Zum Geburtstag viel Gutes

25. Juni 2009, 17:34
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An der Reife von 20-Jährigen erfreut sich Luzia Schrampf

"Was für ein prächtiges Alter", sinniert die Wein-Runde anlässlich der rauschenden Geburtstagsfeiern. "Man hat die schlimmsten Blödheiten hinter sich und sieht langsam, wo's langgeht." 20 Jahre sind sie geworden, die Cuvée Vulcano vom Weingut Igler und der Gesellmann'sche Opus Eximium. Josef Pöckls Admiral und auch Olivin, steirischer Zweigelt in Reinkultur von Georg Winkler-Hermaden, werden folgen.

Vulcano, Opus und auch Admiral zählen zu den bekanntesten österreichischen Rotweincuvées. Sie entstanden damals in den späten 80ern, als es mehr und mehr lernwillige Winzer ins Ausland zog. Was sie dort sahen, waren Barriquefässer, Cabernet Sauvignon und Cuvées. Folgerichtig wurden Internationalisten wie Cabernet und Merlot gepflanzt, denen heimische Sorten à la Blaufränkisch, Zweigelt oder St. Laurent "beigemischt" wurden. Auf diese allein wagte man sich noch nicht zu verlassen, selbst angesichts des Blaufränkisch Mariental 1986 von Ernst Triebaumer, der sich bis heute als Benchmark erweist. Cuvées, Verschnitte mehrerer Rebsorten, waren ein wichtiger Teil des österreichischen Weinwunders, obwohl sich Rotwein mittlerweile in eine andere Richtung bewegt: hin zu regionalen Sorten wie eben Blaufränkisch, St. Laurent oder auch Zweigelt.

Denselben Wein über derart lange Zeiträume zu verkosten zeigt einiges - zuerst, dass die österreichischen Rotweinwinzer über die Jahre viele Lehren zogen. Man weiß heute deutlich mehr darüber, wie Rebstock, Rebsorten und Weingärten "funktionieren". Technologien, an die man Heilshoffnungen knüpfte, wurden teilweise verworfen oder werden heute mit mehr Bedacht eingesetzt. Hiesiger Rotwein kann auch reifen, sofern er nicht viel zu jung ausgetrunken wird, eine Voraussetzung, die eine der Grundbedingungen für großen Wein ist.

Nicht zuletzt zeichnet der Direktvergleich auch Jahrgangsbilder, inklusive einiger Überraschungen, dass beispielsweise heiße Jahre wie 1997 oder 2000, von denen man sich Wunder in puncto Lagerfähigkeit versprach, diese nicht allzu oft einlösen konnten.

Vor allem zeigen diese Verkostungen, dass österreichischer Rotwein das Potenzial zu Schönem, manchmal sogar zu Großem hat. In diesem Sinne: Lasst es noch ordentlich krachen! (Luzia Schrampf/Der Standard/rondo/19/06/2009)

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    Man weiß heute deutlich mehr darüber, wie Rebstock, Rebsorten und Weingärten "funktionieren".

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