Wein im Gerede

Des Wirten Wein

2. Juli 2010, 17:00
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    foto: photodisc

    "Eh wurscht, was sie trinken."  Die schlechteste Variante Hauswein unters Volk zu bringen.

Hausweine sind keine Verlegenheitslösung

So ein Hauswein ist eine einfache Sache. Üblicherweise versteht man darunter den Wein eines Restaurants oder Wirtshauses, der als "Achtel" ohne besonderen Namen per Glas ausgeschenkt wird. Auch im Ausland pflegt man diese Sitte. Mit einem "vino de la casa" ist man beispielsweise in Italien gar nicht selten fein heraus.

Wirte haben nun verschiedene Möglichkeiten, die Causa Hauswein anzulegen: Den schlichtesten Tropfen irgendeines Winzers für so wenig Geld wie möglich einzukaufen und ihn unter dem Motto "Eh wurscht, was sie trinken" mit satten Handelsspannen unters Volk zu bringen ist dabei die schlechteste Variante. Mit dem Hauswein wird auch so etwas wie eine Visitkarte abgegeben: Konkurriert er mit der Salatmarinade, wirft das nicht das beste Licht auf den Gastwirt.

"Dankbarkeit weiß" - "Dankbarkeit rot"

Vorbildlich wird das Thema Hauswein im Gasthaus zur Dankbarkeit im burgenländischen Podersdorf gehandhabt, erleichtert durch die Tatsache, dass die Familie Lentsch auch vier Hektar Rebflächen bewirtschaftet. Die Ansprüche an "Dankbarkeit weiß" respektive "Dankbarkeit rot" sind klar festgelegt: frische Aromatik, weder Speisen noch Gäste mit Alkohol überpowern und stilistisch so angelegt, dass sie mit möglichst vielen Gerichten der Speisekarte harmonieren. Schön ist die Geschichte von Elaine und Manfred Krankl, ursprünglich Oberösterreicher, jetzt in Kalifornien beheimatet. Sie machten sich auf die Suche nach einem guten Hauswein für ihr Restaurant Campanile in Los Angeles, beschlossen aber angesichts des Angebotenen, lieber selbst zu lernen, wie man guten Wein keltert. Daraus entstand über die Jahre das Weingut "Sine qua non", das heute zu den Elitebetrieben Kaliforniens zählt.

Dass einem angesichts der Hauswein-Rechnung die Zornesröte ins Gesicht steigt, ist übrigens nicht vorgesehen. Es kommt allerdings vor, wie "Schmeck's"-Kollege Harald Fidler auf derStandard.at berichtete, dem seinerzeit im Ennstal ein Glas Hauswein für 7,50 Euro kredenzt wurde. Niemand erwartet als "Hauswein" das Größte zu trinken, das jemals die Lippen benetzte. Aber Gäste, denen man das Gefühl gibt, über den Wirtshaustisch gezogen zu werden, sind schlechte Botschafter. (Luzia Schrampf/Der Standard/rondo/02/07/2010)

Kommentar posten
12 Postings
Bon profit!
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Alternative bei dieser Hitze und Schwüle zu einem Viertel g'spitzen Veltliner,

oder einer GV-Almdudlermischung:

Ekologisk Kolysrad,
Äppeldryck med Hjortronsmak, Alc 4,5% vol

Eine Art Apfel-Birnen-Most oder -Wein (pasteurisiert), dazu etwas (past.) Apfelsaft und Lakkabeerenfruchtsirup; kohlensäurehältig:
bei IKEA FOOD

Allegra!
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Vino de la Casa Austria!

Alfred Jodelhuber
 
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-A Achtel
-Roten oder Weißen?
-Sliwowitz!
(aus "Der Mann im Schatten", mit Qualtinger)

Standard Leser4
 
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Ich habe noch den Geschmak des hausweins auf der Zunge, was es zum Essen gab weiss ich nicht mehr!

Vor einigen Jahren war ich in Verona und bestellte in einer einsam gelegenen Trattoria zum Essen "Vino de la casa"
Ein Gedicht!
Einige Zeit spaeter in Paris in einer Seitengasse in Saint Germain des Prés ein Hauswein! Eine Symphonie!
Und vor einigen Monaten bei einer Fahrt nach Fertoerákos auf der Ungarischen Seite des Sees, ein Hauswein den ich noch immer Nachtraeume!
Alle drei Weine waren aussergewoehnlich gut, preisguenstig, da "Hauswein" und eine Visitkarte des Restaurants. Was es zum Essen gab weiss ich nicht mehr, der Wein bleibt mir aber fuer immer im Gedaechtnis.

Allegra!
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Herzlichen Dank,

auch für die Voranstellung des genitivus possessivus vor "Wein" und für die so schöne alte Beugung "des Wirten"!
Als Zeitwort gibt es "wirten" übrigens im Deutsch der Schweiz.

tramezzino
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der schwarz

hat auch einen netten "hauswein" in seiner fleischerei ;-)

Allegra!
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Haussschwein

Haus- und Hofschweinderln sind auch wichtig!

aber jetzt
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und wenn man dann mit dem wirten redet, kommt meistens ein "na, was erwartest dir auch von einem schankwein?"

etwas trinkbares, was denn sonst!

major grubert
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ein

saeurebad, was sonst :)

Wednesday
 
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hesperidenessig im 1/8 glasl serviert ;-)

Allegra!
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Gut, aber 7,5%, daher H2O dazu!

Prost!

Charles Milton Ling
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"überpowern"

Oh gräßlich Wort.

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