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Sicher, Promis anreden ist wahrscheinlich lustig.
+++Pro
Von Michael Möseneder
Sicher, Promis anreden ist wahrscheinlich lustig. Das Risiko, eine auf die Nase zu bekommen, ist bei richtiger Auswahl gering, man hat zu Hause etwas zu erzählen und kann bewundernde Blicke von Familie, Freunden und Kollegen ernten. Und die Stars freuen sich ja vielleicht über Kontakt mit jenen, die für ihr Einkommen sorgen.
Noch besser ist es aber, sich von den Promis anreden zu lassen. Das ist eigentlich gar nicht so schwer. Jermaine Jackson zum Beispiel kann man in einem zehn Quadratmeter großen Schneiderladen in Manama in Bahrain treffen - und sich von ihm über die Vorteile von Zwei- oder Dreireihern und verschiedener Leinenstoffe aufklären lassen.
Ein Wallander-Krimi wiederum ist geeignet, im Flugzeug das Interesse des US-Malers Ellsworth Kelly zu wecken. Der erzählt dann lustige Geschichten über das Trinkverhalten seines Künstlerkollegen Jackson Pollock und Flugzwischenfälle mit der Concorde.
Und so erlebt man dann ja, wie es ist, von Fremden angeredet zu werden. Unter Umständen nett.
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Contra---
Von Thomas Rottenberg
Manche Dinge will man gar nicht wissen - und den Rest sieht man ohnehin. Promis von Weltrang wissen das - und schützen mit ihrem Getue oft weniger sich als uns. Vor der tristen Wahrheit.
Michael Madsen (u. a. Kill Bill) erklärte mir einmal im Abspann eines Interviews, wieso da vier Schließmuskel vor seiner Zimmertür standen: "Das verlangt die PR-Abteilung. Ohne Entourage merkt ja keiner, dass da ein Star aufs Klo geht. Wen interessiert es, wenn ich mich im Supermarkt normal anstelle?"
Madsen hat recht: Anstellen ist uninteressant. Und wer selbst nicht quält, hat das Recht, in Ruhe gelassen zu werden: Quatschen Sie denn jeden an, der vor Ihnen in der Schlange steht? Eben.
Doch auch die "anderen" Vips, die Fionas dieser Welt, muss man nicht anreden, um zu wissen, wie sie sind: Frau Pacifico etwa "klaute" beim Opernball einer älteren Dame das Taxi - und sagte "Das ist für Vips". John Malkovich sah ich bei der Wien-Premiere von Klimt einem Mann am Stock die Klotüre aufhalten. Anreden erübrigte sich. In beiden Fällen. (Der Standard/rondo/23/07/2010)
Die Suche in Taschentiefen oder Zimmerfluchten ersparen oder Understatement mit einem einzigen Klingelton
So ein charakterstarker Sattelschutz gibt uns den allerschönsten Schliff im Meer des seriösen Gleichklangs - Oder: der Schoner steht dem Wesen des Radfahrens entgegen
Die dumme Augustine trug sie und wurde umjubelt, aber der Modetrend gilt als Gegenteil von Freiheit
Maunchmoi is scho vü gscheida, ma bleibt bei dem wos ma dalernt hot oder Hochsprache ist Facebook-Sprache
Die gedruckte Zeitung darf nicht sterben - oder: Wenn gedruckte Gedanken zu Wischdiensten abkommandiert werden, sterben sie einen feuchten Tod
Einen Goldfisch damit nach Hause transportieren oder Liebe geht durch den Magen
Ein Zeichen einer erwarteten Gemütlichkeit oder so graziös wie Bambi auf dem zugefrorenen Teich
Ein gerade unübertreffliches Glücksrezept oder logistischer Stress durch neumodisches Brauchtum?
Weshalb das viel gepriesene "Runner's High" in der Stadt mitunter auf sich warten lässt und das duch-die-Stadt-joggen eine Sightseeing-Tour ersparen kann
"Damit sich nicht wieder irgendein Armleuchter in den Luster hängt" oder "Fröhlichkeit ganz ohne Alkohol ist immer etwas gezwungen"
Seine Entscheidung - "eine oda auße?" - jederzeit staufrei revidieren oder es ist nicht der Mensch, der den Rhythmus vorgibt
Her mit der heißen Ware, oder sind erotische Geschenke einfach nur peinlich?
"Welcher Superstar wird dich heiraten?" oder Danke, wir wollten es echt nicht so genau wissen
Wer die Lure aus dem Stockwerksautomaten am Platz genießt, versäumt nichts Spannendes - oder die Sitten im Büro sind immer nur so rau wie das Leben auf der Straße
"Das WC ist nicht Rückzugsraum, sondern reine Bedürfnisanstalt" oder: "Undenkbar, dieses Elend den Blicken einer weiblichen Laufkundschaft preiszugeben"
Heißer Tee, Suppe oder auch Punsch oder die Eismischerzunft soll endlich auf den Klimawandel reagieren
Rockgott versus Gott der Allmächtige - zumindest wenn es um die Frage nach hell oder dunkel geht
"Mindestens haltbar bis ..." - "Best before" ist schlicht irreführend übersetzt oder ein farbenprächtiger Abdruck einer Fontäne an der Toilettenwand
Weshalb der Alltag der KollegInnen schon interessant ist und portionierte Grußbekanntschaften einem weißen Wal das Leben schwer machen
In der Leichtigkeit muss man das Üppige wählen oder der Schaum, ein Traum
Gluck, gluck, und runter damit oder rot steht für Wärme, Leidenschaft und große Gefühle
Wer nicht mit Kanonen auf Brösel schießt, greift zum Bartwisch und dessen Zwilling, dem Schauferl oder ihr Traditionsritter von der traurigen Gestalt
"Du, in meinem Zelt ist eh Platz für zwei!" oder eine Mischung aus Schweiß und Uringeruch
Man kann sich, muss sich aber nicht festlich kleiden oder das Wohnzimmer ist und bleibt eine pinguinfreie Zone!
Ich kann's verstehen, wenn ein Star nicht dauernd belästigt werden will. Manche Fans drängen sich ja richtiggehend auf und stellen einem nach - das stelle ich mir widerlich vor. Andererseits gehört es doch ein bisschen zum Ruhm dazu.
Neulich haben ein paar Kollegen und ich Christina Stürmer im Restaurant gesehen und erstmal artig gefragt, ob sie kurz Zeit hat, sie hat dann total lieb reagiert, uns Autogramme gegeben etc., aber wenn sie nein gesagt hätte, wären wir wieder gegangen.
ende eines der äußerst raren interviews mit bill murray im gq.
Last question. I have to know, because I love this story and want it to be true. There have been stories about you sneaking up behind people in New York City, covering their eyes with your hands, and saying: Guess who. And when they turn around, they see Bill Murray and hear the words "No one will ever believe you."
[long pause] I know. I know, I know, I know. I've heard about that from a lot of people. A lot of people. I don't know what to say. There's probably a really appropriate thing to say. Something exactly and just perfectly right. [long beat, and then he breaks into a huge grin] But by God, it sounds crazy, doesn't it? Just so crazy and unlikely and unusual?
ist vielleicht nicht der richtige ausdruck - wenn die so "normal" wären, wären sie schwerlich prominent.
aber es stimmt schon, dass die meisten wirklich "großen" promis bzw. stars eher entspannt mit dem ganzen zirkus umgehen und dass es vor allem die leidigen b-promis sind, die sich mächtig wichtig machen. ich habe schon einige berühmte leute getroffen und die waren eigentlich allesamt ziemlich lässig. man hat eher den eindruck, dass sie es mögen, wenn menschen "normal" mit ihnen reden, statt sie wie halbgötter zu behandeln und hysterisch herumzuflippen. das kann einem ja nur peinlich sein.
besser: die Steigerung von gut
Promi: die Abkürzung von "ein Prominenter"
Ich glaube jedwege Erklärung erübrigt sich, falls doch:
FinalDestinatiOn will ja eigentlich nur damit prahlen, dass er schon mal mit einem prominenten Menschen PS2 gezockt hat, und tappt dabei genau in die Falle, dass er damit ja eigentlich zugibt, Promis als etwas Besonderes anzusehen.
Da hab ich mir erlaubt, mit ihm/ihr ein bisschen Schabernack zu treiben, aber offenbar ist mein Humor etwas zu subtil für die meisten Menschen.
mfg
Ihr Humor ist bei Weitem nicht subtil, sondern bloede, besonders im Standardforum, wo es von Trollen nur so wimmelt, subtiler Humor muesste sich von dem alltaeglichen Getrolle unterscheiden koennen.
Und wenn ich mit mit einem Freund von mir, einem Ex-Schulkollegen, der zufaellig prominent ist, Playstation spiele, ist das "jene Leute als etwas Besonderes" ansehen, wirklich?
Nein, ich sage nur, dass das Bild von Prominenten in der Oeffentlichkeit voellig falsch dargestellt und wiedergegeben wird.
Das Sie, als Ziel und Opfer meines Schabernaks, diesen dann blöd finden, war mir von Anfang an klar. Das sie, gefangen zwischen, "ich würde den Leuten gerne erzählen, dass ich einen Promi kenne" und "ich muss das so rüberbringen, dass es nicht nach Angeberei klingt" den Witz nicht gleich kapiert haben, ist ja genau das Lustige an der Sache.
so long, and thanks for all that fish.
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