Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Die Gartendenkmalpflege macht's möglich: im Bild der kaiserliche Privatgarten Schönbrunn.
Schön war es, seinerzeit mit Herrn Géza Hajós durch die Gärten und Parks der Nation zu streifen, als er noch seines Amtes waltete.
Es war stets ein wenig feierlich und gemütlich zugleich, und, wie man in vergangenen Zeiten zu sagen pflegte, lehrreich in jedem Falle.
Denn so gut wie alles wusste der geborene Ungar und Kunsthistoriker über diese Gärten und Parks zu berichten: über ihre Pflanzen, Bosketten und Rabatte, über die Brunnenanlagen und wasserspeienden Putten, über ihre Entstehungszeiten und -geschichten, über die Erbauer und Finanziers und deren Ringen mit den irdischen Unbilden ihrer Zeit sowie über das Bemühen der heutigen Pfleger und Mentoren dieser ständig wachsenden und sich erneuernden Dokumente menschlich-gärtnerisch-kulturellen Seins und Bestehens.
Géza Hajós, ab 1967 im Bundesdenkmalamt beschäftigt, leitete von 1986 bis 2007 ebenda die Abteilung für historische Gartenanlagen. Es blieb nicht aus, dass er in dieser Funktion heftig mit den Instanzen rang. Jahrzehntelang.
Politische und allgemeine Ignoranz
Denn jung und unterentwickelt ist die österreichische Gartendenkmalpflege, und Hochachtung vor agri-kulturellen Leistungen vergangener Generationen ist eine seltene Pflanze hierzulande.
Man könnte auch sagen, die Politik schere sich eine feuchte Biomasse darum, jedenfalls behandelt sie dieses Thema deutlich schlampiger und dümmer als das andere Nationen tun, beginnend mit unseren deutschen Nachbarn. Von Franzosen und Briten wie stets lieber ganz zu schweigen.
Doch auch die sogenannte Zivilgesellschaft macht nicht viel her, sonst hätten wir alle längst Stiftungen und Vereine und andere privat fördernde Institutionen gegründet, so wie das besagte Franzosen und Briten zu tun pflegen.
Die Ignoranz dem wichtigen und sehr heiklen Kulturgut "Garten" und "Park" gegenüber zeigte sich unter anderem auch darin, dass der Posten nicht nachbesetzt wurde, als Géza Hajós, das Pensionsalter erreichend, wieder seiner eigenen Wege und hinaus aus dem Bundesdenkmalamte ging.
Ein interimistischer Betreuer bemüht sich zwar, doch wie eine ganze Reihe gartentechnisch versierter Menschen nun warnend öffentlich machen will, ist die Abteilung für historische Gartenanlagen in einer bevorstehenden Neustrukturierung des Bundesdenkmalamtes nicht mehr vorgesehen.
Schuld daran ist freilich nicht das Amt, sondern die Sparvorgabe der Politik, Aufnahmestopp im Bundesdienst inklusive. Eine Phase der Dürre in einer Nation, die - ach! - so stolz ist auf ihr kulturelles Niveau und die sich als Touristenparadies erster Güte versteht und ansonsten ja auch nicht ganz schwach ist darin, die Vergangenheit gewinnträchtig auszuschlachten.
Von den etwa 1500 historischen Grünanlagen Österreichs stehen gerade einmal 56 unter Denkmalschutz. Die nichtgeschützten Anlagen fallen in die Zuständigkeit der Bundesländer und des Naturschutzes, was ein missliches Kraut-und-Rüben-Durcheinander ist, so als ob für Baubewilligungen künftig das Gesundheitsministerium verantwortlich sein solle. Dabei kann das Denkmalamt große Unterstützung leisten für alle, die historische Anlagen pflegen: Unterlagen und historische Quellen werden studiert, Bestandsaufnahmen und Beurteilungen geschrieben, Schadens- und Befindlichkeitskataloge erstellt, Konzepte für Nutzung, Konservierung, gegebenenfalls Rekonstruktion ausgefeilt.
Ein Schließen der Abteilung bedeutet weniger Budget, weniger Beratung, weniger Achtung vor der Sache.
Doch es regt sich Protest. Wie der ausschaut, lesen Sie sogleich im Tipp. (Ute Woltron/Der Standard/rondo/16/04/2010)
Tipp
Das Komitee zur Unterstützung der Gartendenkmalpflege im Bundesdenkmalamt setzt sich aus hochrangigen KunsthistorikerInnen und GartenspezialistInnen zusammen, die zu nennen hier den Platz sprengen würde. Derzeit arbeitet man mit Nachdruck an einer Unterschriftenliste, die dazu aufrufen will, die eigenständige Abteilung für historische Gärten im Denkmalamt beizubehalten. Als nachgeordnete Dienststelle des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur ressortiert das Bundesdenkmalamt bei Ministerin Claudia Schmied. Der Aufruf ergeht also an sie. Wer mitrufen und unterschreiben will, muss augenblicks die Professorin für den Fachbereich Landschaftsplanung und Gartengestaltung der TU-Wien, Eva Berger, via E-Mail kontaktieren: eva.berger@tuwien.ac.at
Mit derStandard.at/Mobil sind Sie unterwegs immer top-informiert - mit Liveberichten und Postings!
Die Eisheiligen stehen vor der Tür. Welches junge Gemüse trotzdem schon hinausdarf und was besser im Haus bleibt, weiß Gregor Fauma
Jetzt ist der Moment, um Rosen an Land auf Pilzbefall zu untersuchen und für neue Seerosen ein passendes Gewässer zu finden
Autochthone Pflanzen wie die Clematis können mit Frostattacken im April eh gut umgehen - Exotische Schönlinge brauchen halt momentan ein wenig mehr Aufmerksamkeit, weiß Gregor Fauma
Der Nachbar wird schön schauen: Wegen der Hortensien ums Hochbeet sieht er bald nicht mehr in Ihren Garten! Einige Anregungen, die zu Freude und Erfolg führen mögen.
Guter Dünger muss reifen wie Wein, aber bei einem Verschnitt aus Ästen und Gras kann man nachhelfen
Ein Hochbeet schont den Rücken, nicht das Geldbörsel - Es sei denn, man greift zu Hammer und Nägeln anstelle von großteils hässlichen Fertigsets, meint Gregor Fauma
Der Winterling will viel Wasser und lehmige Böden. Dafür revanchiert er sich früh im Jahr als sonniger Farbteppich auf dem fahlen Rasen, weiß Gregor Fauma.
Viel Platz unter der Sonne und reichlich Wasser will der Krautstiel - Er dankt's dem Beilagenesser mehrfach in einer Saison mit üppigen Ernten, weiß Gregor Fauma
Die Karotte keimt keineswegs schnell und duldet kaum Konkurrenz - Sie sollte schon früh und nur mit netten Nachbarn ins Beet, meint Gregor Fauma
Wie feucht und sandig mag's die Fragaria? Die Antwort auf genau diese Frage ist eine süße Denksportaufgabe, meint Gregor Fauma
In Österreich sind 218 umweltgefährliche Herbizide zugelassen. Neben Landwirten gehen sie auch vielen Hobbygärtnern leicht von der Hand. Die Handelskette Bellaflora listet Pestizide aus
Los geht's: Rasch das alte Laub aus den Gartenschlapfen beuteln und sofort draußen klären, was die Pflanzen bald schon brauchen werden
Advent und Wohltätigkeit gehören zusammen. Charity im eigenen Garten ist, wenn man dem Lieblingsstrauch die (Schnee-)Last nimmt und alle Stauden stützt, meint Gregor Fauma
Ob nun der Garten als erweitertes Wohnzimmer dient oder das Wohnzimmer zum Garten umfunktioniert wird – kreative Gartenplaner liefern für jedes Bedürfnis das passende Konzept
Solange die Böden noch nicht gefroren sind, heißt es: dick anziehen und großzügig sein mit Blumenknollen - Das freut natürlich auch den einen oder anderen Nager, der dafür selbstlos die Erde lockert
Wenn es nach den Prognosen der Blumenhändler und Gartenexperten geht wird es heuer verspielt im Garten
Tropische Pflanzen wie die Engelstrompete wachsen auch in den südamerikanischen Bergen - Minusgrade, nur für kurze Zeit, machen sie sogar robuster, meint Gregor Fauma
Im Dezember sind Gärtner Totengräber. Aber solche, die an Wiedergeburt glauben und dafür bereits schnittige Strategien haben.
Heute: Wir basteln uns eine einfache Welt mit Rankings - Das funktioniert natürlich auch mit dem eigenen Garten, meint Gregor Fauma und präsentiert die kultiviertesten Top Ten des Jahres 2012
Im Winter wächst nur Wut - Auf den Garten, der so viel Pflege braucht - Passt schon, meint Gregor Fauma, man hat ihn ja eh zum Fressen gern
Für Gärtner ist der November ein Glücksspiel: Friert es, gibt es hohe pflanzliche Verluste zu beklagen - Auf Sicherheit spielende Outdoor-Experten setzen dagegen das herumliegende Laub einfach als Thermojacke ein - Eine warme Empfehlung von Gregor Fauma
Der Gewöhnliche Steinklee macht etwas Ungewöhnliches: Er faltet seine Blätter vor dem Schlafengehen, um uns den nächsten Tag zu versüßen - Womit, verrät Gregor Fauma
Schicht für Schicht abwechselnd Trocken- und Grünzeug übereinanderlegen: Das hat sich auch beim Komposthaufen bewährt - Faule Tricks von Gregor Fauma
Landschaftsarchitekten und Gartenfans aus aller Welt pilgerten nach Klosterneuburg. Anlass war die Prämierung der "best private plots 2012"
Stellen Sie sich vor, Sie sind Psychiater, und ein Garten kommt zu Ihnen - Redet er ständig vom Dachs, hat er keinen Dach(s)schaden - Das Problem liegt tiefer. Also beim Boden, meint Gregor Fauma
Naja. Hajos hielt den "Tempel der Nacht" in Schönau für einen Freimaurerbau, verwechselte Baron von Braun mit Baron von Fries und legendär ist seine Gartenkunst-Vorlesung, bei der es sich zeigte, dass der über englische Gartenkunst Lehrende nicht Englisch kann.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.