Bier im Gerede

Trockenzeit

17. April 2010, 18:17
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    foto: pixelio.de/kfm

    Trockener Nachtrunk, das heißt: Lust zum Weitertrinken.

Conrad Seidl wurde beim Bierkosten immer durstiger

Es ist schon ein komisches Gefühl: Da gibt es unbeschränkt Freibier, noch dazu von einigen der besten Brauereien der Welt - und trotzdem hat man den Eindruck, man müsse verdursten. Nicht, weil man damit rechnete, mit dem nächsten Glas Bier schon sturzbetrunken umzukippen. Sondern weil man weiß, dass man mit diesem nächsten Glas nur noch durstiger würde.

Dann hilft am ehesten Wasser.

Und man erinnert sich, dass man stets gepredigt hat, dass Bier zwar erfrischend und wohlschmeckend sein kann, dass es aber den Durst nicht löscht. Gerade die allerbesten Biere tun das nicht. Denn die enthalten entweder größere Anteile an Alkohol und Restextrakt, die irgendwie aus dem Mund gespült werden müssen - oder große Mengen an Hopfen, die dem Bier einen trockenen Nachtrunk verleihen. Trockener Nachtrunk, das heißt: Lust zum Weitertrinken - und ist von den Bierfreunden ja durchaus erwünscht; von den Brauern sowieso, denn da geht es letztlich darum, mehr Bier zu verkaufen.

33 Bierproben am Vormittag

Andererseits geht es dem Biergenießer ja nicht darum, sich zu besaufen. Und da macht es schon Sinn, weniger, aber besser zu trinken. An jenem Tag in der Vorwoche, als abends im Field Museum von Chicago der beschriebene unstillbare Durst heraufgezogen ist, hatten ich und die anderen Juroren des World Beer Cup schon vielmals sehr wenig getrunken.

Allein 33 Bierproben am Vormittag - unter anderem, um zwischen den vielen mittelmäßigen Einreichungen die drei besten Dunklen Biere Münchner Typs herauszufinden. Ausgezeichnet wurden dann das Chuckanut Dunkel aus einer mir unbekannten Brauerei in Washington, das Weltenburger Barock Dunkel aus der gleichnamigen Brauerei am Donaudurchbruch in Bayern und das Dunkle aus der Blind Tiger Brewery in Kansas. Dann neun Weizenböcke und zum Drüberstreuen ein Dutzend im Holzfass gereifter durchwegs kräftig gehopfter Starkbiere am Nachmittag, darunter etliche Köstlichkeiten, von denen man gerne bei Gelegenheit mehr hätte. Man trinkt winzige Schlucke, der Durst nimmt zu. Danach hätte man gerne ein schönes, frisches Pilsner - aber nicht einmal das hatte bei mir und den befreundeten Juroren den gewünschten Effekt. Geholfen hat schließlich Wasser. Cola hätte es wohl auch getan - aber damit wollte sich keiner erwischen lassen. (Conrad Seidl/Der Standard/rondo/16/04/2010)

Will Lightbody
00
19.4.2010, 10:55

Einzige österreichische Marke, die ich unter den Preisträgern finden konnte:
Zipfer Märzen in der Kategorie "Münchner-Style Helles".... oida

BobaFett
00
26.12.2010, 00:11
na frage nicht nach DEM:

Category 27: Vienna-Style Lager (28 Entries)

Schild Brau Amber
Millstream Brewing Co.
Amana, IA
Vienna Lager
The Covey Restaurant & Brewery
Fort Worth, TX
Heavy Seas Marzen
Clipper City Brewing Co.
Baltimore, MD

Inem
00

Der regelmäßige Bierkollumnenleser weiß, dass Wiener-Typ Bier in Europa nahezu ausgestorben ist, aber sich gerade in den USA großer Beliebtheit erfreut. Daher ist diese Liste wohl kaum verwunderlich.

BobaFett
00
alles klar, danke!

spitzenkandidat.2.0.
00
18.4.2010, 21:51
und ich

hol ma jetzt a Bier ausm Kühlschrank! :]

Der Große von Gegenüber
00
19.4.2010, 08:38

recht so.

Und ich bereite mir eine gute schnittige Mischung zu ...

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