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Heute haben die zwei jedenfalls zum zigsten Mal auf Krisenmodus geschaltet.
Wenn ich mich recht entsinne, so Bubi, habe ich mir fürs neue Jahr nur eines geschworen: Ich werde nicht den ersten Stein werfen. Über diesen Punkt ist Bubi jetzt wieder einmal hinaus. Die Schuld trägt natürlich der Dichterfürst. Warum Bubi und der Dichterfürst sich angeblich seit ewig freundschaftlich verbunden fühlen, weiß zwar niemand so genau. Aber schmeck's. Wahrscheinlich hat das mit durch dick und dünn und endlosen Nachmittagen während einer gemeinsamen Landjugend zu tun. Heute haben die zwei jedenfalls zum zigsten Mal auf Krisenmodus geschaltet.
Bubi zürnt. Der Dichterfürst habe nicht nur einen festen Klopfer, womit man bei so einem zwangsläufig rechne. Er sei zudem ein präpotenter Schnorrer. Nie wieder ein Wort von ihm, nie wieder ein Wort an ihn. Was ist geschehen, Bubi? Was geschehen ist?! Der Dichterfürst hat gesagt, ich sei ein Kleingeist. Bloß weil ich gemeint habe, dass es schön wäre, wenn die Motorsäge, die ich ihm geliehen habe, damit er endlich seine blöden Thujen wegputzt, bald einmal zu mir zurückwachsen würde - und zwar sauber und aufgetankt. Eine ernste Sache. Bei Werkzeug hört sich der Spaß auf. Was Bubi als grober Klotz nicht wissen und der Dichterfürst als etwas sehr heimlich um Hilfe flehendes Sensibelchen nicht zur Sprache bringen kann: Beide warten auf ein Wort des anderen. So wie jedes Jahr werden sie irgendwann gemeinsam die fürstlichen Gärten verwüsten. Es kommt nur darauf an, wer als Erster durstig wird. Durst entsteht immer, wenn Männer Sachen kaputtmachen dürfen. Baum fällt. Happy End. (Christian Schachinger, Rondo, DER STANDARD, 29.01.2010)
Dichterfürst und Bubi sind grantig - Dabei wollte man den von den Frauen verordneten gemeinsamen Urlaub besprechen
Nur eine einsame Motorsense stemmt sich gegen die Idylle und schneidet Dissonanzen in den Frieden
Um Himmels willen, keine Blumen! Blumen sind für Leute mit wirklichem Dreck am Stecken
Bubi bemüht sich seit zehn Jahren auf der Beliebtheitsskala im Betrieb endlich vom vorletzten auf den letzten Platz abzurücken
Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass Rotwild interessanterweise Grün gut sieht und die Waidmänner besser Braun tragen sollten
Frostschäden, Heizungspumpen, geplatzte Leitungen oder im Warmwasserbehälter schwimmende Eisberge - Der Beginn der Sommersaison im ländlichen Elend
Eiseskälte, quängelnder Nachwuchs und ein Funkloch werden für den Dichterfürsten zur Zerreißprobe
London wird im Jahresrhythmus immer noch unausstehlicher, dachte der Dichterfürst
Man könnte anmerken, dass Männer im Bestreben, ihr Leben möglichst kompliziert zu gestalten, auf gute Erfolgsaussichten verweisen können
Die schlechte Laune schaukelt sich im morgendlichen Kontakt mit anderen Leuten draußen vor dem Bett weiter hoch
Auch die gute alte Midlife-Crisis scheint heute weit nach vorn verlagert
Mit dem Auto einkaufen gehen und Plastiksackerln sparen kriegt man aus einem Landei nicht so schnell raus
So fix ist das mit Schlussausfertigendenull ohnehin nicht, weil allein auf der Nordhalbkugel unseres Planeten die Sonnenwende an insgesamt zwei Tagen stattfindet
Sexsucht manifestiert sich beim jungen Mann gewöhnlich dadurch, dass er außer Igeln und Schlangen im Wesentlichen alles geil findet - Später legt sich das
Es geht um jene Werke unbekannter Autoren aus ferneren Weltgegenden, die sich über Monate anhäufen und plötzlich vulgärpsychologischen Sinn ergeben
Rauchenaufhören ist nicht schön - Wirklich schlimm wird es dann, wenn man nicht selbst mit dem Rauchen aufhört
Der Dichterfürst schob sich mit den Kindern noch bei Tageslicht durch Menschenmassen, die offenbar betrunken waren, weil sie zu viel Zimt inhaliert hatten
Am besten schon am Nachmittag in der Arbeit den Hut draufhauen und zum Wirt gehen, meint der Dichterfürst
Die Freiheit, das Internet nicht zu nützen, sollte aber gratis zu haben sein
Wenn es kalt wird, weiß man wieder, warum man mit 18 aus dem Dorf geflüchtet ist - Kolumne von Christian Schachinger
Warum lache ich immer, wenn mir gerade etwas Schreckliches passiert? Ist das Galgenhumor? - Kolumne von Christian Schachinger
Am Freitag gibt's Fisch mit viel Gemüse, am Samstag was schnelles Vegetarisches - aber am Sonntag wäre endlich etwas Gescheites zum Essen recht
Dürfen's auch blaue statt durchsichtiger Klarsichthüllen auf den Heften sein, fragt ein besorgter Vater...
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