Wein im Gerede

Causa Lindenblatt

25. April 2010, 20:03
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    foto: pixelio.de/m. hauck

    "Lindenblatt 08" - "Königlicher Tafelwein". Kurz danach vernahm man, dass die 300 Flaschen beschlagnahmt worden waren.

Zwei Seiten eines Etiketts sah sich Luzia Schrampf an

Kürzlich stellte Josef Umathum aus Frauenkirchen, unumstrittenen zur Winzerelite des Landes zu zählen, etwas Neues vor: "Lindenblatt 08" - "Königlicher Tafelwein". Kurz danach vernahm man, dass die 300 Flaschen beschlagnahmt worden waren.

2005 pflanzte Umathum die Rebsorte Lindenblättriger, die in Ungarn als Harslevelü zu den Traditionssorten im Tokajer-Cuvée gehört. Der Lindenblättrige habe eine attraktive Aromatik, niedrigen Alkohol bei frischer Säure, ist trotzdem geeignet für warme Gebiete und lagerfähig. Und er gehöre zur pannonischen Kultur und deren kulinarischer Geschichte - gute Gründe, so der Winzer, um sich damit zu befassen.

Rebsortenverordnung

Nachdem er den Wein gefüllt und etikettiert hatte, beanstandete die Kellereiinspektion, die Exekutive des Landwirtschaftsministeriums in Sachen Wein, dass das Etikett nicht den Bezeichnungsvorschriften des Weingesetzes entsprach, weil "Lindenblatt" und "08" Rebsorte und Jahrgang darstellten. Rebsorte, Jahrgang, die rot-weiß-rote Banderole mit der Betriebsnummer und die Prüfnummer, die nach bestandener labortechnischer und sensorischer Analyse vergeben wird, sind die Insignien von "Qualitätswein", dessen Status in Österreich gehütet und kontrolliert wird. Lindenblättriger ist (noch) nicht in der Rebsortenverordnung, die festlegt, welchen Rebsorten "Qualitätswein"-würdig sind. So bürokratisch, so gesetzeskonform. Ähnliche Beanstandungen, wenn auch medial weniger hochgetunt, gab es vor der Zulassung von Syrah 2001 oder bei Cabernet Sauvignon in den 1980ern.

In einer Aussendung des Winzers und in der Folge in vielen Zeitungsberichten war von "Bürokratie und Zensur" die Rede. Die Etiketten wurden nicht neugedruckt, sondern händisch geschwärzt, bis sie gesetzeskonform waren. Medien tönten, dass ein innovativer Ritter gegen behördliche Stur- und Starrheit ankämpfen müsse.

Aber es gibt dieses Weingesetz, das im In- und Ausland gern als streng angepriesen wird. Auch wenn manches diskutiert werden darf, ist es da, um befolgt zu werden, was auch Josef Umathum so sieht. Die Geschichte um "Lindenblatt 08" beschreibt er als "eher kabarettistisch", ein "Elfmeter ohne Tormann, so etwas muss ich nutzen". "Lindenblatt 08" eines Ausnahmewinzers ist es wert, probiert zu werden. Der Erlös aus den 250 verbleibenden Flaschen wird an ein Einwanderungsprojekt gehen - und das völlig unbürokratisch. (Luzia Schrampf/Der Standard/rondo/23/04/2010)

cho
00
26.4.2010, 12:34
Ist schon Sommerloch?

http://derstandard.at/126904567... Weinzensur

Warum 300 Flaschen falsch deklarierten Weins gleich 2 (sehr ähnliche) Berichte rechtfertigen... oder gibts sonst nichts mehr zu schreiben rund um Wein?

docw
10
25.4.2010, 20:59

und 5% der verbliebenen flaschen gehören mir-freue mich,denn der wein ist wirklich angenehm zu trinken.

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