Katzentisch bitte!

13. August 2010, 16:32
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    fotos: gerhard wasserbauer

    Die schwarze Katze wohnt jetzt am Bischof-Faber-Platz in Wien-Währing. Unverändert: die betörende Küche von Chef und Koch Günther Szigeti.

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    Kaninchenkeule mit frischen Feigen und Pignoli

Günther Szigeti hat sein Kult-Wirtshaus "Zur schwarzen Katze" wieder einmal übersiedelt - diesmal könnte es für länger sein

Günther Szigeti hat es schon wieder getan. Seine "Schwarze Katze", die binnen weniger Jahre erst auf der Hernalser Hauptstraße und dann in der Währinger Kreuzgasse mit Tschocherl-Interieur und wunderbar geschmackssicherer Neobeiselküche Furore gemacht hatte, ist wieder einmal umgezogen.

Diesmal könnte es allerdings für länger sein. Der einstige Kirchenwirt am Bischof-Faber-Platz in Gersthof ist im Vergleich zu den vorigen Katzen mehr Restaurant als Wirtshaus (keine Sorge: eh alles sehr gemütlich), auch einen Schanigarten wird es geben.

Unverändert blieb die Preispolitik, die nur als wohltätig beschrieben werden kann - und Szigetis besondere Verehrung für Schmorgerichte. Keine Hauptspeise wagt sich über die 15-Euro-Schallmauer, was aber nicht heißt, dass deshalb auf Feinheiten wie rosa gebratene Flugentenbrust oder ein sehr erwachsenes, im Butterschmalz schwimmend herausgebackenes Kalbswiener verzichtet werden müsste. So g'hört sich das. Auch die Weinkarte, eine extrem verlockende, klug zusammengestellte Ansammlung großer Namen und spannender Entdeckungen, ist fast schon alarmierend kulant kalkuliert.

Oktopus in paprizierter Umgebung

Bei den Vorspeisen sollte man sich den roh gebeizten Saibling mit marinierten Eierschwammerln nicht entgehen lassen: Der fein aufgeschnittene Fisch zergeht kühl und wächsern auf der Zunge, ein gar nicht schüchtern angemachter Salat aus Wiesenkräutern wirkt als Kontrapunkt - erfrischend, animierend. Erdäpfelgulasch vom Oktopus mit Chorizo hat das Zeug zum Instant-Klassiker: Die Eleganz, mit der sich der Oktopus in dieser herzhaft paprizierten Umgebung zurechtfindet, die Anmut, mit der dünne Scheibchen erstklassiger Chorizo zusätzliche Würznoten verteilen, die cremige Köstlichkeit der Erdäpfel - ein herrliches Hallo aus Migranten und Einheimischen, das - wie sonst auch - zum Wohlgefallen aller ausgeht. Bei den Hauptspeisen gelingen die geschmorten Klassiker wie Rindsbacken, Kaninchenkeule (aufgezwirbelt mit frischen Feigen und Pignoli!) am überzeugendsten. Das liegt auch daran, dass Szigeti beim Garpunkt der kurz gebratenen Gerichte manchmal sehr auf der sicheren Seite bleibt: Wem zartrosa längst zu durch ist, der sollte das schon bei der Bestellung anmerken. (Severin Corti/DER STANDARD/rondo/13/08/2010)

Restaurant Feles - Zur schwarzen Katze
Bischof-Faber-Platz 8/Ecke Höhneg.
1180 Wien
Tel.: 01/957 77 19
Mo-Sa 18-22 Uhr
ab Sept. auch mittags
VS EURO 4-9,50, HS EURO 10,50-15

Fotos: Gerhard Wasserbauer

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Kommentar posten
22 Postings
mens sana in corpore sano
00
16.8.2010, 15:32
nicht ganz ums eck von mir,

aber offenbar eine reise wert!

Zeu pater Eelios te
00
16.8.2010, 17:12
das interessiert aber Ihre Mitbürger brennend!

mens sana in corpore sano
00
16.8.2010, 17:53
ihr posting detto?

Zeu pater Eelios te
00
16.8.2010, 21:18
genau

deshalb lassen wir's jetzt

Alex Calder
00
16.8.2010, 02:43

Raucher oder Nichtraucher?

T. B.
00
16.8.2010, 13:01

Beides; Raucherraum gut abgetrennt und kleiner.

Zeu pater Eelios te
00
16.8.2010, 17:20
danke für die Info

Zeu pater Eelios te
31
16.8.2010, 12:51
Ja,

könnte man das endlich bei jeder Lokalkritik automatisch anführen? Ist wirklich kein gutes Service, was derzeit gschieht. Aber da Herr Corti (ebenso wie Kollege Holzer) ein militanter Nichtraucher ist,scheint das eine Art Strategie zu sein. Wenn ein Raucher hingeht und sieht, dass es NR ist und dann wieder umdreht, wird er für sein Sosein bestraft. Danke!

gesundheitsministerium@wko.at
00
17.8.2010, 12:44
?

essen drinnen - rauchen draußen...

Roland Walther
00
17.8.2010, 09:49
Ein Raucher,

..der deshalb wieder umdreht, ist so schon gestraft genug.

ubu roi
01
16.8.2010, 17:06

es gibt inzwischen wirklich schon sehr günstige telefone. ob die gegen weinerlichkeit helfen, weiß ich nicht, aber es lassen sich die interessantesten sachen damit rausfinden.

Zeu pater Eelios te
03
16.8.2010, 17:17
Aha,

ich dachte immer, dass Zeitungen auch ein Service anbieten. Tun sie ja sonst auch. Wieso soll ich mir die Mühe machen, zum Telefon zu greifen?

Betrifft im Übrigen R wie NR. Wenn ein NR in ein R-Lokal kommt, flucht er genauso wie umgekehrt.
Und das Ganze ist nicht weinerlich, sondern ärgerlich.

gesundheitsministerium@wko.at
00
17.8.2010, 13:35
@fluchen

und das zurecht - weil rauchfreies essen unmöglich

der raucher hingegen bräuchte nur kurz vor die türe...

terrance
00
15.8.2010, 09:01

Wunderbar, da muss ich dann ganz sicher wieder einmal hin.

gastrosoph
00
15.8.2010, 07:29
O Corti!

Deine Sprachakrobatik unterliegt ständig einem Absturz. "sehr erwachsenes, im Butterschmalz schwimmend herausgebackenes Kalbswiener". Das Kalb wurde schwimmend in der Pfanne erwachsen! Das Lokal selbst eine Bereicherung für den Bezirk.

Riesenprimel
20
14.8.2010, 22:02

Riesenprimel gefällt dies

Joseph Kyselak
01
28.8.2010, 18:49
Deiner Frau hätte ein Riesenpi...el besser gefallen.

Schottentor U-Bahn
00
14.8.2010, 21:46
Juhu!

Das ist eine Frohbotschaft - werde dort baldigst hinschauen!

dieglut
 
00
14.8.2010, 10:01
Fein!

Sehr fein sogar!

Mycroft Holmes
00
14.8.2010, 09:50
PINOLI! Ohne G.

Kommt nämlich von "Pino", der Pinie. Ein "Pignolo" dagegen ist - passenderweise - ein "Wortklauber".

hasenpelzz
00
14.8.2010, 12:12
darauf hätt ich schon beim lesen wetten können,...

...dass jemand über die pinienkerne stolpert. ganz gleich wie hr. corti diese schmackhaften kerne benamst hätte - postings waren ihm sicher.
corti:"...pinoli..."
posting:"bitte, da fehlt ein g..."

neben all dem anderen elend überaus erheiternd. danke & mahlzeit!

pep.
00
14.8.2010, 12:06

Beide Begriffe sind (regional unterschiedlich) üblich

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