... mit Begleitung

29. März 2010, 10:47
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Wein gehört zum Essen, stellt Luzia Schrampf fest

Ob die Beschreibung "guter Speisenbegleiter" für einen Wein Adelsprädikat oder Vernichtung ist - daran scheiden sich die Geister in Österreich nicht. Die Übersetzung aus dem Weinspeak lautet: Der Saft schmeckt zwar sterbenslangweilig und nichtssagend. Aber gnadenhalber kann man vermerken, dass er wenigstens zum Essen nicht weiter auffällt.

Das Speisenbegleiter-Vorurteil entspringt der hiesigen Gewohnheit, Wein, vor allem solchen mit Anspruch, als Meditationsobjekt im Glas und völlig abgekoppelt vom Essen wahrzunehmen. In Italien, Spanien oder anderen (vor allem südlicheren) weinaffinen Ländern kommt dagegen die Flasche mit Schlag "Mahlzeit" ebenso selbstverständlich auf den Tisch, wie sie nach Beendigung der Nahrungszufuhr wieder verschwindet, selbst wenn es sich um Ehrfurcht gebietende Weine à la Barolo oder Brunello handelt.

Den "guten Speisenbegleiter" kann man bei nächster Gelegenheit ergo auch so interpretieren: Dieser Wein mit all seinen Aromen verpasst gleich mehreren Gerichten den richtigen Kick. (Luzia Schrampf/Der Standard/rondo/26/03/2010)

Empfehlenswertes zu Wein & Essen: www.beringer.com - Pairing Wine & Food (derzeit nur auf Englisch)

  • Ob die Beschreibung "guter Speisenbegleiter" für einen Wein 
Adelsprädikat oder Vernichtung ist?
    foto: derstandard.at

    Ob die Beschreibung "guter Speisenbegleiter" für einen Wein Adelsprädikat oder Vernichtung ist?

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