Vorher die Gesichtskontrolle, nachher die Gewichtskontrolle

27. Juni 2010, 16:34
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    foto: marijana miljković

    Die Promenade von Porec von der Insel Sveti Nikola aus gesehen. Das rote Haus ist das frisch renovierte Riviera-Hotel.

Rummel an der Küste und Ruhe beim Biobauern findet man in Istrien ganz nahe beieinander

Die Straße staubt, die Luft vibriert, der Alkohol fließt - es ist wieder eine Ausgehnacht in der kroatischen Küstenstadt Rovinj. Rund um das Vergnügungszentrum Monvi, das einen kürzeren Strandspaziergang von der Altstadt entfernt ist, parken dicht eines neben dem anderen die Autos. Langsam ziehen die coolen Kinds ihre Kreise um den Block, wo am Eingang die Ausweise und der Alkoholpegel per Gesichtskontrolle geprüft werden.

In Rovinj ist im Sommer jede Nacht Disconacht. Rovinj ist nicht nur deswegen einer der beliebtesten Urlaubsorte in Istrien. Von der Anhöhe, auf der die Kirche der heiligen Euphemia steht, hat man den besten Überblick über Rovigno. Typisch für istrische Städte, die, bis sie im späten 18. Jahrhundert zu Österreich-Ungarn gehörten, fest in venezianischer Hand waren, ist eben so eine Kirche, die jener berühmten am Markusplatz nachempfunden ist. Doch das interessiert die Nachtschwärmer wenig - zumal man von der Aussichtsplattform in der Nacht ohnehin nichts sieht.

Aber auch wer mit diesem Rummel nichts anfängt, kann in der Region viel entdecken. Die Straße staubt, die Nachmittagssonne brennt vom Himmel, kein Mensch weit und breit. Nur Aleksandar Tidic kommt seinen Gästen in der Hofeinfahrt entgegen. Er führt sie in sein Bauernhaus in einen abgedunkelten Raum. Mittelpunkt ist ein langer Stehtisch, man muss schließlich gut zugreifen können. Tidic ist Olivenbauer und will den Öko- und Agrotourismus in Istrien vorantreiben - und Olivenöl verkaufen, das, ganz nebenbei, auch ausgezeichnet schmeckt. Es ist ein dunkleres, olivgrün mit einem zartbitteren Geschmack - junge Oliven, kalt gepresst, erklärt der Besitzer. Das bekommen die Besucher der Farm Pino in Katun bei Baderna - unweit der Küstenstadt Porec - zum Glück zum Verkosten, es wird mit Weißbrot aus Keramikschälchen getunkt. Dazu gibt es Prsut und Käse, alles von istrischen Bauern. Er ist einer von zehn, die Urlaub am Bauernhof mit angeschlossenem Campingplatz anbietet. Bauern, die Verkostungen machen, gibt es mehr als 30, sagt Tidic. Tidic hat auch noch Wein, die für Istrien typische Malvazija und Rotwein. Das Nachmittagslicht taucht den Hof in warme Farben, die ersten Urlauber kommen vom Meer zurück. Das ältere deutsche Urlauberpaar, das am kleinen Campingtischchen neben dem Campingwagen auf dem Parkplatz sitzt, versäumt vor lauter Kartenspielen den Sonnenuntergang. Aber Achtung. Campingplatz ist Mückenplatz. Ein Hotel ist zwar keine Garantie, dass man auf der schönen Hotelterrasse nicht gepiekst wird. Doch das machen einen die Zimmer mit Blick auf den kleinen Jachthafen und die Insel Sveti Nikola vom Balkon aus schnell vergessen. Zumindest im frisch renovierten österreichisch-kroatischen Valamar Riviera Hotel & Residence an der Obala Marsala Tita in Porec - direkt an der Riva und in der sehenswerten Altstadt. Für Hotelgäste ist die Überfahrt zur Badeinsel gratis. Dort findet zwischen 9. bis 11. Juli auch das Valamar-Jazzfestival statt, bei dem unter anderem Claudia Ancuna, das Edward Simon Trio oder Maurice Brown Effect auftreten werden. ( Marijana Miljković/DER STANDARD/Printausgabe/26./27.6.2010)

Anreise: Flug nach Ljubljana oder Zagreb, danach individuelle Weiterreise.

Unterkunft: z. B. im Valamar Riviera Hotel & Residence (vier Sterne) in Porec.

Kommentar posten
15 Postings
omphrenk
00
Wallfahrtsvorschlag

Endlich ein passender Ort für eine Regierungswallfahrt mit dem Herrn Bundeskanzler an der Spitze: Die Kirche der Heiligen Euphemia. Vielleicht sollte auch noch Euphemius Molterer mitreisen :-)

Timagoras
 
28
28.6.2010, 11:22


und wenn die menschen in Kroatien irgendwann erkennen, dass freundlichkeit, höflichkeit oder ein minimum an aufmerksamkeit
keine schlimmen krankheiten sind, an denen man sterben muss, dann fahre ich vielleicht wieder mal hin ;o)

Laird of Glenmore
02
28.6.2010, 17:23
Ein bisserl was Altösterreichisches müssen sie ja behalten haben ;-)

Im Ernst: Istrien war in den 1990ern ein tolles Reiseziel mit günstigen Preisen, heute ist es leider wieder von TouristInnen überschwemmt ...

Ausnahme: das Landesinnere von Istrien, eine sehr interessante Gegend.

antistaberl1
00
28.6.2010, 13:45
Istrier sind keine Kroaten !!!

Seit Jahrzehnten keinerlei Probleme damit oder umgekehrt, Ihre Sichtweise ist nicht nachvollziehbar. In absoluten Hotspots natürlich in der Hochsaison genauso hektisch wie anderswo auch. Und vor allem je weiter südlich gegen Dubrovnik, desto lockerer wird alles...also nach (Süd) Dalmatien fahren und Istrien samt "Kroatien" vergessen....

Pefo
00
30.6.2010, 08:21

Nun, antistaberl,

meine Erfahrung steht im Gegensatz zu Ihrer; je südlicher, desto desinteressierter und chauvinistischer die Kroaten.

vanille
00

genauso habe ich es auch erlebt. istrien ok bis super. dalmatien ein witz.

Timagoras
 
00
28.6.2010, 19:07


tja, aus irgendeinem grund darf ich Ihnen nicht antworten.
dann darf ich Sie einfach auf dieses posting
http://derstandard.at/plink/157... 3/17225481
und das darin enthaltene wort "ganz" verweisen.

wenn das jetzt auch nicht durchgeht, geb' ich's auf ....

Timagoras
 
00
28.6.2010, 17:37


leider durfte meine antwort an Sie nicht erscheinen, daher verweise ich nur auf meinen satz "wie ich es in (ganz) Kroatien erlebt habe".

und "ganz Kroatien" heißt nicht "Istrien", sondern von nord nach süd und das landesinnere etc.

Timagoras
 
00
28.6.2010, 16:07
"Und vor allem je weiter südlich gegen Dubrovnik, desto lockerer wird alles..."


stimmt (nach meiner erfahrung) nicht.
wir sind die ganze küste abgefahren und haben auch das landesinnere besucht (und versucht, in der landessprache radezubrechen), aber da wurde nix "lockerer", sondern die desinteressierte unfreundlichkeit zog sich (wie das rezept der "fischsuppe") von nord nach süd einheitlich durch.
da wir positiv gestimmt waren, haben wir beschlossen, es als pure freundlichkeit zu werten, wenn wir nicht angeschrien, sondern nur vollkommen ignoriert wurden (manche kellner haben das kunststück zuwege gebracht, vom aufnehmen der bestellung bis zum begleichen der rechnung kein einziges wort an uns zu verschwenden).

in meiner kindheit habe ich Dalmatien geliebt, aber manches ändert sich eben .... ;o)


G. O.
00
28.6.2010, 13:38

Ich habe bis jetzt andere Erfahrungen gemacht - bin allerdings meist auf den Inseln in Dalmatien unterwegs.

Ich war einmal zur Vorsaison in Rovinj und auch da waren die Menschen durchwegs freundlich. Kulinarisch war's allerdings enttäuschend...

natoll
00
28.6.2010, 11:49

stimmt. denn wenn man darauf verzichten kann, bleibt man ja gleich in wien :)

Timagoras
 
00
28.6.2010, 12:19

also erstens sind in Wien die meisten leute immer sehr freundlich zu mir.
und wenn sie nicht freundlich sind, dann sind sie wenigstens richtig (und originell) grantig oder g'schert, und nicht so herablassend indolent, gelangweilt, desinteressiert und demonstrativ unaufmerksam, wie ich es in (ganz) Kroatien erlebt habe. ;o)

GTV916
 
01
28.6.2010, 16:21
Der freundliche Wiener !! -> der war wirklich..

..gut :-)

Timagoras
 
00
28.6.2010, 17:38


vielleicht ist ja an der redewendung "wie man in den wald hineinruft ..." was dran? ;o)

Seria
00
28.6.2010, 08:36

...und ausgezeichnet essen in Rovinji kann man im Santa Croce und in Porec Im Restaurant, welches durch den 4-eckigen Wachturm betreten wird

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