Resignative Esoterik

27. August 2010, 10:15
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    foto: reuters/enny nuraheni

    Ratgeberbücher im ländlichen Zweitwohnsitz als Falle für Georg.

Beim Wohnungs-Schnorren muss man sich mit den privaten Verrücktheiten der Gastgeber auseinandersetzen

Georg sagt: "Das Schöne am Altwerden ist, dass man nicht mehr unter Originalitätszwang steht. Man macht einfach das, was man am besten kann. Oder man macht das, was man halbwegs beherrscht, mit dem man aber trotzdem einigermaßen zufrieden sein kann. Wenn sich die Frage überhaupt stellt, ob es wichtig ist, dass man zufrieden ist. Einfach nur seine Ruhe zu haben ist eigentlich auch okay."

Georg wurde jetzt länger nicht gesichtet, weil er sich mit Frau und dem dazugehörigen Dutzidutzi durch diverse Zweitwohnsitze seines Bekanntenkreises schnorrte. Auf einer der Stationen scheint ihm aber offenbar wieder einmal ein Ratgeberbuch aus dem Fach resignative Esoterik den Weg verstellt zu haben.

Das Gefährliche am Schnorren durch ländliche Zweitwohnsitze ist ja nicht etwa, dass man dreimal die Woche mit verkohltem Grillgut abgefüllt wird. Es macht auch nichts, dass man Zucchinis aus dem Garten in sämtlichen Zubereitungsarten kennenlernt, die sich in Rezeptbüchern zwangslustiger Fernsehköche finden lassen. Essen wird stark überbewertet.

Auch, dass man sich oft wochenlang mit den privaten Verrücktheiten der Gastgeber auseinandersetzen muss, die man sonst in der Stadt leicht einmal ignorieren kann, ist nicht weiter problematisch. Wenn es nichts kostet, ist der Mensch bekanntlich tolerant.

Wirklich schrecklich ist immer nur die Bibliothek der ungelesenen Bücher, die man in solchen Häusern findet. Das Lesen nämlich hat dem Georg, wie wir alle wissen, noch nie gut getan. Dafür ist er zu einfach gebaut. (Christian Schachinger/DER STANDARD/rondo/27/08/2010)

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marillensuppe
00
28.8.2010, 15:43

bekommt man für so einen artikel auch etwas bezahlt?

Kharma1
00
27.8.2010, 15:41
Hä?

Was will uns der Autor damit nur sagen ...?

princess of fame
00
27.8.2010, 23:31
"Was will uns der Autor damit nur sagen ...?"

Da der Autor ein Landgut im Waldviertel bewirtschaftet, imho, dass ihn die stadtflüchtenden Logiergäste enervieren, die, nachdem sie sich mit dem vom Autor und seiner besseren Hälfte gezogenen Gemüse den Bauch gefüllt haben, in der Hängematte schaukelnd die Nachmittagsruhe stören, indem sie die von andernorts heimgesuchten Gastgebern angelesene Halbbelesenheit dozieren. ;-)

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