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Was sich im Laufe der Jahre an Krempel im Bücherregal ansammelt, offenbaren jene grauen Wintertage, an denen man das ewig, ewig hinausgeschobene Bücherregalsanieren und Entrümpeln dann doch endlich in Angriff nimmt. Immerhin ist draußen noch Schnee ohne Ende - und ab Tauwetter wird man wahrlich keine Zeit mehr haben für Indoor-Quack wie diesen.
Folgendes Szenario ist dabei unvermeidlich: Man sinkt zwischen labil-schwankenden Bücherstapeln und bereits im statischen Gleichgewicht der Kräfte angekommenen Schuttkegeln von Büchern nieder, um bereits vergessene oder verborgt geglaubte Freunde zu entstauben und wiederzubegrüßen. Man beginnt auch gern in ihnen zu blättern und schließlich zu lesen, was das Bücherregalsanieren empfindlich in die Länge ziehen kann.
Mehrere Stunden kostete zum Beispiel das Wiederauffinden eines sehr, sehr alten Exemplares. Es handelte sich um eine Lektüre, die zugegebenermaßen nicht allen großes Vergnügen bereiten dürfte. Mir aber schon. Denn das Rex=Kochbuch zur Haushalt=Conservierung von Obst, Gemüse, Kompott, Marmelade, Säfte, Moste, Pilze, Suppen, Fleisch, Fisch, Puddings in der 10. Auflage aus dem Jahr 1918 ist eine Kleinodie der Konservierungstechnologie.
Einkochen und Einrexen
Nicht zuletzt, weil sie geschrieben wurde, lang bevor Selbstversorgungsfundamentalisten und Zivilisationsabkehrprediger das Einkochen und Einrexen von Gürkchen und anderem zu einer Art Religion erklärten und für alle Nicht-Fundamentalisten irgendwie verdächtig machten.
Etwa zeitgleich mit dem Rex'schen Prachtstück geriet mir auch ein Buch jüngeren Datums wieder in die Hände, das sich grundsätzlich einem ähnlichen Thema widmet, vom 2004 hochbetagt verstorbenen britischen Selbstversorger-Guru John Seymour stammt und dennoch weitaus unsympathischer daherkommt. Weil eben fundamentalistisch, ausschließlich - und damit ziemlich vorgestrig.
Vieles darin ist zwar wirklich gut durchdacht, sehr gescheit und nützlich, ist ökologisch absolut sinnvoll und praktikabel. Doch die Ausschließlichkeit der gepredigten reinen Lehre eines Lebens wie "früher" ist kontraproduktiv und abzulehnen. Ich persönlich verweigere jedenfalls, meine großartige Waschmaschine gegen eine Waschrumpel zu tauschen, koche im Gegenzug aber gern besagte Gürkchen und noch vieles mehr ein. Soll doch jeder so tun und machen, wie er kann. Eine Mischwirtschaft hat sich immer noch als das fruchtbarste Prinzip erwiesen. Hauptsache, alle denken ein bisschen mehr darüber nach, wie man sinnvoll auf diesem herrlichen Globus wandelt, auf dass er herrlich bleibe. (Ute Woltron/Der Standard/rondo/12/02/2010)
Tipp
Die Welt wird nicht gerettet werden allein von jenen, die ihre Erdbeermarmelade selbst einkochen. Doch deren Welt wird sich in der Tat maßgeblich verbessern, wenn die kulinarischen Vorzüge so mancher sommers bereiteten Konserve winters offenbar werden. Das 1910 erstmals erschienene Rex-Kochbuch ist der Veteran unter den "Einmachlehren" und als solcher zu lesen. Es geht für jene, die es heute lesen, mehr um Prinzipien als um Einzelrezepte. Das Grünzeug steht im heurigen Jahr jedenfalls unter dem Motto Konservieren und möglichst langes Wertschöpfen aus dem Garten. Damit wir auch im nächsten Winter kraftvoll zubeißen können.
Bohne, Zucchini und Kürbis brauchen eine Stütze - Die ist ihnen der Gärtner, der im Mai ausreichend Rankhilfen aufstellt, weil das junge Gemüse sonst bald den Kopf hängen lässt
Jetzt ist der Moment, um Rosen an Land auf Pilzbefall zu untersuchen und für neue Seerosen ein passendes Gewässer zu finden
Die Eisheiligen stehen vor der Tür. Welches junge Gemüse trotzdem schon hinausdarf und was besser im Haus bleibt, weiß Gregor Fauma
Der Nachbar wird schön schauen: Wegen der Hortensien ums Hochbeet sieht er bald nicht mehr in Ihren Garten! Einige Anregungen, die zu Freude und Erfolg führen mögen.
Autochthone Pflanzen wie die Clematis können mit Frostattacken im April eh gut umgehen - Exotische Schönlinge brauchen halt momentan ein wenig mehr Aufmerksamkeit, weiß Gregor Fauma
Ein Hochbeet schont den Rücken, nicht das Geldbörsel - Es sei denn, man greift zu Hammer und Nägeln anstelle von großteils hässlichen Fertigsets, meint Gregor Fauma
Guter Dünger muss reifen wie Wein, aber bei einem Verschnitt aus Ästen und Gras kann man nachhelfen
Viel Platz unter der Sonne und reichlich Wasser will der Krautstiel - Er dankt's dem Beilagenesser mehrfach in einer Saison mit üppigen Ernten, weiß Gregor Fauma
Der Winterling will viel Wasser und lehmige Böden. Dafür revanchiert er sich früh im Jahr als sonniger Farbteppich auf dem fahlen Rasen, weiß Gregor Fauma.
Wie feucht und sandig mag's die Fragaria? Die Antwort auf genau diese Frage ist eine süße Denksportaufgabe, meint Gregor Fauma
Die Karotte keimt keineswegs schnell und duldet kaum Konkurrenz - Sie sollte schon früh und nur mit netten Nachbarn ins Beet, meint Gregor Fauma
Los geht's: Rasch das alte Laub aus den Gartenschlapfen beuteln und sofort draußen klären, was die Pflanzen bald schon brauchen werden
In Österreich sind 218 umweltgefährliche Herbizide zugelassen. Neben Landwirten gehen sie auch vielen Hobbygärtnern leicht von der Hand. Die Handelskette Bellaflora listet Pestizide aus
Ob nun der Garten als erweitertes Wohnzimmer dient oder das Wohnzimmer zum Garten umfunktioniert wird – kreative Gartenplaner liefern für jedes Bedürfnis das passende Konzept
Advent und Wohltätigkeit gehören zusammen. Charity im eigenen Garten ist, wenn man dem Lieblingsstrauch die (Schnee-)Last nimmt und alle Stauden stützt, meint Gregor Fauma
Wenn es nach den Prognosen der Blumenhändler und Gartenexperten geht wird es heuer verspielt im Garten
Solange die Böden noch nicht gefroren sind, heißt es: dick anziehen und großzügig sein mit Blumenknollen - Das freut natürlich auch den einen oder anderen Nager, der dafür selbstlos die Erde lockert
Im Dezember sind Gärtner Totengräber. Aber solche, die an Wiedergeburt glauben und dafür bereits schnittige Strategien haben.
Tropische Pflanzen wie die Engelstrompete wachsen auch in den südamerikanischen Bergen - Minusgrade, nur für kurze Zeit, machen sie sogar robuster, meint Gregor Fauma
Im Winter wächst nur Wut - Auf den Garten, der so viel Pflege braucht - Passt schon, meint Gregor Fauma, man hat ihn ja eh zum Fressen gern
Heute: Wir basteln uns eine einfache Welt mit Rankings - Das funktioniert natürlich auch mit dem eigenen Garten, meint Gregor Fauma und präsentiert die kultiviertesten Top Ten des Jahres 2012
Der Gewöhnliche Steinklee macht etwas Ungewöhnliches: Er faltet seine Blätter vor dem Schlafengehen, um uns den nächsten Tag zu versüßen - Womit, verrät Gregor Fauma
Für Gärtner ist der November ein Glücksspiel: Friert es, gibt es hohe pflanzliche Verluste zu beklagen - Auf Sicherheit spielende Outdoor-Experten setzen dagegen das herumliegende Laub einfach als Thermojacke ein - Eine warme Empfehlung von Gregor Fauma
Landschaftsarchitekten und Gartenfans aus aller Welt pilgerten nach Klosterneuburg. Anlass war die Prämierung der "best private plots 2012"
Schicht für Schicht abwechselnd Trocken- und Grünzeug übereinanderlegen: Das hat sich auch beim Komposthaufen bewährt - Faule Tricks von Gregor Fauma
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