Wein im Gerede

Wie wird er?

7. November 2009, 16:00
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    foto: photodisc

    2009 war im Großen und Ganzen recht prächtig, wenigstens bis zum Wintereinbruch Mitte Oktober.

Luzia Schrampf spekuliert über den Wein-Jahrgang 2009

"Wie wird er denn der neue Wein-Jahrgang?" lautet des Weinfreaks Lieblingsfrage im Herbst. Persönliche Eindrücke, Gelesenes und Gehörtes prallen aufeinander. Gewürzt wird das Ganze mit Aussendungen verschiedenster Wein-Involvierter, die vor allem den Eindruck hinterlassen, dass selbst einer Sintflut Positives abzugewinnen ist, und gerade dadurch - zuweilen berechtigt, dann wieder nicht - Zweifel hervorrufen.

Jahre an gut und schlecht festzumachen, ist nicht besonders sinnvoll. Der Witterungsverlauf gibt maximal Rahmenbedingungen vor: So werden in heißeren Jahren tendenziell säureärmere Weine entstehen. Fehlt die Sonne, oder ist es zu kühl, werden Alkoholgradationen nicht ins Überdrüber steigen. Zum täglichen Brot eines Winzers gehört es nun, mit Unbilden oder auch "Bilden" des Wetters, mit Weingarten, Rebsorte usw. zu hantieren. Dann wird über den Lesezeitpunkt entschieden und darüber, was man dem vergorenen Saft noch angedeihen lässt. In manchen Jahren ist es sehr leicht, gute Entscheidungen zu treffen, in anderen gehört besonderes Fingerspitzengefühl dazu.

Keine ultraheißen Bedingungen

Voraussetzungen für reifes, gesundes Ausgangsmaterial sind z. B. keine ultraheißen Bedingungen - die Rebe mag es gemäßigt -, Regen, wenn der Stock gerade ein bisschen Durst hat und ein trockener Herbst mit viel Sonne. Weniger gut sind Kälte zur Blütezeit Anfang Juni, oder Hagelstürme, die heuer am Wiener Nussberg und in Teilen der Steiermark große Schäden anrichteten. Dauerregen und danach feuchtwarme Bedingungen sind ideal für Pilze - nicht für Rebstöcke, die dann von den Erstgenannten befallen werden.

2009 war im Großen und Ganzen recht prächtig, wenigstens bis zum Wintereinbruch Mitte Oktober. Angesichts dieser Wetterwendungen sind Propheten und andere Hellseher gern bereit, schwarzzusehen. Demgegenüber ist zu konstatieren, dass etwa 90 Prozent aller Trauben eingebracht waren, weil es ein "frühes Jahr" war, und dass Kälte über kurze Perioden oder Feuchtigkeit, die rasch auftrocknet, meist wenig Schaden anrichtet. Aber selbst wenn es bis zur Lese ideal war, kann es der Mensch dann immer noch "verbocken".

Das Fazit 2009: Auch heuer wird ein Wein sein. Die äußeren Umstände waren gar nicht schlecht, mit einigen Abstrichen, sodass viele, gute Entscheidungen getroffen werden konnten. Ob man den Wein tatsächlich auch mag, wird man wie jedes Jahr wieder selbst probieren müssen. (Luzia Schrampf/Der Standard/rondo/06/11/2009)

Kommentar posten
14 Postings
Terence Lennox
00
8.11.2009, 23:35
völliges gelaber, sorry..

..2009 wird weltweit ein sehr guter jahrgang, mancherorts hat das kleinklima negative einflüsse wirken lassen. sonst nur freude (mit einigen kleinen abstrichen). fast ein 1990..

tramezzino
10
8.11.2009, 16:22
der junker

ist schon einmal sehr gut (ok, das sit noch kein fertiger wein aber eine gelungene marketingtradition).

winzer sagen mir: die rotweine werden sehr gut, sehr rafiniert und nicht so marmeladig wie 2003.

uni versalis
00
9.11.2009, 00:08
junker und gut, ist für mich schon einmal inkompatibel..

junker sind reines marketing, damit schon einmal im erntejahr geld in die kassen gespült wird. aus kaufmännischer sicht natürlich vollkommen zu verstehen. selten habe ich aber was interessantes (ob aus der stk. oder pendants die es mittlerweile fast überall gibt) probiert.

königsläuferGambit
00
9.11.2009, 09:48

Probierens den Schilcher-Jinker!

Michael Holzermayr2
00
9.11.2009, 12:28
Den kenn ich nicht,

aber der Schulcher-Junker war sauer.

tramezzino
00
9.11.2009, 08:51

der junker erhebt ja nicht den anspruch, ein "fertiger" wein zu sein. normalerweise ist er noch mostig und resch. genau richtig zu schmalzbrot und kastanien. er muss nicht bei blindverkostungen brillieren, dazu ist er nicht da.

uni versalis
00
9.11.2009, 12:26
stimme zu, den schmalzbrot & kastanientipp werde ich

ausprobieren, am besten im passenden rahmen in leutschach oder so :)

na nur weil sie schrieben "der junker ist schon einmal sehr gut", aber ich versteh schon was sie meinten.

ps: übrigens rot ist nicht von mir.

Nah&Frisch
10
8.11.2009, 21:42
... hatte gerade dieses Wochenende Gelegenheit


bei einer Verkostung einige Junker verschiedener Produzenten zu probieren.

In der Mehrzahl war der erste Eindruck dieser Weine, daß sie ziemlich unkonzentriert (wässrig) und wenig duftig waren, also, zumindest für mich persönlich eine echte Enttäuschung.

tramezzino
00
9.11.2009, 08:53

hatte am we drei verschiedene junker probiert: heinrich, sabathi und wippel. ich war mit allen 3en zufrieden, wobei der von sabathi schon etwas junkeruntypisch war (schon sehr nahe am "echten" wein, duftig, kein most im anklang, relativ fein und kräftiger in der farbe).

königsläuferGambit
00
8.11.2009, 17:20

Andere als sterische Jungweine dürfen nicht als Junker bezeichnet werden.

tramezzino
00
9.11.2009, 13:46

weils eine steirische marketingplattform ist und die bezeichnung geschützt ist...

der "junge wiener" ist vom typus her nichts anderes.

tramezzino
00
9.11.2009, 08:49

nicht jeder steirische jungwein ist auch ein junker...

Michael Holzermayr2
00
9.11.2009, 12:29
und nicht jeder Junker ist ein

steirischer Jungwein.

königsläuferGambit
00
9.11.2009, 09:47

Stimmt, ward aber auch nicht behauptet.

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