Ramsaualm Laudachsee: Da kammergut lustig sein

17. Juli 2009, 16:00
  • Handwerkskunst von den Dachbrettern bis zum Gmundner Kachelofen von 1780.
    foto: gerhard wasserbauer

    Handwerkskunst von den Dachbrettern bis zum Gmundner Kachelofen von 1780.

  • Die Ramsaualm ist fast zu gut, um wahr zu sein!
    foto: gerhard wasserbauer

    Die Ramsaualm ist fast zu gut, um wahr zu sein!

Eine Almhütte oberhalb Gmundens ist der neue Hotspot der Salzkammergut-Szene - dabei kommt man nur zu Fuß hin!

Jörg Holleis ist im Hauptberuf Mediziner und hatte die Ramsaualm, hoch über Gmunden, ursprünglich als Privatdomizil konzipiert. Mit Fortdauer der Arbeiten überkamen ihn aber (zum Glück!) Gewissensbisse, dass er einen so einzigartigen Ort mit Blick auf den Laudachsee samt Katzen- und Traunstein im Hintergrund eigentlich auch anderen gönnen sollte. Immerhin war hier von jeher eine (wenn auch zusehends verschandelte) Ausflugshütte gestanden.

Seit April ist die neue Alm deshalb für Besucher geöffnet - und es lohnt sich sehr, den Spaziergang (öffentliche Straße gibt's keine) hierher zu machen. Nicht nur, weil mit Klaus Kienesberger (zuvor Joseph's, St. Wolfgang) und Lorenz Pesendorfer (zuvor Klosterstube, Traunkirchen) gleich zwei inspirierte Köche am original erhaltenen Holzherd stehen. Sondern auch, weil das Haus mit großer Hingabe und noch mehr Geld zu einem ziemlich einzigartigen Schmuckstück geworden ist. Nach dem Vorbild des nahegelegenen, aber vor Jahren abgebrannten alten Jagdhauses des Herzogs von Cumberland wurde hier unter Verwendung von alten Steinen, altem Holz, prächtiger Wirtshausbänke und wunderbaren Antiquitäten (gleich zwei original barocke Gmundner Kachelöfen!) ein alpines Haus gebaut, in dem Alt und Neu auf ganz wunderbare Weise zu einem stimmigen Gesamterlebnis verschmelzen. Dazu die fantastische Lage am ansonsten unverbauten See, die Unmöglichkeit, Reisebus-Inhalte abzuladen - und man hat einen Flecken Salzkammergut, wie man ihn sich authentischer und sommerfrischer nicht träumen könnte.

Authentische Hüttenkost

Dementsprechend schnell hat sich das herumgesprochen - die Alm ist speziell zum Wochenende stets bis auf den letzten Platz reserviert. Abends ist regulär um 18 Uhr Schluss, meistens bleibt aber eh viel länger Licht in der Küche. Für den Rückweg (ob zu Fuß oder per Mountainbike) sollten in diesem Fall aber Taschenlampen mitgenommen werden. Sogar im Winter soll die Hütte demnach "meistens" offen haben.

Die Speisekarte bietet authentische Hüttenkost, die freilich mit beachtlichem Einsatz exekutiert wird: Ein wunderbarer Suppentopf mit Juliennegemüse, Fleisch und Nudeln etwa, köstliche Jausenbrote mit Erdäpfelkas, aber auch schwungvoll papriziertes Gulasch oder Schweinsbraten aus dem Holzofen mit 1a Krautsalat. Zurück geht es eh nur bergab! (Severin Corti/Der Standard/rondo/17/07/2009)

Ramsaualm Laudachsee
Laudachseestr. 53
4810 Gmunden
Tel.: 07203/168 47
Di-So 9-18 Uhr (open end)
Gehweg ab Grünbergseilbahn Bergstation 30 min., ab Gasthaus Franzl im Holz circa 40 min.
VS EURO 2,80-4,80, HS EURO 4,30-8,90

Fotos: Gerhard Wasserbauer

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4 Postings
Ja, toll.

Nur warum können sie dann nicht schon bei der Talstation davon informieren, dass man keine Chance hat, was zum Futtern zu kriegen? Mit Kindern hinlatschen und dann wegen geschlossener Gesellschaft im Regen (wörtlich!) stehen gelassen werden? Und als unser Sohn (5) vor Enttäuschung zu Weinen anfängt - Null Reaktion... Wenn das Wetter sich nicht verzogen hätte, und wir ein sonniges Fenster erwischt hätten, wo wir draussen nach fast einer Stunde dann doch noch bedient wurden, puh...

Und der Schweinsbraten auf der Ischlerhütte eine Woche davor war um Welten besser!

Gerade

von dort zurückgekommen. Dazuzusagen wäre...früher ist man unter alten Bäumen gesessen, die sind leider (bis auf einen und unter diesem sitzt man nicht mehr) weg. Der alte Gastgarten wurde umgestaltet, dafür gibt es jetzt einen "ums Eck".
Alles sehr, sehr sauber und neu.
Zur Küche....der Schweinsbraten ist in Ordnung, vielleicht ein wenig zu salzig. Das Kraut sehr gut, der Knödel passt.
Die Nachspeise hingegen (Marillenrahmstrudel mit Kanarimilch (Vanillesosse)) ein Gedicht!
Da muss man wirklich den Koch loben! Endlich ein Gericht, welches sich nicht auf jeder 08/15 Speisekarte findet! Die Wegzeit ist im Artikel allerdings falsch genannt. Angegeben (von der Seilbahn weg) ist eine Stunde, die braucht man auch.

24 stunden online..

.. less then zero. who cares?..

wir sind alle dort,

und da gibt's halt kein internetkammerl.
gottseidank

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