Bier im Gerede

Beeriges Ale

4. April 2010, 17:41
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    foto: reuters/jonathan ernst

    In Fruchtbieren wird die Frucht (als Saft oder Mus) während der Gärung zugesetzt.

In der 1516 Brewing Company kostete Conrad Seidl das erste Fruchtbier der Saison

Mit Fruchtbieren ist das so eine Sache: Die einen meinen, das seien gar keine richtigen Biere. Die anderen meinen: Selbst wenn es richtige Biere sein sollten, dann haben wir ja längst Biermischgetränke - im deutschen Sprachraum den Radler, im englischen den Shandy und im französischen den Panaché.

Nun ist ein Fruchtbier etwas anderes als ein Biermischgetränk - in Fruchtbieren wird die Frucht (als Saft oder Mus) während der Gärung zugesetzt. Was aus dem Fruchtzucker entsteht, ist in technischem Sinne Wein, weil es sich um gegorenen pflanzlichen Zucker handelt. Weil aber der Großteil des Alkohols aus Bier - der technischen Definition gemäß ein aus verzuckerter Stärke gegorenes Getränk - besteht, sind Fruchtbiere eben überwiegend Bier und werden auch zu Recht als solches bezeichnet.

Man weiß, dass es heute vor allem in Belgien Fruchtbiere gibt - meistens werden einem Lambic-Bier Weichseln zugesetzt, was dann ein klassisches Kriek ergibt. Aber es gibt auch exotische Versionen mit Moltebeeren aus Lappland. Weniger bekannt ist, dass solche Fruchtbiere früher auch in Deutschland gängig waren (etwa die Kirsch-Mumme aus Braunschweig) und dass sie von Kleinbrauereien in den USA sehr erfolgreich wiederentdeckt wurden.

Ale spiced with blackberries

In der 1516 Brewing Company gegenüber vom Wiener Haus der Musik hat nun Koloman Strohmeier die amerikanische Idee aufgegriffen. Auf der Karte steht seit dem Wochenende ein "Ale spiced with blackberries" - und es wird augenzwinkernd darauf hingewiesen, dass das es beim Blackberry nicht um das Mobiltelefon gleichen Namens geht.

Sondern um gefrorene Brombeeren, die fein vermahlen wurden und dann einem Ale zur Nachgärung zugesetzt wurden. Der Fruchtzucker gibt der obegärigen Hefe (in diesem Fall war es eine Stouthefe) neue Nahrung, es kommt zum sogenannten "Aufkräusen" - eine Nachgärung, bei der die Fruchtaromen sehr gut ins Bier eingebunden werden.

Das Ergebnis ist ein kupferfarbenes Ale mit einem sehr fruchtigen Duft und einem erfrischend-säuerlichen Antrunk - die Süße der Brombeeren ist ja zu Alkohol (Gesamtalkoholgehalt etwa 5,4 Prozent) vergoren worden, die Fruchtigkeit ist aber erhalten geblieben. Das "Brombeer" genannte Ale ist gerade vollmundig, aber nicht süß - und nur erhältlich, solange der Vorrat reicht. (Conrad Seidl/Der Standard/rondo/02/04/2010)

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10 Postings
Chris_SM
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Wäre ein Grund wieder mal hinzugehen

Ich muss gestehen, ich gehe viel lieber und auch viel öfter ins 7*. Ich fühle mich dort wohler, und die Preise sind auch weit moderater. Die Biere der Brewing Company, vor allem deren Ales und Stouts
und auch dieses Brombeer wären aber ein sehr guter Grund dort wieder mal hinzuschauen.

Ich finde ja die 7* Biere großartig, bedaure aber ein wenig, dass sie aufgehört haben zu "experimentieren".
Früher gab es ein Indian Pale Ale, und Monatsbiere.(wenn ich da etwa an das köstliche Weizenbier denke, dass es vor 2 oder 3 Jahren im Sommer gab.) Stattdessen gibt es jetzt sehr gute Saisonböcke, die sich mit Ausnahme des Rauchbocks nur minimal voneinander unterscheiden.

T. Lurker
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Interessant - muss ich probieren !

Lieber C. S.,

eine andere Frage, die "Ottakringer" hatte seinerzeit vor ca. > 10 Jahren auch ein Kirsch-Bier, das meiner - an sich - weitestgehend bier-abstinenten Freundin sehr gut schmeckte.

Warum (mangelnder Erfolg ?) wurde diese Schiene so schnell beendet bzw. gibt es bei anderen Brauereien in .at solche Konzepte ???

Danke - T.L.

farbwechsel
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murauer hat gerade mit dem preisel&bier losgelegt...

Chris_SM
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Das ist aber ein Radler.

Es gibt zwei Biere die ich nicht mag. Radler und alkoholfreies Bier...

Bierpapst
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Ottakringer Kirsch

Das war damals wirklich ein interessantes Bier. Und in den folgenden Jahren haben auch ein paar andere mit Biermischgetränken experimentiert, die nicht einfach Verdünnungen mit Limonade waren (etwa: Schleppe Erdbeer). Bei untergärigen Bieren funktioniert das allerdings nicht immer so gut.
Und Ottakringer hatte seinerzeit auch nicht wirklich vor, das langfristig anzulegen. Ich glaube, sie hatten einige hochwertige Einwegflaschen übrig, die sie mit einem hochwertigen Produkt füllen und verkaufen wollten, was ihnen auch wirklich gut gelungen ist.

bixente uhudla
 
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17.5.2010, 00:53

warum machen das die ottakringer nicht öfter,anstatt die stadt mit ottakriner hellen und goldfassel zuzuschütten?

könnten doch locker alle 2 monate mal ein spezialbier brauen.oder sehen sie da überhaupt keinen markt dafür...oder,noch schlimmer,ist die brauerei gar nicht darauf ausgelegt auch obergärige biere in grösseren mengen zu brauen(kann aber nicht so ein grosses logistischen problem sein,odr?)

Bierpapst
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17.5.2010, 11:03

Für eine Großbrauerei ist es tatsächlich nicht so einfach, Spezialitäten zu machen - schon gar solche, die mit einem anderen Hefestamm vergoren werden. Erstens ist das eine völlig andere Produktlinie (und damit zumindest teilweise auch eine andere Produktionslinie). Auch eine eigene Weissbierproduktion tun sich viele Brauereien aus diesem Grund nicht an.
Und zweitens ist die Vermarktung sehr spezieller Biere gerade für größere Brauereien schwierig: Erst wollen alle Gastro-Kunden das Bier haben. Und dann erwarten sie, dass es ihnen aus den Händen gerissen wird. Österreichische Gastronomen verstehen sich allerdings nicht als Bier-Verkäufer, sie bringen interessante Biere ihren Gästen nicht näher.
Auf diese Weise würde viel Bier verderben...

Chris_SM
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Was ich nicht verstehe ist,

warum alles Biere, die vom Märzen (weiter) abweicht in Ö kaum an den Mann zu bringen sind, bzw. von den Brauereien gar nicht forciert werden.

Am extremsten ist diese Tendenz bei BU-Heineken ausgeprägt.

bixente uhudla
 
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17.5.2010, 00:50

ich fürchte das ist eine "wos da bauer ned kenn,frisst er ned..." mentalität

...lustig, oder besser gesagt tragisch ist es dann, wenn leute ernsthaft und höchst kontroversiell darüber diskutieren welches der BU biere jetzt das bessere sei...

hio
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so toll können die im 1516 nicht mehr sein. im bierguide von 5 auf krüge runtergestuft. seitdem unsere büros in der wallnergasse sind, bin ich selbst nicht mehr so oft dort. mal sehen was dort abgeht

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