Promis anreden

22. Juli 2010, 18:01
  • Sicher, Promis anreden ist wahrscheinlich lustig.
    foto: der standard

    Sicher, Promis anreden ist wahrscheinlich lustig.

Pro: "Wallander und Leinen" von Michael Möseneder - Contra: "Die Wahrheit ist fad" von Thomas Rottenberg

+++Pro
Von Michael Möseneder

Sicher, Promis anreden ist wahrscheinlich lustig. Das Risiko, eine auf die Nase zu bekommen, ist bei richtiger Auswahl gering, man hat zu Hause etwas zu erzählen und kann bewundernde Blicke von Familie, Freunden und Kollegen ernten. Und die Stars freuen sich ja vielleicht über Kontakt mit jenen, die für ihr Einkommen sorgen.

Noch besser ist es aber, sich von den Promis anreden zu lassen. Das ist eigentlich gar nicht so schwer. Jermaine Jackson zum Beispiel kann man in einem zehn Quadratmeter großen Schneiderladen in Manama in Bahrain treffen - und sich von ihm über die Vorteile von Zwei- oder Dreireihern und verschiedener Leinenstoffe aufklären lassen.

Ein Wallander-Krimi wiederum ist geeignet, im Flugzeug das Interesse des US-Malers Ellsworth Kelly zu wecken. Der erzählt dann lustige Geschichten über das Trinkverhalten seines Künstlerkollegen Jackson Pollock und Flugzwischenfälle mit der Concorde.

Und so erlebt man dann ja, wie es ist, von Fremden angeredet zu werden. Unter Umständen nett.

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Contra---
Von Thomas Rottenberg

Manche Dinge will man gar nicht wissen - und den Rest sieht man ohnehin. Promis von Weltrang wissen das - und schützen mit ihrem Getue oft weniger sich als uns. Vor der tristen Wahrheit.

Michael Madsen (u. a. Kill Bill) erklärte mir einmal im Abspann eines Interviews, wieso da vier Schließmuskel vor seiner Zimmertür standen: "Das verlangt die PR-Abteilung. Ohne Entourage merkt ja keiner, dass da ein Star aufs Klo geht. Wen interessiert es, wenn ich mich im Supermarkt normal anstelle?"

Madsen hat recht: Anstellen ist uninteressant. Und wer selbst nicht quält, hat das Recht, in Ruhe gelassen zu werden: Quatschen Sie denn jeden an, der vor Ihnen in der Schlange steht? Eben.

Doch auch die "anderen" Vips, die Fionas dieser Welt, muss man nicht anreden, um zu wissen, wie sie sind: Frau Pacifico etwa "klaute" beim Opernball einer älteren Dame das Taxi - und sagte "Das ist für Vips". John Malkovich sah ich bei der Wien-Premiere von Klimt einem Mann am Stock die Klotüre aufhalten. Anreden erübrigte sich. In beiden Fällen. (Der Standard/rondo/23/07/2010)

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18 Postings

Ich kann's verstehen, wenn ein Star nicht dauernd belästigt werden will. Manche Fans drängen sich ja richtiggehend auf und stellen einem nach - das stelle ich mir widerlich vor. Andererseits gehört es doch ein bisschen zum Ruhm dazu.

Neulich haben ein paar Kollegen und ich Christina Stürmer im Restaurant gesehen und erstmal artig gefragt, ob sie kurz Zeit hat, sie hat dann total lieb reagiert, uns Autogramme gegeben etc., aber wenn sie nein gesagt hätte, wären wir wieder gegangen.

PRO anreden lassen

ende eines der äußerst raren interviews mit bill murray im gq.

Last question. I have to know, because I love this story and want it to be true. There have been stories about you sneaking up behind people in New York City, covering their eyes with your hands, and saying: Guess who. And when they turn around, they see Bill Murray and hear the words "No one will ever believe you."

[long pause] I know. I know, I know, I know. I've heard about that from a lot of people. A lot of people. I don't know what to say. There's probably a really appropriate thing to say. Something exactly and just perfectly right. [long beat, and then he breaks into a huge grin] But by God, it sounds crazy, doesn't it? Just so crazy and unlikely and unusual?

Großartige Geschichte!

kannte ich noch nicht, danke fürs teilen!

mfg

Promis anreden würd ich nie!

Bin ja selbst fast einer bei uns zu Hause.

Vier Schließmuskel

Das verdient die heutige Trophäe für die originellste Formulierung des Tages!

Zur Abwechslung mal ein lautes "LOL!" an Herrn Rottenberg.

Prominente, also richtige Prominente, keine Grassers, Bohlens, etc., sind wenn man sie kennt stinknormale Leute.

"stinknormal"

ist vielleicht nicht der richtige ausdruck - wenn die so "normal" wären, wären sie schwerlich prominent.
aber es stimmt schon, dass die meisten wirklich "großen" promis bzw. stars eher entspannt mit dem ganzen zirkus umgehen und dass es vor allem die leidigen b-promis sind, die sich mächtig wichtig machen. ich habe schon einige berühmte leute getroffen und die waren eigentlich allesamt ziemlich lässig. man hat eher den eindruck, dass sie es mögen, wenn menschen "normal" mit ihnen reden, statt sie wie halbgötter zu behandeln und hysterisch herumzuflippen. das kann einem ja nur peinlich sein.

Danke, dass Sie mich so völlig zutreffend loben!

Stinknormal...

...trifft mE den Kern der Sache nur bedingt. Meiner Erfahrung nach sind wirklich wichtige Leute entspannt im Umgang mit sich selbst. Nur Wichtler müssen krakelen.

stimmt nicht

die sind besser als wir!

Definieren Sie "besser".
Definieren Sie "Promi".

Und dann erklären Sie doch bitte, warum Promis besser sind.

besser: die Steigerung von gut
Promi: die Abkürzung von "ein Prominenter"

Ich glaube jedwege Erklärung erübrigt sich, falls doch:
FinalDestinatiOn will ja eigentlich nur damit prahlen, dass er schon mal mit einem prominenten Menschen PS2 gezockt hat, und tappt dabei genau in die Falle, dass er damit ja eigentlich zugibt, Promis als etwas Besonderes anzusehen.
Da hab ich mir erlaubt, mit ihm/ihr ein bisschen Schabernack zu treiben, aber offenbar ist mein Humor etwas zu subtil für die meisten Menschen.

mfg

Ihr Humor ist bei Weitem nicht subtil, sondern bloede, besonders im Standardforum, wo es von Trollen nur so wimmelt, subtiler Humor muesste sich von dem alltaeglichen Getrolle unterscheiden koennen.

Und wenn ich mit mit einem Freund von mir, einem Ex-Schulkollegen, der zufaellig prominent ist, Playstation spiele, ist das "jene Leute als etwas Besonderes" ansehen, wirklich?

Nein, ich sage nur, dass das Bild von Prominenten in der Oeffentlichkeit voellig falsch dargestellt und wiedergegeben wird.

wow, sie kennen eine Promi?

Das Sie, als Ziel und Opfer meines Schabernaks, diesen dann blöd finden, war mir von Anfang an klar. Das sie, gefangen zwischen, "ich würde den Leuten gerne erzählen, dass ich einen Promi kenne" und "ich muss das so rüberbringen, dass es nicht nach Angeberei klingt" den Witz nicht gleich kapiert haben, ist ja genau das Lustige an der Sache.

so long, and thanks for all that fish.

Besser als du, vielleicht, besser als ich? Sicher nicht.

Auch wenn Sie es nicht glauben wollen, mit Prominenten kann man ganz normal reden, mal weggehen, ne Runde auf der PS3 zocken, ueber private Dinge reden, etc.

Ironiesensor einschalten.

niemals

das sind Übermenschen wie Nietsche es beschrieben hat. Ich fände es total überheblich mit einem Promi überhaupt zu reden!

niemals. das sind Übermenschen

8-)

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