Pflegeprodukte

Bergkameraden

5. Februar 2010, 11:13
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    Nivea

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    Lancaster

Sie sind so wichtig wie die wasserabweisende Skihose und die Fleece-Schicht unterm Anorak

Nun haben die urlaubenden StädterInnen eine Reihe brandneuer Sonnen- und Kälteschutzprodukte an den Backen.

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Rot werden kann man, wenn's richtig peinlich, richtig heiß oder richtig kalt ist. Im ersten Fall hilft Psychotherapie, im zweiten Abkühlung, im dritten Kosmetik. Der erste Fall ist uns jetzt zu kompliziert, der zweite zu einfach, der dritte - das kriegen wir hin. Die Bäckchen also, die sich durch direkten Kontakt mit kalter Luft in alpinen Höhen oder den Weiten der Tundra färben, tragen die einzige Röte, für die es praktische Abhilfe gibt: in Form von kosmetischem Sonnen- und Kälteschutz. Und bei zarten Städterwangen tut er besonders not. Denn in den Bergen bekommt man 80 Prozent mehr UV auf die Birne. Franz Greiter musste das am eigenen Leib erfahren, als er im ominösen Jahr 1938 den Piz Buin bestieg und sich einen ordentlichen Sonnenbrand holte. Es dauerte allerdings bis 1946, bis er das erste Sonnenschutzprodukt auf den Markt brachte.

Von Sonnenschutzfaktoren war er damals noch Lichtjahre entfernt. Die kamen dann in den 1960er-Jahren, als man ein paar lichtreflektierende Partikel in die Emulsionen einbrachte. Wir erinnern uns an das zahnpastaartige Gefühl beim Auftragen durch Mutters Hände und an den seltsam leichenhaften Teint, der auch den ganzen Tag über halten sollte. Lang ist's her. Heute berühmt sich die Marke Piz Buinmit dem sogenannten Helioplex-Lichtschutzkomplex in den Faktoren 6 bis 30 und ist mit den Creme- und Lippenpflegekombis auch besonders praxisnahe designt. Passt nämlich in jede noch so knappe dimensionierte Skihosentasche.

Schädliche Wirkungen der Sonne

Herr Greiter befand sich auf dem Sonnenschutzterrain bald in bester Gesellschaft, etwa jener der Sonnenschutzlinie von Nivea. Die "Sun"-Linie tut sich mit dem Vitamin-E-Zusatz in leichten Emulsionen hervor. Das verhindert die Austrocknung der Haut und schützt vor freien Radikalen. Gibt es natürlich bis Lichtschutzfaktor 50.

Wenn es um Feuchtigkeitspflege geht, tritt die Nobelkosmetik auf den Plan, den Lichtschutz hat sie schon länger im Visier. Shiseidoetwa beschäftigt sich seit den 1950er-Jahren mit den schädlichen Wirkungen der Sonne. Nicht nur gestörte Pigmentation, Faltenbildung und Hautkrebs gehen auf das Konto von UV, sondern auch ein geschwächtes Immunsystem. Nun, da die löchrige Ozonschicht immer mehr UV durchlässt, gilt in der Nobelkosmetik der Höhensonnenalarm auch im Alltag. Shiseido bringt aus diesem Grund die "Urban Environment UV Protection Cream"mit Feuchtigkeitskomplex, Antioxidantien und sattem Lichtschutzfaktor 30. Noch eine Fettschicht drüber, und schon taugt es auch in der Höh. Ähnliches gilt auch für die (Fast-Profi-)Linie von Yves Saint Laurent namens Top Secrets. Die "Daily Protective Make-up Base" mit Lichtschutz 30 wird mit einem Pinsel aufgetragen, der direkt auf der Tube steckt. Antioxidantien aus Lärchenknospen sollen schützen, als sofortiger Hautverschönerer funktioniert das Produkt sowieso.

Die "Grands Ecrans Solaires Visage" mit Lichtschutz 30 von Sisleysind Sonnenschützer in hoher Make-up-Qualität (und vier Farben) sowie Deckkraft und lassen sich von Schweiß nicht vertreiben. Sie schützen vor karibischer Sonne genauso wie auf dem Piz Buin. "Sensai Silky Bronze" legt noch ein wenig Anti-Aging drauf. Pfirsichkern- und Marillenextrakt, eine Mischung aus chemischen und physikalischen Filtern mit Faktor 30 und Pfirsichduft machen das Produkt zu einem angenehmen Bergkameraden, den man auch nach dem Urlaub nicht aufgibt.

Vitamincocktail

Damit die Bräune ein bisschen hält, hat Lancôme "Soleil Réconfort" für Gesicht und Körper entwickelt. Ein Vitamincocktail agiert gegen eventuell entstandene Schäden, ein leichter Selbstbräunungseffekt könnte die Bräune bis in die Sommersaison prolongieren.

Gegen die kurzwelligen, hautalterungs-verantwortlichen UV-Strahlen, hat sich Kiehl's das fotostabile Mexoryl eingekauft und in "UV Protective Suncare" (SPF 20, 30 und 50) eingearbeitet. Mit Anti-Aging beschäftigte man sich bei Lancaster. "Precious Sun" mit Faktor 30 funktioniert bei allen UV-Gelegenheiten von Saint-Tropez bis zum Himalaya. Eine besondere Rotbäckchenwarnung geht an hellhäutige Blondinen. Man erinnere sich an Renate Götschls Stopptafeln im Gesicht. Aber was - auch die Dunkelhaarigen erwischt es. Manche nur ein bisschen wie Marlies Schild, manche arg wie Alexandra Meissnitzer - wer sich erinnert. Besonders arg, wenn das Logo einer Wurstfirma am Stirnband über der Salamiröte leuchet. (Bettina Stimeder/Der Standard/rondo/05/02/2010)

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