Bierforschung

25. Juni 2009, 17:26
7 Postings

Conrad Seidl sieht Alternativen zum Einheitsbier

Gutes Bier zu brauen ist nicht allzu schwer. Dafür gibt es bewährte Rezepte und bewährte Technologie - wer das nötige Kleingeld hat, eine dem neuesten Stand der Technik gemäße Anlage zu installieren und einen Braumeister einzustellen, der diese Technologie beherrscht, wird Biere zustande bringen, die den Konsumentenerwartungen entsprechen. Dieses Muster wird derzeit weltweit angewendet.

Die Kehrseite dieser Entwicklung ist: Die erfolgreichsten Biere sind einander immer ähnlicher geworden - und das wiederum prägt die Geschmackserwartungen der Biertrinker derartig, dass sich auch kleine Brauereien am weltweiten Mainstream orientieren. Das hängt auch damit zusammen, dass in der auf ganz wenige Hochschulen konzentrierten Forschung ein Konsens über die "richtige" Bierbereitung herrscht.

Umso wichtiger ist es, dass auch alternative Brau- und Gärverfahren, vom Minimalkonsens des biertrinkenden Publikums abweichende Geschmäcker und von der herrschenden Lehre verworfene Technologien erprobt und erforscht werden. Das passiert neuerdings an der Fachhochschule Oberösterreich in Wels: Dort gibt es nunmehr eine Versuchsbrauerei, die Alternativen erprobt. Damit es auch Biere gibt, die über den Standard des "Guten" hervorragen. (Conrad Seidl/Der Standard/rondo/26/06/2009)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die erfolgreichsten Biere sind einander immer ähnlicher geworde.

Share if you care.