Wein im Gerede

Wein, woher?

12. April 2010, 09:47

Wie das jetzt mit der Herkunft ist, erzählt Luzia Schrampf

Es ist schon interessant, wie nachhaltig sich Weinbegriffe wie Brünnerstrassler, Dürnsteiner Katzensprung, Gumpolds oder Poysdorfer Saurüssel im Hirn festgesetzt haben - selbst in den Ganglien vieler, die eigentlich noch Kakao tranken, als diese Weine en vogue waren.

Unter einem Brünnerstrassler verstand man einen Weinviertler Wein, entlang der Brünner Straße gewachsen, der von Fans elegant als "resch" bezeichnet wurde, unelegant war eher von "krampensauer" die Rede. Andere griffen lieber zum Gegenstück: zu einem Glas Gumpolds von der Südbahn, rund, füllig und zuweilen etwas süßlich, weil aus einer deutlich wärmeren Ecke des Landes kommend. Bei Katzensprung und Saurüssel wurden Lagen mit markantem Namen über Jahrzehnte zur Gebietsmarke, an die auch geschmackliche Erwartungen geknüpft wurden. Dem Katzensprung sagt man dazu historisch Bedeutsames nach: Leopold Figl soll damit Außenminister Molotow den Staatsvertrag abgerungen haben.

DAC-Weine

Im Grunde waren sie die ersten DAC-Weine, Weine einer Herkunft, denen eine Eigenheit zugeschrieben wurde, an der man sie wiedererkannte. Districtus Austriae Controllatus DAC ist ein ähnliches, jüngeres Konzept, das seit dem Jahrgang 2002 für mittlerweile sieben Weinbaugebiete fixiert wurde und in fünfen bereits auf dem Etikett durch die Buchstaben "DAC" nachzulesen ist (zwei starten im Herbst 2010). Dass Weine einer bestimmten Herkunft mit einem speziellen Geschmack verbunden werden, ist übrigens keine österreichische Erfindung, um Konsumenten das Auskennen und Erzeugern das Leben mit den Etikettierungsvorschriften schwerzumachen. Seit langem trinken wir Chianti, Bordeaux oder Champagner und haben vor dem Öffnen der Flasche einigermaßen Vorstellungen, wie der Inhalt schmecken wird.

Der Saurüssel soll übrigens auf Initiative einiger Poysdorfer Winzer als Ortsmarke wiederbelebt werden. Beim Brünnerstrassler ist dies auf wohlschmeckende Art bereits geschehen: Die Winzerin Else Zuschmann, die Weingärten entlang der alten katzenkopfgepflasterten Brünner Straße hat, setzt die Stilidee mit heutigem Know-how um und macht einen reschen Grünen Veltliner. Es lebe die Herkunft. (Luzia Schrampf/Der Standard/rondo/09/04/2010)


uni versalis
00
13.4.2010, 08:25
"Glas Gumpolds von der Südbahn, rund, füllig und zuweilen etwas süßlich, weil aus einer deutlich wärmeren Ecke des Landes kommend."

also bitte - bei allem respekt, das stimmt so nicht. der brünnerstrassler war ja nicht wegen des angeblich kühlen klimas so sauer, sondern wegen der (auf masse und nicht auf qualität ausgerichteten) anbau- und herstellungsmethoden. auch im kühleren retzer land lassen sich sehr gute, nicht saure weine machen und das war auch früher so.

das weinviertel war aber immer eine region mit hohem fass-und tafelweinanteil (und ist es bis heute trotz dac) und entsprechendem image. das ist zwar heute besser geworden, aber immer noch der fall (hoher fassweinanteil, sektgrundweine etc.)

para-Celsus
00
12.4.2010, 19:05
Krampen, Heckenkrampen:

dürrer Baum oder Baumast, der zum Aufranken der Weinrebe dient

Heckenkrampenwein:
Wein aus Heckentrauben, denen es auch an Süßigkeit, infolge zu geringer, vom Boden zurückgestrehlter Wäme mangelt

Heckenklescher:
saurer Wein, auch Wein aus Direktträgertrauben

KTHXBYE
00
12.4.2010, 21:54

Ich kenn den nur in der Steigerungsform "schattenseitiger Heckenklescher"

KTHXBYE
21
12.4.2010, 16:23
Wein, woher?

ausm teeeetrapaaaack! ois aundare wuaaascht *hick* lalala

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