Prost! Mahlzeit!

16. Mai 2010, 11:48
  • Nur beim Bier ist das ein bisschen schwieriger: Da gibt es je nach 
Region Krügel beziehungsweise Halbe oder Seidel beziehungsweise Glas.
    foto: apa/guenter r. artinger

    Nur beim Bier ist das ein bisschen schwieriger: Da gibt es je nach Region Krügel beziehungsweise Halbe oder Seidel beziehungsweise Glas.

Conrad Seidl freut sich, dass Restaurants endlich mehrere Biere anbieten

Niemand käme auf die Idee, in ein Restaurant zu gehen und einfach "Essen" zu bestellen, pflegte mein verstorbener Freund Michael Jackson (nicht der Sänger, sondern der Bier- und Whiskyspezialist) zu sagen. Auch bei einer Bestellung von Wein würde man sich genau über Weingüter und Rebsorten, Lagen und Jahrgänge kundig machen, anstatt "weiß" oder "rot" zu verlangen.

Nur beim Bier ist das ein bisschen schwieriger: Da gibt es je nach Region Krügel beziehungsweise Halbe oder Seidel beziehungsweise Glas. In nobleren Betrieben oft überhaupt nur ein kleines Bier, daran lässt sich besser verdienen. Eine Auswahl verschiedener Bierstile (womöglich noch aus verschiedenen Brauereien), wie es sie in etlichen gehobenen amerikanischen Gastronomiebetrieben nicht zuletzt auf Anregung der Bücher von Michael Jackson gibt, sucht man im deutschen Sprachraum meist vergebens.

Glaskultur pflegen

Aber es gibt immerhin Bemühungen, das zu ändern. Die Villacher Brauerei hat eine Initiative mit 70 Lokalen gestartet, die neben dem gängigen Märzenbier mindestens einen weiteren Bierstil vom Fass anbieten, die Glaskultur pflegen und das Personal schulen müssen, um als Kärntner Bierspezialitätenwirt ausgezeichnet zu werden. Und um das Angebot auch besser unter die Leute bringen zu können, haben die Villacher ein saisonal wechselndes Spezialitätenprogramm aufgelegt, das vom vor zwei Jahren kreierten Jubiläumsbier über das leicht eingebraute und aromatisch gehopfte Sommerzwickl und das mit dunklem Karamellmalz gebraute Schleppe-Wiesnbier bis zum spätherbstlichen Festbock reicht.

Dazu gibt es jeweils Empfehlungen, welche Speisen wohl am besten dazupassen - zum Bockbier etwa karamellisiertes Gerstenmalzparfait. Der weltgewandte Bierfreund würde sich in seiner Unbescheidenheit natürlich gleich noch mehr wünschen: Ein wirklich gutes Bierrestaurant sollte auch Stouts und Pale Ales anbieten, Pils und Weizenbier sowieso - und belgische Starkbiere, die für den Gastronomen den Vorteil haben, beinahe unbegrenzt haltbar zu sein.

Auch das gibt es schon in Kärnten, sogar zweifach: Im unscheinbaren Gasthaus Wulz in Greifenburg gibt es eine schwer zu übertreffende Bierauswahl (allerdings ohne Villacher) - jene in der Gartenrast in Radenthein ist aber mindestens gleich spannend. (Conrad Seidl/Der Standard/rondo/14/05/2010)

Kommentar posten
18 Postings
Nicht nur in Restaurants

auch im Nachtleben, sprich Discos, Clubs, Bars hat Bier einen traurigen Stellenwert. Kaum Fassbier, immer mehr Beck's aus Flascheln, und das alles zu einem unverschämten Preis.

Gartenrast

Beste Bier und Hendl was braucht man mehr...

Off Topic

Die erfolgreichen 11 heißt eine aus elf Flaschen von elf verschiedenen Privatbrauereien bestehende Spezialverpackung für die Fußball WM.

Und zwar:
Zwettler original
Weitra Bräu Hadmar
Schremser Edelmärzen
Murauer Märzen
Hirter 1270
Rieder Bier Hefeweizen
Freistädter Ratsherren Premium
Schloss Eggenberg Hopfenkönig
Stiegl Paracelsus Zwickl
Trumer Pils
Mohrenbräu Spezial

Ich finde, dass ist eine sehr gute Idee

Richtig - tolle Idee und Österreichs Siegeteam ;)

Besonders die Rieder-Weisse haben wir richtig lieb gewonnen. Bekommt man die in Wien auch so?

Nein, ich wusste nicht einmal, dass es diese Brauerei gibt. Auch Mohrenbräu und Freistädter sind ihn Wien nicht erhältlich. Auch ich finde dieses Weißbier großartig!

Ein wirklich gutes Bierrestaurant sollte auch Stouts und Pale Ales anbieten

was bitte definiert ein bierrestaurant und bitte wozu stouts und pale ales?

es würde ja schon reichen auf dieses grindige z.b. brau union zeugs zu verzichten, da der österreichische biermarkt weit mehr als eben dieses heineken konzern- oder ottakringer- und schremser zeugs hergibt ...

Es geht ja wohl auch darum...

dass um das passende Weinangebot zu den Speisen viel Brimborium gemacht wird, aber kaum jemand über Bierbegleitung zu Speisen nachdenkt. Da sind wir hierzulande noch Lichtjahre hinter z.B. North Carolina, British Columbia oder Belgien zurück. Bei uns denken viele immer noch - mangels besseren Wissens - a Gulyas und a Seidl (sic!) Bier, das passt und dann gibt's noch Schweinsbraten und eine Handvoll Traditionals, zu denen man Bier trinkt und das war's... Den GastronomInnen ist's recht - die Marge beim überteuerten Austro-Achterl aus der Bouteille ist ohnehin viel höher.

Entwicklungsland Österreich

ich war gerade in belgien auf bierstudienreise und kann resümierend nur sagen: gegen die dortige bierkultur ist österreich ein entwicklungsland - leider!

Gegen Belgien als Bierland ist JEDES Land ein Entwicklungsland.

Endlich mehr Auswahl beim Rauschgift!

Fuer Flaschenbier sicher eine gute Idee, zuviele Fassbiersorten anzubieten fuehrt aber dazu dass die Faesser zu lang offen sind.

sehe ich genau so

da wirds beim versuchsbetrieb bleiben

für kaffee gilt das leider immer noch nicht

dem kann ich mich nur anschliessen, das hab ich noch nie verstanden, da rühmt sich wien die kaffeehaus-stadt schlechthin zu sein und natürlich, man kann aus zig arten wählen, bloss die kaffeesorte nicht, das ist doch höchst seltsam?

@ bier: ganz so schlecht ist die lage auch wieder nicht, ein offenes, ein pils und ein weizen, ev. sogar ein dunkles und ein gemischtes gibts schnell mal beim wirten.

@ autor: passender name :)

einfach mal den mokkaq club in wien besuchen, und Sie werden staunen.

das hab ich noch nie verstanden,

da rühmt sich wien die kaffeehaus-stadt schlechthin zu sein und natürlich, man kann aus zig arten wählen, bloss der die kaffee ist immer grauslich, das ist doch höchst seltsam?

es gibt eh schon immer

viele biere in den lokalen. ein kaltes, ein kleschkaltes, ein warmes, ein lauwarmes, ein lasches, eines ohne schaum...

Backhendl und Bier beim Ulli in der Gartenrast sind wirklich eine uneingeschränkte Empfehlung.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.