Legendär ist gar kein Ausdruck

29. November 2009, 17:00
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    foto: apa/epa/martial trezzini

    Der mythische Romanée-Conti, der auf einer winzigen Lage, auf gerade einmal 1,8 Hektar, im Herzen der Vosne-Romanée angebaut wird.

Warum Romanée-Conti so einzigartig ist

Auch wenn es viele behaupten: Dass die Weine der Domäne Romanée-Conti wirklich die besten Burgunds sind, ist umstritten. Es ist aber auch unwichtig. Denn unumstritten ist, dass sie zu den besten und teuersten der Welt gehören. Gleich sieben verschiedene Grands Crus - wie die besten Lagenbezeichnungen Burgunds heißen - werden von der Domäne produziert. Herausragend unter ihnen: der mythische Romanée-Conti, der auf einer winzigen Lage, auf gerade einmal 1,8 Hektar, im Herzen der Vosne-Romanée angebaut wird.

Während man sich die anderen Weinberge, wie in Burgund üblich, mit anderen Winzern teilt, ist Romanée-Conti allein im Eigentum der Domäne gleichen Namens, welches wiederum von einem seiner Besitzer, Aubert de Villaine, geleitet wird. Dass das alles ziemlich verwirrend ist, gehört zum Wesen des Weinbaus in Burgund. Schon im 13. Jahrhundert teilten Zisterzienser-mönche das Gebiet nach Qualität der Weinberge ein. Jahrhunderte an Erbfolgen und -streitereien taten das Ihre, um aus dem Weinbaugebiet den Fleckerlteppich an Böden und Besitzrechten zu machen, dem es heute gleicht.

6000 Flaschen

De Villaine gilt als stiller, bescheidener Gentleman des Weinbaus, dessen Aussagen in der Welt des Weines viel Gewicht haben. Unlängst war er im Wiener Palais Coburg zu Gast. Im Rahmen der Coburg Wine Open '09 moderierte er ein Abendessen, dessen Weine aus verschiedenen Weinen und Jahrgängen der Domäne (von 1934 bis 1990) bestand. Den 1934er-Romanée-Conti hatte selbst de Villaine in seinem Leben nur zweimal verkostet - man darf sich also nicht wundern, dass jeder der Gäste bereit war, für den Abend einen Preis zu zahlen, für den man in anderen Regionen der Welt auch einen ganzen Weinberg bekäme.

Selbst für noch so viel Geld ist es heute fast unmöglich, einen Romanée-Conti im Handel zu erstehen. Die jährliche Produktion der Lage beläuft sich auf 6000 Flaschen und ist meistens im Voraus ausverkauft. Vergleicht man das mit einem der berühmtesten Weine Bordeaux' - z. B. Château Lafite Rothschild mit 100 Hektar, 200.000 Flaschen - merkt man schnell, dass es tatsächlich Welten sind, die diese "Top-Players" unter den französischen Weingütern trennen.

Erdige Angelegenheit

Während sich Bordeaux schon im Laufe des 19. Jahrhunderts internationalisierte, als es begann, seine Position als Hafenstadt am Atlantik für den Handel mit Amerika und England auszunutzen, und viele seiner Châteaux in den Besitz von Deutschen, Holländern und Engländern gerieten, blieb der Weinbau in Burgund eine bodenständige, ja erdige Angelegenheit.

Es ist diese Erdverbundenheit, auf die die Burgunder besonders stolz sind und die den Winzern ein gewisses Gefühl der Überlegenheit verleiht. Jedes Mal, wenn die Gefahr eines Aufkaufs von außen drohte, standen die großen burgundischen Weinbaufamilien Schulter an Schulter, um diesen abzuwehren.

Es ist diese Erdverbundenheit - im Zusammenspiel mit der Überschaubarkeit der Anbauflächen -, die eine Domäne wie Romanée-Conti dazu veranlasst, ihre gesamten Weinberge nach dem Prinzip der Biodynamik und mit Händen und Pferden statt mit Maschinen zu bearbeiten. (Der Standard/rondo/27/11/2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 37
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Dr. Lari and Mr. Fari
 
00
1.12.2009, 16:37
Fehlt noch ein bisserl was:

Eine Einzellage im Besitz eines Produzenten heißt "Monopollage".

Biologische oder biodynamische Wirtschaft ist im Burgund schon recht weit verbreitet. DRC war aber dort jedenfalls Vorreiter mW; der Anführer dieser Fraktion in F ist natürlich Nicolas Joly von der Loire. Ein älterer (weißer!!) Clos du Coulèe de Serrant ist ein Gedicht...

Auf einem Kongreß habe ich einen Physiker kennengelernt, der für burgundische Weingüter (er sagte natürlich nicht, welche, aber alles Bio-Güter) auf höchst technische Weise Bodenanalysen macht, u. a. vor Ankauf neuer Parzellen.

Es ergänzt sich immer alles...

Terence Lennox
00
2.12.2009, 17:53
joly hat für mich..

..wahnsinnig unterschiedliche qualitäten. der 2002er war gigantisch gut. der 2005er miserabel. der 2003er langweilig. das macht ihn unberechenbar..

clyde barrow
00
1.12.2009, 16:59
versteh ich nicht, das posting.

ist da eine versteckte message drin?

Lethawae
01
1.12.2009, 21:11

Du musst es auf eine Schellack sprechen und dann rückwärts abspielen.

Dr. Lari and Mr. Fari
 
00
1.12.2009, 19:11
es sind DREI oder eigentlich vier messages drin, oh Wunder:

1) weit oben im Artikel hätteman viel Herumschreiberei sparen können, wenn man den Begriff "Monopollage" verwendet hätte

2) DRC sind bei weitem nicht die einzigen Biodynamiker im Burgund - und der biodynamische Oberguru NJ macht aus einem nicht weißgottwie großartigen Gebiet und Traube (Chénin blanc) tolle Weine, wird also mit seiner Methode recht haben

3) DRC setzt auf Biodynamik (also sozusagen contra-tech) im Weingarten, aber sehr wohl auf high-tech für die Basis...

clyde barrow
00
2.12.2009, 03:52
aha.

1) da hätt man dann halt noch zusätzlich monopollage erklären müssen (allerdings nicht ihnen, weil sie kennen ja offensichtlich den ausdruck)

2) "oberguru NJ" hat eine der besten lagen überhaupt, in einem der besten weißweingebiete der welt

3) versteh kein wort

Dr. Lari and Mr. Fari
 
00
2.12.2009, 09:25
sicher nicht eines der besten WW-Gebiete der Welt.

Sicher ein gutes, und man kann dort mit Geduld und Spucke viel herausholen.

clyde barrow
00
2.12.2009, 13:15
garantiert eines der besten.

und wer jolys weinberg gesehen hat, weiß auch von was die rede ist.

Terence Lennox
00
2.12.2009, 17:56
sicherlich..

..nicht eines der besten. eines der interessantesten sicherlich..

http://www.captaincork.com/Coulee-de... -2002-2006

clyde barrow
00
3.12.2009, 09:23
was soll der link bestärken?

ich bleib dabei: eines der besten weißwein-gebiete der welt und eine unglaubliche, einzigartige lage, die seit dem 12. jahrhundert bepflanzt wird.

Terence Lennox
00
3.12.2009, 10:53
klimatisch..

..gefährliches land. es ist eine randlage, die bestenfalls interessant sein kann. selbst joly nennt seine gegend nicht ideal. ich glaube also dem winzer..

clyde barrow
00
3.12.2009, 14:57
natürlich sagt er das,

weil es seine arbeit aufwertet. in wirklichkeit ist die lage so gut, dass man sich anstrengen müsste, um hier keinen guten wein zu machen.

Terence Lennox
00
3.12.2009, 18:36
ok..

..ich passe, war selbst dort, habe meine eigene einschätzung, mache auch wein, glaube dem winzer, nehme ihre einschätzung zur kenntnis, auch wenn jede art grund fehlt..

clyde barrow
00
4.12.2009, 06:45
die lage ist so gut,

dass wahrscheinlich sogar sie dort guten wein machen könnten. ;-)

tramezzino
00
1.12.2009, 17:25

die message lautet: die franzosen sind schon relativ weit in sachen biodynamische weine, nur hängen sie das nicht an die große glocke. schätze, dass es in spätestens 15 jahren auch bei uns standard sein wird.

Dr. Lari and Mr. Fari
 
00
1.12.2009, 22:51
Der Umathum macht das auch schon seit 2003 oder so.

Allerdings redet er nicht nur von diversen Biodüngern und Brennessel- oder Kamillenteespirtzungen (was ja alles durchaus logisch argumentierbar ist), sondern behauptet, daß er beim Auflösen der "Substanz 500" oder so ähnlich (Kuhmist im Kuhhorn gereift - also ein chemisch überprüfbarer guter Stickstoff- und Kalziumlieferant), spürt, daß plötzlich die Kräfte des Kosmos ins Düngerfassl einschießen. Das ist, mit Verlaub, spinnert.
Und er ist ziemlich böse geworden, als ich ihn gefragt habe, ob er dafür von der NASA zertifiziert worden ist.
So viel Humorlosigkeit zeugt von einer üblen Obsession.

Terence Lennox
00
2.12.2009, 17:58
naja..

..das alter macht die menschen seltsam...

clyde barrow
00
2.12.2009, 13:16
;-)

Michael B
00
30.11.2009, 11:26
Ich würde es mir gerne leisten können, solche Weine einmal in einer Blindverkostung

mit Spitzen-Kostern gegen "anonyme" Top-Weine antreten zu lassen.

Dr. Lari and Mr. Fari
 
00
1.12.2009, 16:20
Das wurde ja schon oft gemacht, und natürlich ist DRC nicht immer GANZ vorne,

aber immer SEHR weit vorne...

tramezzino
00
30.11.2009, 09:25
einmal im leben

ein glas vom la tache trinken...

den petrus habe ich schon hinter mir ;-))

docw
10
30.11.2009, 20:18

boshaftigkeit liegt mir fern,aber ich möchte ihnen dennoch kundtun,dass ich letztens einen 97-er und einen tag später einen 96-er obigen weines getrunken habe. geteilt habe ich nur mit meiner frau. es war einfach köstlich,aber nach meinem geschmack habe ich schon besseres getrunken.

tramezzino
00
1.12.2009, 08:46

einerseits frisst mich der neid, andererseits bin ich etwas beruhigt, da ich offensichtlich keine geschmacksexplosion verpasst habe. mein bisher bester (natürlich rein subjektiv) war ein 88er latour, dicht gefolgt von den frischen 95ern sassicaia und tignanello sowie dem 97er singerriedel (ebenfalls gleich nach erscheinen geöffnet).

el hottino
00
9.12.2009, 19:26
btw

schon mal den 2001 casanova di neri cerretalto gekostet? ein gedicht, kann ich sehr empfehlen...

obwohl a bissi frisst mich auch der neid, wenn ich die postings hier so sehe...

pawlow`s hund lässt grüssen... *sabber*

tramezzino
00
10.12.2009, 08:54

nein, kenne ich (noch) nicht. der 2001er jahrgang wird/wurde übrigens total unterschätzt.

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