "Krakau - Dackelhauptstadt der Welt" und "Dackel for President!". Stolz schreiten sie durch den Backsteinbogen des Florianstors und marschieren die Florianska-Straße hinab zu Krakaus Prachtplatz, dem Großen Markt. Mit Pauken und Trompeten halten die aufgeregt bellenden Vierbeiner und ihre stolzen Herrchen und Frauchen Einzug auf dem mittelalterlichen Platz mit seinen ehrwürdigen Tuchhallen und Kirchtürmen. Vorbei an fachsimpelnden Zuschauern, fassungslosen Zufallsgästen und entzückt kreischenden Kindern bahnen sie sich ihren Weg zur großen Showbühne von Radio Kraków.
Die Konkurrenz ist groß
Dort begutachtet eine Jury einzelne Dackel, die von Scouts während der Parade gesichtet wurden. Auch Chica findet sich auf der Bühne wieder. Die Konkurrenz ist groß: Da ist die ältere Dame aus Wroclaw im Karo-Kostüm und Hut samt identisch gekleidetem Hund. Der Trachten-Dackel aus der Provinz, dessen Herrchen einen eindrucksvollen Lech-Walesa-Schnauzer zum Karohemd trägt. Schnauzbart und Dackel, diese zwei Symbole polnischer Bodenständigkeit gehören eigentlich zusammen. Es gewinnt schließlich - ein Schornsteinfegerglücksdackel, cool und elegant in Schwarz gewandet, inklusive Zylinder. Der zweite Platz aber geht an - Chica! Kalina und Kasper springen um sie herum, präsentieren sie den jubelnden Zuschauern. Den Preis für das schönste Poem erlangt eine dackellose Dame, die auf die Frage nach ihrer Inspirationsquelle etwas von "dem Dackel in mir" stottert.
Chica interessiert das nicht sonderlich. In der Mittagshitze hatte sie die Bühne mit hängender Zunge erreicht und scheint froh, dass sie nun Wasser bekommt und nicht mehr laufen muss. Stattdessen wird sie getragen - ein von Arm zu Arm schwebender Engel auf vier Pfoten, mit zitternden Watteflügelspitzen. (Olaf Tarmas/Der Standard/rondo/03/09/2010)
Der Dackel-Marsch am Sonntag, dem 5. 9. 2010, beginnt um 11.45 Uhr vor dem Barbakan-Tor zur Altstadt. Von dort aus geht es durch die Florianska-Gasse zur großen Bühne von Radio Kraków auf dem alten Marktplatz, wo ab 13.45 Uhr der Wettbewerb zum "Dackel des Jahres" ausgetragen wird.
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was Hunde aus deren Besitzern machen können.
Sie begeben sich auf die intellektuelle Stufe des Vierbeiners - sozusagen auf Höhe der Köterschnauze. Und sie dokumentieren dies auch noch ausgiebig bei derartigen Hundeausstellungen!
Nein, ich glaube noch weit tiefer - kein Hund käme auf derartiges Niveau, sich so zu verschandeln. Dagegen ist eine Faschingsveranstaltung ein Lercherl.
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Wenn ich mit meinem Dackel
von Grinzig heimwärts wackel,
dann sag' n die Leit
des g' scheite Vieh
jetzt frag ' i sie
wen meinen die
ja aber doch net mi
ja aber doch net mi.
Ich kann doch meinen Dackel
den süßen runden Lackel
nicht trag' n wie einen Blumenstrauß
denn ist das Wirtshaus später aus
ja wer führt denn mich dann z' Haus?
He? mei Dackel, mein Dackel,
ja mein Dackel kennt sich aus.
Ha'm s' schon meinen
Dackel g' sehn?
Ha'm s' schon g'sehn
ha'm s no' net g'sehn
sie, der ist g'scheit
der ist scheen
soviel g'scheit und soviel scheen.
Erst wann s' uns beisammen seh'n,
dann werden sie das versteh'n.
Wenn ich mit meinem Dackel
von Grinzig heimwärts wackel,
dann sag' n die Leit
d
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