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"An der Hülben" ist die Adresse des Al Borgo - rein geografisch wäre "Im Eck" passender.

Küche und Service arbeiten dessen ungeachtet sehr aufmerksam.
Der Toskaner Carlo Borelli und der Libanese Malek Haddad trafen einander vor 30 Jahren im Hotel Marriott - als Etagenkellner. Sie wurden Freunde. Damals, so Haddad, hätten sie sich geschworen, irgendwann, irgendwo gemeinsam ein Restaurant zu eröffnen. Während Haddad die vergangenen Jahre in seinem Ristorante La Scala (Elisabethstraße) Pizza und Pasta der durchwegs höherwertigen Art an die Kundschaft brachte, war Borelli in klassisch wienerischen Edelitalienern wie Cantinetta Antinori, Barbaro's oder bei Zimolo tätig. Als ein Lokal an einem besonders toten Eck der Innenstadt frei wurde (zuletzt hatte sich hier das Kurz mit feiner Austro-Küche abgemüht), hauten sie sich allen Warnungen zum Trotz auf ein Packel.
"Im Grätzel"
Jetzt heißt das Restaurant Al Borgo, was Borelli mit "im Grätzel" übersetzt. Die Einrichtung ist klassisch, neben den Lustern aus Murano-Glas ist ein massiver Weinklimaschrank das markanteste Detail. Italoides Hintergrundgedudel und eine Fototapete mit Toskana-Motiv gehören aber schon auch dazu. Auch bei den Speisen ist man vor Reminiszenzen an vergangene Jahrzehnte nicht ganz gefeit, bei auf Toast servierten Jakobsmuschelspießchen etwa oder dem (an sich herausragenden) Oktopus, der auf einer Rosette aus ledrig gebratenen Erdäpfelscheiben präsentiert wird.
Davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen, denn gekocht wird auf durchaus beachtlichem Niveau. So sind die Tagliolini mit Hummerschwanz um 12,50 Euro nicht nur mehr als wohlfeil, die Sauce mit Orangenfilets, saftig gebratenem Hummer und sattem, zart süßlichem Meeresaroma lässt auch richtig Ferienstimmung aufkommen. Sehr fein auch die mit Kalbfleisch gefüllten und mit Pecorino gratinierten, hausgemachten Paccheri - für die sollten die ganz heißen Tage aber schon vorbei sein. (Severin Corti/Der Standard/rondo/30/07/2010)
Al Borgo
An der Hülben 1
1010 Wien
Tel.: 01/512 85 59
Mo-Sa 12-14.30 und 18-23 Uhr
VS EURO 7,50-12, HS EURO 8,20-24
Fotos: Gerhard Wasserbauer
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30 Jahre lang war dort ein In-Lokal. Bis es plötzlich unmordern wurde.
Es ist ein totes Eck. Leider. Durch die total unnotwendige Absiedelung des Gerichts. Den relevanten Politikern (schwarz/blau) unser Dank!
lämmerer. legendär, in den späten 70ern eröffnet (geschätzt), nahm sowohl stilistisch (architekt klaus becker) als auch thematisch vieles vorweg, von dem diverse gastro-dillos heute noch zehren. zwischenzeitlich "friese & kamper", "katzenschlager", "harry’s time" und "kurz", als "lämmerer" insgesamt viermal unter diversen betreibern, wenn mich nicht alles täuscht. 80er jahre-ikone. gehört mittlerweile der ottakringer.
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