Wenn man im Facebook alle Freunde rauswirft, die Sonnenbrillen tragen, eigentlich Trotteln, Freundinnen der Frau und/oder DJs sind, bleiben nicht viele übrig
Heute eine wichtige Durchsage vom Franz: "Wenn man im Facebook alle Freunde rauswirft, die Sonnenbrillen tragen, eigentlich Trotteln, Freundinnen der Frau und/oder DJs sind, bleiben nicht viele übrig. Wenn ich weiters alle Gutmenschen mit ihren ständigen Aufrufen zu Solidaritätsdemonstrationen gegen irgendwelche Regierungswappler, mehr Studium, Vuvuzelas, Schas mit Quasteln oder Einladungen zu Bioweinverkostungen und Ballermann-FM4-Clubbings in der Pratersauna wegstreiche und dazu noch Tschüss zu all denen sage, die rund um die Uhr schlechte Youtube-Links posten oder mir erzählen wollen, dass das Leben schön sei, wird die Suppe schon verdammt dünn. Wenn ich noch dazu auf ständige Profilfoto-Änderungen mit Rauswurf reagiere, sämtliche ehemaligen Studienkollegen und überhaupt alle abziehe, die zu viel über mein früheres Leben wissen, und ich noch dazu mit den Deppen abfahre, die viermal am Tag melden, was sie gerade gefressen haben und dass der Sommer jetzt endlich kommen könnte, bin ich auf jeden Fall auf drei, vier Handvoll Leute herunten. Die könnte ich dann möglicherweise sogar auf der Straße erkennen, wenn sie mich grüßen würden."
Franz zu sein ist kein leichter Job: "Ich frage mich ohnehin ständig, was die Leute von mir wollen. Bin ich so lustig oder nett oder was? Das Handy hebe ich nicht ab, die Mailbox ist verstopft, das Internet ist mir wurscht, und das Facebook und den Twitter hab ich sowieso gefressen. Aber wie." Auf seinem Profilbild trägt DJ Franz übrigens ziemlich deutlich sichtbar eine Sonnenbrille. (Christian Schachinger, Rondo, DER STANDARD, 02.07.2010)