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Wenn eine Reisegruppe aus China im Wiener Restaurant Citylake zu Gast ist, dann gibt es plötzlich Speisen,...

... die - leider - nicht auf der Karte stehen.
Die Navi tut sich schwer, die Adresse zu positionieren, Google Maps ebenso - schließlich ist der Ort noch eindeutig eine Baustelle. Der Teich, der dem Restaurant Citylake den Namen gibt, ist aber schon eingelassen, gekocht wird auch. Sogar Liegestühle stehen zwischen den Bürotürmen des neu entstehenden Geschäftsviertels (Name: Viertel Zwei) herum.
Einstweilen erinnert die Gegend mit den adrett platzierten Baumsetzlingen, properen Promenaden und Plazas und den qualitätvoll gestalteten Office-Towers noch an Orte, die man aus Computerspielen zu kennen meint: Gleich könnte ein Finsterling mit Bazooka im Anschlag um die Ecke biegen und der Idylle den Garaus machen - so er nicht unverzüglich umgenietet wird. Aber nix da, ist doch der neue Prater hier: von vorn bis hinten geschleckt und auch sonst flott herausgeputzt!
So ist man froh, wenn das versteckte Restaurant gefunden und, noch dazu, eine chinesische Reisegruppe gerade dabei ist, sich an reich gedeckten Tischen gütlich zu tun. Immer ein gutes Zeichen! Da will man die auf der Speisekarte vermerkten Warnzeichen wie Billig-Sushi ("Caniforia Temaki", sic!) und Thai-Currys in allen Farbvarianten noch so gerne ignorieren und munter drauflos bestellen.
Die müssen Sie probieren
Vorab aber sorgt der Geschäftsführer mit ausdauerndem Charme dafür, dass man um die Vorspeisenplatte nicht herumkommt: "Die müssen Sie probieren, da sind alle guten Sachen drauf, auch indonesische Spieße." Womit Satay Ayam gemeint sind, Hühnerspieße mit Erdnussdip. Bloß werden die im Citylake faschiert, was sie so ziemlich jeden Charmes beraubt. Davon abgesehen bevölkern allerhand Friteusenbewohner der panasiatischen Art die Platte: Frühlingsrollen, Currytaschen und Wantan, eh ganz brav und ordentlich und fad. Beim knackefrischen Papayasalat merkt man aber, dass hier deutlich mehr möglich wäre.
Warum auch die anderen Speisen gar so uninspiriert schmecken - nämlich so, dass die Reisegruppe sicher etwas ganz anderes vorgesetzt bekam? Es wird wohl die tief sitzende Gewissheit vieler Asia-Gastronomen sein, dass unsereins Langnasen sowieso nicht kosten wollten, was Chinesen schmeckt. Dass wir dafür auch selbst Verantwortung tragen, hilft aber auch nicht weiter, wenn man, wieder einmal, ratlos vor zähem Fleisch mit Spiegelei und Fertigsauce sitzt. (Severin Corti/Der Standard/rondo/28/05/2010)
Citylake
Vorgartenstr. 206b
1020 Wien
Tel.: 01/997 18 69
täglich 11-23 Uhr
VS EURO 2,50-4,80 HS EURO 7,50-12,80
Fotos: Gerhard Wasserbauer
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lecker ist rheinisches Deutsch, das halt auch nur eine Variante im großen deutschen Sprachraum ist, in dem es ein halbes Dutzend überregionale Verkehrssprachen gibt.
Das Problem: Die überregionale Verkehrssprache Rheinländisch überfährt alle anderen (auch etwa Fränkisch, Bayerisch, Berlinerisch) seit zwei Jahrzehnten wie eine Dampfwalze. Der Grund: die großen E-Medien sitzen in, um und um Köln herum.
Mieselsüchtige Amateurlinguisten sollten sich das einmal durch den Kopf gehen lassen.
rheinisches deutsch ist ziemlich deutsches deutsch, schließlich kennen die basler ihre läckerli, die vorarlberger (zumindest die, die ich kenne) finden schnell einmal einen braten lecker und der alte goethe schrieb auch schon von leckeren speisen.
rtl und sat1 sind gar nicht lecker. aber lecker ist lecker! mahlzeit
na schon voll aug RTL 2 und PRO7
find´s halt schad wenn man sowas schönes wie sprache mit füßen tritt
abgesehen davon: irgendwann sprechen wir alle nur mehr wie in einer ZDF-ORF Koproduktion
lokales gehört gehegt und gepflegt
ich will auch das ein berliner wie ein berliner klingt
sandmagen von der ente, seidenraupen, spiralförmig eingeschnittene sehnen - alles vom grill - sind nun etwa für hiesige verhältnisse nur bedingt wünschenswert :)
von daher ists schon klar, dass die sich ein wenig anpassen - selbst, wenn sie es anders könnten. beispiel: wer bringt hierzulande einen beijiu runter (maoutai oder wuliangiye) , wer schafft schon einen er gou to ?
Haben Sie schon einmal an die Möglichkeit einer Therapie gedacht? Natürlich gibt es keine Erfolgsgarantie. Aber allein die Möglichkeit, aus einer Depressionsspirale wie der Ihren ausbrechen zu können, sollte den Versuch wert sein. Kann sonst richtig schlimm enden!
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