Bier im Gerede

Erfolg in Parma

04. September 2009 17:00
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    Foto: der standard

    Passt im Übrigen hervorragend zu Parmaschinken.

In Italien traf Conrad Seidl einen kleinen Brauer mit großer Perspektive

Um in Parma erfolgreich zu sein, erzählte mir Manuel Piccoli, müsse man schon immer erfolgreich gewesen sein. Hier wisse man aus Erfahrung, was gutes Essen und gutes Trinken ist - als Newcomer mit einem neuen Produkt hätte man eigentlich gar keine Chance, von der wählerischen örtlichen Bevölkerung gekauft zu werden. Oder auch nur von den lokalen Gastronomiebetrieben und Lebensmittelgeschäften gelistet zu werden. Noch dazu, wenn das neue Produkt ein Bier ist. Davon wissen viele Italiener nur, dass es hell und kalt, leicht alkoholisch und kulinarisch ziemlich uninteressant ist. So war das in unserem südlichen Nachbarland vorhandene Bierangebot tatsächlich bis vor ein paar Jahren.

Aber Manuel gehört zu der aufstrebenden Gruppe kleiner Brauer, die dem Einheitsgeschmack etwas entgegensetzen wollen. Kräftige Biere mit kräftigem Geschmack. Gebraut werden sie in Roncole Verdi, die kleine "Birrificio del Ducato" ist keine 200 Meter vom Geburtshaus des Komponisten Giuseppe Verdi (und 30 Kilometer von Parma) entfernt.

Manuel und seine beiden Partner haben sich viel vorgenommen. Wenn man Bier in Parma verkaufen will, dann muss man möglicherweise einen Umweg nehmen. Einen sehr großen Umweg in diesem Fall: Als sie vor zwei Jahren ihr kleines Sudhaus in Betrieb genommen haben, haben die jungen Leute gleich einmal Kontakte zu Matthias Neidhart geknüpft, dessen Unternehmen "B. United International" den amerikanischen Markt mit außergewöhnlichen Bieren aus Europa versorgt.

Ein leichtes Helles, wie man es hier wie dort kennt, braucht man nicht über den Atlantik zu schippern. Mit dem "Afo" genannten Ale der Birrificio del Ducato ist das etwas anderes: Sieben verschiedene Hopfensorten (wobei Tettnanger und Cascade im Aroma recht gut zu erkennen sind) wurden hier eingesetzt, es ist ein mit 5,4 Prozent relativ leichtes, aber sehr ausdrucksstarkes und intensiv herbes Bier entstanden, das im Übrigen hervorragend zu Parmaschinken passt. Inzwischen ist dieses Bier auch in Parma erhältlich: Nachdem Neidhart das Bier aus Roncole in New York bekannt und erfolgreich gemacht hat, gilt es auch im nahen Parma als eine etablierte Spezialität. Viel gibt es davon nicht: Mehr als die Hälfte der 1000 Hektoliter Jahresproduktion sind in die USA vorverkauft. (Conrad Seidl/Der Standard/rondo/04/09/2009)

Karl Radek
13.10.2009 12:57
AFO

habe in parma das afo in einem lokal gesucht und gefunden - tolles bier, hochpreisig, aber die qualität stimmt!

Ludovico Settembrini
14.09.2009 11:04
ah italienisches bier!

ich koste mich seit gut einem jahr durch italienische (hptsl. piemonter) craftbeer-szene und komme voll auf meine kosten. hier wird mutig gebraut, aber trotzdem die qualitaet nicht missachtet! vorbilder sind belgien und usa...

die italienischen kleinbrauer sind obendrein mutig genug ihre produkte in flaschen zu fuellen und in die geschaefte zu bringen. hab unlaengst ein bier von grado plato in supermarkt (carrefour) gekauft... :-)

waere das nicht eine schoene welt, wenn es die heimischen microbrews beim billa gaebe?

wer es irgendwie kosten kann: Re Ale Extra von Birra del Borgo

tramezzino
05.09.2009 16:30
ich nehm den schinken

und trinke statt dem bier einen ribolla gialla dazu ;-)

Poldi Fesch
05.09.2009 11:28
ja, und

7/10 klopfen bei € 9.- an

san antonio
07.09.2009 15:23

naja, mit den krügelpreisen, die für das heineksche austrogschloder genommen werden, kannst die artisanalen braukosten nicht vergleichen. wär ja auch blöd.

Poldi Fesch
07.09.2009 15:30
zweifelsfrei

aber zw. 1,20 lit u. rund 10 ist viel Platz. Ich weisz es vom Wein, nicht vom Bier, aber die max. Gestehungskosten beim Wein liegen bei € 15.-

Dante Alighieri
30.11.2009 14:27

Die "Gestehungskosten" inkludieren halt weder die Fähigkeiten des Weinmachers noch die Einmaligkeit eines Produktes. Insofern: wenn kein anderer in der Lage ist vergleichbares zu machen, warum soll man dann den Preis senken?

Poldi Fesch
30.11.2009 16:02
voellig korrekt

was den Verkaeufer anlangt. Nur, nich alles "wos an Preis hat, muas a an Wert hobn" (Ambros, glaub ich). Ich bin zugegebenermaszen kein groszer Freund von in Geld ausgedrueckten immateriellen Werten. Wobei e beim Wein ohnedies noch halbwegs geht. Wirklich aergern, in einem moralischen Sinne, tun mich dann Straftatbestaende die bestimmen, man koenne Ruderleiberln o. Baseballkapperln faelschen. Vulgo Produktpiraterie.

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