Bier im Gerede

Zu gutes Bier

26. Juni 2010, 10:16
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    foto: apa/holger hollemann

    106,4 Liter Bier pro Kopf und Jahr

Warum tun sich echte Spezialitäten auf unserem Markt so schwer, fragt Conrad Seidl

Kollege Alois Schörghuber von der Sendung Moment - Kulinarium auf Ö1 plauderte mit mir dieser Tage über Bierspezialitäten. Warum nur gibt es in einem Land mit so ausgeprägter Bierkultur wie Österreich so wenige Biere, die sich von dem unterscheiden, was man auch von Großbrauereien bekommen kann? Und: Gibt es überhaupt heimische Biere, die den Aufwand eines anderen Brauverfahrens lohnen?

Als Teil der Antwort stellte ich ein "Triple 22" von der Handbrauerei Forstner in Kalsdorf hin - ein belgisch inspiriertes Ale, das sich auch auf dem belgischen Starkbiermarkt sehen lassen könnte. Das aber in Österreich nur in kleinsten Mengen erfolgreich ist. Wer zahlt schon freiwillig ein Vielfaches des Preises einer Halben für ein 0,3-Liter-Fläschchen? Da müsste das Bier ja ganz außergewöhnlich gut sein!

106,4 Liter Bier pro Kopf und Jahr

Das ist es auch. Aber es würde wohl nicht so empfunden - jedenfalls nicht von der Mehrheit der österreichischen Biertrinker. Und das ist eben der zweite Teil der Antwort: In Österreich sind die meisten Konsumenten mit genau dem Bier zufrieden, das ihnen angeboten wird, sonst würden sie ja nicht 106,4 Liter Bier pro Kopf und Jahr konsumieren - wer so viel oder mehr trinkt, hat schon gefunden, was für ihn passt und weiß, was für ihn ein "richtiges" Bier ist. Die gängigen Märzenbiere treffen eben den Geschmack eines relativ breiten Publikums - und wer auf diesem Markt erfolgreich ist, mag seine Fans nicht verschrecken. Ein bisschen Pils und Weizenbier zur Abrundung des Angebots funktionieren gerade noch. Bockbier schon viel weniger. Und die wenigen Ales aus Mittelstandsbrauereien heißen sicherheitshalber meist nicht Ale - eben um die gelernten Biertrinker nicht mit einem zu exotischen Angebot zu verschrecken.

Dabei wird übersehen, dass es etliche potenzielle Konsumenten gibt, die das gängige Bier eben nicht so sehr schätzen und daher wenig bis gar nichts davon trinken. Diese wären die Zielgruppe, wo starke oder gewürzte, rauchige oder saure, fruchtige oder sonst wie den gewohnten Rahmen sprengende Biere neue Freunde finden könnten. Das Vertrackte daran: Diese Leute sind über das gängige Biermarketing und die gängigen Vertriebswege nicht zu erreichen. Man muss sie einzeln ansprechen. Eine Chance für die Kleinen. (Conrad Seidl/Der Standard/rondo/25/06/2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 181
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valtheWU
01
schon aufgefallen:

A ist nicht das land mit dem fein gepflegtem regionalismus, sondern das der pseudobundesländer, wo einheitsbrei immer nur unterschiedlich warm aufgebrüht wird.

siehe: krone, orf, landesregierungen, öbb, usw. ... bis zum bier.

gegenbeispiel: schweiz

Bon profit!
00
Die hervorragenden Leistungen und Produkte vieler Brauereien in den neun Bundesländern Österreichs

sind qualitativ hochstehend und sehr differenziert.

Beispiele (nur plakativ)

Brauerei Hirt
Stieglbrauerei
Augustinerbräu Mülln
Stiftsbrauerei Schlägl
Brauerei Zwettl
Brauerei Murau
Brauhaus Girrer Mariazell
Salm-Bräu Wien

Zapateria
00
22.8.2011, 12:11

Sehr differnziert?
Dann bitte mal eine Blindverkostung machen vom meistverkauften bier dieser 9 brauereien. wetten du hast nicht mehr als 2-3 richtig

Tetra_pack!
00
28.6.2010, 17:21
Sehr erfreulich ist die große Anzahl der Publikumskommentare!

Besondere Kennzeichen: keine
13
28.6.2010, 11:05
Was ist denn das für eine Bierkultur?


Schauen sie sich mal das Bild an: Der Gastwirt badet grad eben den Zapfhahn im Bier, speib!.

Tetra_pack!
00
28.6.2010, 17:18
Im Standar ist es Mode, durch ungeeignetet Bilder, Artikel zu verhauen.

BFR_strikes_back
11
27.6.2010, 17:16

wie soll sich eine gscheite Bierkultur halten, wenn bei der heutigen Jugend Heineken und Corona das Maß aller Dinge darstellen?

ÆÆÆ
00
27.6.2010, 15:47

Ottakringer ftw!

Stephen Ferrando
81
27.6.2010, 15:00
Trinkt ein schluck Zellgift

# Schädigungen der Leber (Fettleber, Hepatitis, Leberzirrhose),
# Schädigungen der Magenschleimhaut (Gastritis),
# Schädigungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis),
# Schädigungen des Herzens (Kardiomyopathie),
# Nervenentzündungen (Polyneuropathie),
# Hirnschädigungen,
# sonstige Krankheiten (erhöhte Infektionsanfälligkeit, bestimmte Krebserkrankungen, Schädigungen der männlichen Geschlechtsorgane),
# Schädigungen des Embryos

Leser&In
02
30.6.2010, 09:54

Ich denke, wie in so vielen Bereichen der Ernährung ist es auch beim Bier eine Frage der Menge - hier und da ein Bier wird mich nicht postwendend ins Grab befördern.
Weiters will ich ja nicht Ihr sorgsam zurechtgelegtes Argument seiner Aussagekraft berauben, aber bezüglich Schädigung des Embryos kann ich nur sagen, dass man während der Schwangerschaft allgemein keinen Alkohol trinken sollte, egal welcher Art. Trinkt man ihn dennoch, kann auch bei einem Achterl eine Schädigung auftreten - die Alleinschuld kann man hier aber nicht dem Bier in die Schuhe schieben ;-)

BFR_strikes_back
00
28.6.2010, 00:44

jetzt stellt sich halt die frage ob ich gesund sterben will oder nicht

fischer heimo
01
Keine Angst, man lebt nicht laenger ...

... es kommt einem nur laenger vor

(wahrscheinlich weil es dann so fad ist)

Chris_SM
03
27.6.2010, 18:47
Kein Alkohol ist auch keine Lösung

Weißt du eigentlich, dass Leute mit regelmäßig mäßigen Alkoholkonsum älter werden als Abstinenzler?

Darum Prost! (mit einem Stiegel Weizengold)
Auf einen verantwortungsvollen Alkohol und in diesen Fall Bierkonsum. Auf eine Lebensweise bei der Lust und Genuss genauso wichtig ist wie Gesundheitsbewusstsein.

Ashdod
01
27.6.2010, 18:44
wie können sie es wagen noch zu atmen?

herbert, bist dus?

Wesentliches (Un)Wesen
12
27.6.2010, 14:52

Die Antwort auf "Warum erfrischt mich das *** bloß so" - ist nicht "Bloß so".

Tatsache ist, dass man sich dieses Obschwoabwossa mit einer Temperatur über 4 Grad C nicht hinter die Binden gießen kann.

bixente uhudla
 
01
27.6.2010, 17:12

exakt...und genau das ist ja auch eines der kriterien für gutes bier...gutes bier schmeckt auch,wenn es nicht knapp über dem gefrierpunkt serviert wird..

ottakringer(sowohl das helle als auch das goldfassl) ist ab einer gewissen temperatur ungenießbar,budweiser(das tschechische) bei selber temperatur immer noch trinkbar

ikepod
02
27.6.2010, 19:23

mein bruder hatte mal bei ottakringer eine montage vorgenommen
dabei hat er das bier vorm "abdampfen" (transportfähig machen des bieres) verkostet
es war seinen aussagen nach super
danach war es abwaschwasser!

bixente uhudla
 
00

kann ich mir durchaus vorstellen...

Wesentliches (Un)Wesen
01
29.6.2010, 03:30

Dein Bruder hatte nach der Montage einfach nur mächtig Durst und war froh über jeden Tropfen Flüssigkeit.

Der Grenznutzen erklärt den scheinbaren vorher-nachher Unterschied.

Tetra_pack!
00
27.6.2010, 14:49
Ein Weekend-Besuch in dem Gösser Brauereimuseum lohnt sich,

die Ausstellung über Alexander den Großen in Leoben ist auch sehr sehenswert. Bis Allerheiligen.
Auf zum Schwammerlturm und in den Arkadenhof.
Überall prima Bier.

ikepod
01
27.6.2010, 14:23
habe mal in passau gearbeitet

ich als Bierliebhaber hatte mal die Gelegenheit in Österreich nahen Ausland zu arbeiten.
Die Braukultur mit den vielen kleinen Brauereien ein Genuss!!!!!
Zurück in Österreich konnte ich kein Bier mehr trinken.
Nun lebe ich in Frankreich, das Bier eine Katastrophe und teuer.( bis auf das belgische Bier)

bin Weintrinker geworden
sehr gut und billig in Frankreich!

ubu roi
00

es gibt schon auch außerhalb des elsass sehr gute biere: goudale zb oder 3monts.
im elsass finde ich den wein wesentlich besser als das bier, es gibt ja auch nur mehr wenig kleine dort (uberach hat dafür die denkbar schönsten etiketten).

franc16son
 
01
27.6.2010, 17:00
französischer wein und belgische biere...

klar, kro' und '64 sind eigentlich nicht trinkbar, aber mich freut hier (bretagne) die große auswahl starker belgischer biere (grim, leffe, trappistenbiere usw). und die elsässer biere kann man m.m nach eigentlich auch trinken...lokale brauereien findet man hier auch, die biere sind aber geschmacklich weit weg von dem, was man als gelernter österreicher kennt:bonnet rouge mit holunderbeeren ist schon gewöhnungsbedürftig. franz. wein find ich - wieder mit ausnahme der elsässer geschichten - nicht so spannend, gibts da empfehlungen von auslandsösterreicher zu auslandsösterreicher??würd mich sehr interessieren!

ikepod
00
27.6.2010, 20:00
nochwas

ich habe auch eine zeit lang in dieep gearbeitet
dort gibt es den "neufchatel" den herzförmige käse
wenn sie da einen rotwein dazu trinken verändert der wein seinen geschmack und wird unbeschreiblich gut.

ikepod
00
27.6.2010, 19:20
da gibt es einen trick

wenn man sich mit wein nicht auskennt
(als österreichischer biertrinker )

geht man einfach in den supermakt
sucht das regal ab , wo am meisten weinflaschen fehlen ist zumeinst ein guter wein drinnen.

hat mir ein franzose beigebracht und es stimmt!!

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