"Ein Akt der Rebellion"

11. Dezember 2009, 11:06
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Seine Mode sei das Ergebnis seiner Herkunft, sagt der amerikanische Designer Thakoon

DER STANDARD: Die derzeit erfolgreichsten jungen Designer in den USA haben einen asiatischen Hintergrund. Ist das reiner Zufall?

Thakoon: Ich denke nicht. Unsere Eltern immigrierten in dieses Land und wollten, dass ihre Kinder erfolgreich sind. Sie wollten, dass sie respektable Berufe ergreifen, Anwälte oder Ärzte werden. Designer zu werden ist ein Akt der Rebellion.

DER STANDARD: Wird einem als einem Kind von Immigranten beigebracht, dass man mehr leisten müsse als andere, um erfolgreich zu sein?

Thakoon: Das kann sein. Ich bin ein Arbeitstier. Ich denke eigentlich 24 Stunden am Tag an meine Arbeit.

DER STANDARD: Gibt es ästhetische Gemeinsamkeiten?

Thakoon: Höchstens unsere große Wertschätzung der handwerklichen Grundlagen der Mode. Meine eigene Mode ist das Ergebnis meiner Herkunft. Mein Gespür für Weiblichkeit hat mit meinen Thai-Wurzeln zu tun. Die Sportswear-Einflüsse kommen von meinem amerikanischen Umfeld.

DER STANDARD: Sind asiatische Designer flexibler, was die kommerzielle Seite des Geschäfts anbelangt?

Thakoon: Mode wird für mich in erster Linie von ihrer Funktion definiert. Mode muss tragbar sein. Kein Designer kann es sich heute mehr erlauben, von geschäftlichen Dingen keine Ahnung zu haben.

DER STANDARD: Neben London ist New York derzeit das interessanteste Pflaster für junge Designer. Warum?

Thakoon: Neuen Talenten wird hier eine ungeheure Aufmerksamkeit entgegengebracht. Die Designer hel-fen einander. New York ist ein kreatives und geschäftliches Mekka. Hier tut sich mehr als in jeder anderen Stadt. (hil/Der Standard/rondo/11/12/2009)

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    In Thailand geboren, in Nebraska aufgewachsen: Seit Thakoon Panichgul Michelle Obama einkleidete und in der Modedoku "September Issue" auftrat, ist er in New York ein Star.

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