"Welcher Idiot fährt schon, ohne zu schauen, sofort in die Kreuzung hinein, wenn die Ampel auf Grün springt??"
Dass Bubi schon wieder einen Punkt wegen verkehrsauffälligen Verhaltens kassiert hat, empfindet er als große Ungerechtigkeit. Die Ampel am Gürtel habe noch eindeutig Gelb angezeigt. Und hinter ihm sei mindestens ein weiterer Fahrer seinem "Beispiel" gefolgt. Schließlich habe er niemanden gefährdet. Er gehe da eisern nach dem Vertrauensgrundsatz vor: "Welcher Idiot fährt schon, ohne zu schauen, sofort in die Kreuzung hinein, wenn die Ampel auf Grün springt?? Eben. It takes two to tango. Keineswegs habe er schon wieder einen Zebrastreifen überfahren und dabei "so einen Studenten" geschnitten oder einen Fahrradfahrer derart überholt, dass dieser "aus einem überzogenen Schreck heraus" gestürzt sei. Er habe daraus seine Lehren gezogen. Wenn einer so gut fahre, dass man seinen Stil als sportlich bezeichnen könne, werde er von der Polizei geschnitten.
"Die sollen sich lieber", so Bubi, "diese ganzen Idioten vornehmen, die auf der Landstraße mit 80 dahinkriechen und dadurch Unfälle provozieren." Von "Niederösterreich grüßt Wien", das beim Paralleleinparken regelmäßig für Verkehrsinfarkte sorge, ganz zu schweigen.
Seit sie Bubi mit zwei bis drei Getränken über der gesetzlichen Schwankungsbreite von Grinzing heim im Planquadrat erwischt haben, fühlt er sich vom Staat verfolgt: "Und dann beschweren sie sich in den Zeitungen, dass niemand mehr zum Heurigen geht. Mich würde es nicht wundern, wenn bald wieder mit Glykol gepanscht wird. Gute Nacht, Österreich." Bubi ist ein strenger Geist. (Christian Schachinger, Rondo, DER STANDARD, 09.04.2010)