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Die Krönung jeder Gerümpelgstetten - die sogenannte "Barrön".
Eine der wichtigsten Stellen des Gartens ist der gut verborgene Ort, an dem sich das Gerümpel stapelt.
Möglichst viel sollte es sein, weil wenig heilsamer ist als geeignetes Gerümpel, wenn das Fieber der Kreation neuer Konstruktionen über den Gärtner kommt, oder wenn schlichtweg irgendetwas zu reparieren ist.
Unter Gerümpel ist zu verstehen: Bretter und Pfosten jedweder Provenienz, Seile und Drähte aller Längen und Dicken, unterschiedliche Gitter und Gitterroste, eine große Anzahl ausrangierter Kübel diversen Fassungsvermögens, das obligate und im Idealfall unerschöpfliche Sortiment von Töpfen.
Unerlässlich in der Gerümpelabteilung sind natürlich des weiteren alte Schöpfer und Siebe für die Jauchen, Stäbe, Stöcke, Haselnussstecken für die Pflanzenstütze, allerlei Scharniere und andere Metallkleinteile für Eventualitäten wie Ziegenställe und ähnliches, sowie Eisenbahnschwellen, noch nicht zur Verwendung gekommene Steinplatten.
Und - die Krönung jeder Gerümpelgstetten - die sogenannte "Barrön".
Gut möglich, dass Sie sich darunter jetzt wenig vorstellen können, um nicht zu sagen, keine Ahnung haben, was das sein könnte:
Raummaßeinheit von Rohöl
Barrön ist die ländlich eingeösterreichischte freie Übersetzung des englischen Wortes "Barrel" und bedeutet einfach "Fass". Dass die Bezeichnung Barrel gegenwärtig als Synonym für die Raummaßeinheit von Rohöl den weitaus größeren Bekanntheitsgrad hat, ist eine mit Sicherheit vorübergehende Erscheinung eines umwelttechnisch unglückseligen Zeitalters, doch ich schweife ab.
Das Fass selbst hingegen ist ein Gegenstand für die Ewigkeit, mit all den ihm innewohnenden, so gut wie unendlichen Verwendungsmöglichkeiten. Viel stimmiger als beispielsweise Erdölprodukte nimmt sich etwa im simpelsten Fall das darin aufgefangene Regenwasser aus. Es lassen sich Seerosen in alten Fässern pflanzen und sommers Goldfische darin halten.
Umgedreht und mit allerlei raffinierten Einbauten versehen, die durch experimentelles Tun optimiert werden müssen, kann man darin Forellen räuchern.
Quergelegt, mit zwei Steinen fixiert und einem darüber gelegten Brett wird das Fass ganz einfach zu einer grandiosen Kinderschaukel für zwei. In Ringe geschnitten und eingegraben, kann ein Fass viele kleine abgegrenzte Rabatten samt Wurzelsperre werden. Man kann es zu Grillgelegenheiten umrüsten und Feuerchen darinnen heizen.
Der Gerümpelhaufen samt Barrön ist der Hort kreatürlicher Freude. Er spart viele Fahrten zu Baumärkten. Altes Zeug wird in neue Kreisläufe geschleust und bekommt neue Verwendungszwecke. So soll es sein. (Ute Woltron/Der Standard/rondo/23/10/2009)
Tipp
Nur noch bis 1. November ist im Bozener Museum für moderne und zeitgenössische Kunst Museion die Ausstellung der Südtirolerin Carmen Müller mit dem Titel "Notizen aus Gärten" zu sehen. Wer sich noch keine rechte Vorstellung davon machen kann, wie das mit dem Gerümpel und seiner Wiederverwendung im Freien funktionieren kann, muss entweder eilends dorthin, oder kauft sich den zur Ausstellung erschienenen Katalog gleichen Titels: Die Künstlerin und Gärtnerin hat unzählige elegante, skurrile und originelle, in jedem Fall aber praktische Beispiele eben dieses nur altmodisch wirkenden, aber hochmodernen Bemühens fotografisch dokumentiert und mit eigenen Arbeiten ergänzt. Sehr inspirierend und - ja - auch berührend. (Folio Verlag, EURO 25,- ).
Bohne, Zucchini und Kürbis brauchen eine Stütze - Die ist ihnen der Gärtner, der im Mai ausreichend Rankhilfen aufstellt, weil das junge Gemüse sonst bald den Kopf hängen lässt, weiß Gregor Fauma
Jetzt ist der Moment, um Rosen an Land auf Pilzbefall zu untersuchen und für neue Seerosen ein passendes Gewässer zu finden
Die Eisheiligen stehen vor der Tür. Welches junge Gemüse trotzdem schon hinausdarf und was besser im Haus bleibt, weiß Gregor Fauma
Der Nachbar wird schön schauen: Wegen der Hortensien ums Hochbeet sieht er bald nicht mehr in Ihren Garten! Einige Anregungen, die zu Freude und Erfolg führen mögen.
Autochthone Pflanzen wie die Clematis können mit Frostattacken im April eh gut umgehen - Exotische Schönlinge brauchen halt momentan ein wenig mehr Aufmerksamkeit, weiß Gregor Fauma
Ein Hochbeet schont den Rücken, nicht das Geldbörsel - Es sei denn, man greift zu Hammer und Nägeln anstelle von großteils hässlichen Fertigsets, meint Gregor Fauma
Guter Dünger muss reifen wie Wein, aber bei einem Verschnitt aus Ästen und Gras kann man nachhelfen
Viel Platz unter der Sonne und reichlich Wasser will der Krautstiel - Er dankt's dem Beilagenesser mehrfach in einer Saison mit üppigen Ernten, weiß Gregor Fauma
Der Winterling will viel Wasser und lehmige Böden. Dafür revanchiert er sich früh im Jahr als sonniger Farbteppich auf dem fahlen Rasen, weiß Gregor Fauma.
Wie feucht und sandig mag's die Fragaria? Die Antwort auf genau diese Frage ist eine süße Denksportaufgabe, meint Gregor Fauma
Die Karotte keimt keineswegs schnell und duldet kaum Konkurrenz - Sie sollte schon früh und nur mit netten Nachbarn ins Beet, meint Gregor Fauma
Los geht's: Rasch das alte Laub aus den Gartenschlapfen beuteln und sofort draußen klären, was die Pflanzen bald schon brauchen werden
In Österreich sind 218 umweltgefährliche Herbizide zugelassen. Neben Landwirten gehen sie auch vielen Hobbygärtnern leicht von der Hand. Die Handelskette Bellaflora listet Pestizide aus
Ob nun der Garten als erweitertes Wohnzimmer dient oder das Wohnzimmer zum Garten umfunktioniert wird – kreative Gartenplaner liefern für jedes Bedürfnis das passende Konzept
Advent und Wohltätigkeit gehören zusammen. Charity im eigenen Garten ist, wenn man dem Lieblingsstrauch die (Schnee-)Last nimmt und alle Stauden stützt, meint Gregor Fauma
Wenn es nach den Prognosen der Blumenhändler und Gartenexperten geht wird es heuer verspielt im Garten
Solange die Böden noch nicht gefroren sind, heißt es: dick anziehen und großzügig sein mit Blumenknollen - Das freut natürlich auch den einen oder anderen Nager, der dafür selbstlos die Erde lockert
Im Dezember sind Gärtner Totengräber. Aber solche, die an Wiedergeburt glauben und dafür bereits schnittige Strategien haben.
Tropische Pflanzen wie die Engelstrompete wachsen auch in den südamerikanischen Bergen - Minusgrade, nur für kurze Zeit, machen sie sogar robuster, meint Gregor Fauma
Im Winter wächst nur Wut - Auf den Garten, der so viel Pflege braucht - Passt schon, meint Gregor Fauma, man hat ihn ja eh zum Fressen gern
Heute: Wir basteln uns eine einfache Welt mit Rankings - Das funktioniert natürlich auch mit dem eigenen Garten, meint Gregor Fauma und präsentiert die kultiviertesten Top Ten des Jahres 2012
Der Gewöhnliche Steinklee macht etwas Ungewöhnliches: Er faltet seine Blätter vor dem Schlafengehen, um uns den nächsten Tag zu versüßen - Womit, verrät Gregor Fauma
Für Gärtner ist der November ein Glücksspiel: Friert es, gibt es hohe pflanzliche Verluste zu beklagen - Auf Sicherheit spielende Outdoor-Experten setzen dagegen das herumliegende Laub einfach als Thermojacke ein - Eine warme Empfehlung von Gregor Fauma
Landschaftsarchitekten und Gartenfans aus aller Welt pilgerten nach Klosterneuburg. Anlass war die Prämierung der "best private plots 2012"
Schicht für Schicht abwechselnd Trocken- und Grünzeug übereinanderlegen: Das hat sich auch beim Komposthaufen bewährt - Faule Tricks von Gregor Fauma
in den Boden ein paar nicht zu große Löcher stanzen, dann zuerst ca 20 cm groben Schotter rein, darauf 10 cm gepreßten Baumschnitt, dann 50 cm Erde und nun eine Saatkartoffel setzen. Nach dem Austrieb ca 25 cm hoch werden lassen und alles bis auf ca 10 cm Spitze mit Erde zuschüttten. Weiter wachsen lassen und das Spiel so lange wsiederholen, bis man noch einen ca 15 cm hohen Faßrand hat. Dann je nach Sorte warten bis zum Ausreifen. Zum Ernten Faß auf Plane kippen, ausleeren --> ergibt ca 20 - 25 kg eigene Patati. So kann man in kleinstem Garten/Balkon sogar mehrere Sorten ziehen - einfach geil!
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