
Zwei Minuten brüllende Hitze - und fertig. Pizzaiolo Donato Santoro ist den Sommer über aus Neapel da.

Deshalb schmeckt die Pizza im Riva so verdammt gut.
Man muss nicht um jeden Preis Italiener sein, um auch diesseits der Alpen ordentliche italienische Küche zu bieten - aber man sollte offenbar unbedingt aus Neapel stammen, um wahrhaft grandiose Pizza aus dem Ofen zu holen. Alessandro d'Ambrosio (ja, der mit den Schuhen) ist nur halber Neapolitaner und schon deshalb ungeeignet.
Aber er ist Neapolitaner genug, um sich dem berühmtesten Produkt der Stadt am Vulkan mit der gebotenen Ernsthaftigkeit zu nähern. Als ihn sein Freund, Gastronom Christian Leyrer, um Rat fragte, ob und wie sich auf der Gastromeile am Donaukanal eine ordentliche Pizzeria installieren ließe, flog d'Ambrosio gleich einmal heim zur Nonna, um entsprechend Rückfrage zu halten - schließlich war eh gerade die Krise ausgebrochen. Zurück kam er mit einem gemauerten, gleichwohl aber mobilen Pizza-Holzofen der neapolitanischen Manufaktur Stefano Ferrara und einem von der gestrengen "Associazione della Verace Pizza Napoletana" zertifizierten Pizzakoch namens Donato Santoro.
Zwei Tonnen vom einzig vertretbaren Mehl
Dieser wollte zuallererst das lokale Weizenmehl testen und befand es in sämtlichen Variationen für ungeeignet. Auch die Dosentomaten, die Mozzarella - mit Ausnahme des Parmaschinkens von Nino Crupi in der Margaretenstraße, überhaupt alle hierorts erhältlichen Toppings - wurden für unzureichend und einer echten Pizza für unwürdig befunden. Selbst die cisalpin gebräuchlichen Teigmaschinen erwiesen sich als wenig geeignet, die geforderte Elastizität in den Teig zu kneten.
Also zog d'Ambrosio wieder los, besorgte beim "Antico Molino di Caputo, Napoli" zwei Tonnen vom offenbar einzig vertretbaren Mehl, schaffte Tomatendosen mit geschützter Ursprungsbezeichnung "di San Marzano", schwarze Oliven aus Gaeta, scharfe Wurst aus Salerno, Sardellen aus dem Golf und, natürlich, Mozzarella "fior di latte" wie auch "di Buffala" aus Kampanien heran, auf dass der zertifizierte Herr Santoro es gut sein lasse. Im Gegenzug wünschte er bloß, dass die Pizza mit Prosciutto im Andenken an die schönsten Schenkel Neapels "Sophia Loren" zu heißen habe, was ihm weder Santoro noch Leyrer abschlagen wollten.
Die Mühe hat sich gelohnt. Der Ofen spuckt tatsächlich Pizzen von einer Qualität aus, die - Papi Silvio zum Trotz - selbst Fundamentalskeptikern den Glauben an die immerwährende Grandezza des italienischen Wesens zurückgeben sollte - wenn auch einzig und allein aus kulinarischen Gründen. Dazu gibt es das Helle des Summerstage-Monopolisten Ottakringer, das in seiner süßlichen Muffigkeit zwar etwas unverwechselbar Wienerisches in sich birgt, als Begleitung zu Pizza dieser Güte aber versagt. Dann schon lieber den Hauswein von den Hängen des Vesuvs! (Severin Corti/Der Standard/rondo/29/05/2009)
Pizzeria Riva
Summerstage, Roßauer Lände
1090 Wien
Tel.: 0699/ 15 33 89 84
VS EURO 3,50-10, HS EURO 5,80-10
Küche tgl. 17-24 Uhr
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Was für eine Enttäuschung - die Quattro Stagioni war bestückt mit braunen, sauren Champignons, die Artischocken, ebenfalls aus der Dose und ebenfalls sehr sauer, beides ungenießbar, der Schinken mittelprächtig - nur die Salami in kleinen Röllchen war ausgezeichnet. Was soll man sagen, ich habe mich gefrozzelt gefühlt - das soll die beste Pizza der Hauptstadt sein?? Danke, NEIN
Diese Pizza ist bestenfalls als durchschnittlich zu bezeichnen. Bei meiner Capricciosa waren die Artischocken darauf schon leicht gärend. Und Champignons aus der Dose! Bei diesen Nachlässigkeiten zahlt sich das eigens importierte Pizzamehl nicht aus.
Ich war heut dort mit einer Freundin und ich versteh den Hype nicht. Der Pizzaboden war weich und ohne Biss, schnitt sich wie Gummi, die Schwammerln kamen aus der Dose (sind frische Schwammerln wirklich zuviel verlangt für eine € 8 Pizza?), das "scharfe" Öl war fad, der Sugo zu süß.. Personal augenscheinlich überfordert (wir setzten uns um 19:30 an einen Tisch, der für 21 Uhr reserviert war und ohne ein Wort des Grußes stürmte die Kellnerin auf uns zu, ob wir denn reserviert haben. Wir erklärten ihr daraufhin, dass wir sicher vor 21 Uhr fertig sind, dann verschwand sie wieder ohne ein Wort....) ... jetzt bin ich natürlich etwas ratlos, ob ich mich ins Mari wagen soll, oder ob mich dort ein ähnliches Szenario erwartet.
wir waren auch gestern dort und können wohl fast vollinhaltlich zustimmen. teig zu weich, die funghi - gerade angesichts der sonst sehr feinen zutaten eigentlich unentschuldbar und zuviel mozzarella, wie wir fanden. dadurch war die pizza ziemlich schwer und der käse ist bei den geringsten ansätzen von erkalten hat zu einem sehr soliden block zusammengewachsen. gut wars durchaus noch, aber gerade angesichts der geweckten erwartungen unzufriedenstellend
Als begeisterter Gast bei PizzaMari musste ich die Summerstagepizza natürlich schnellstens probieren. Nicht schlecht, aber doch eine Stufe unter PizzaMari. Und gemütlicher und netter ist es dort auch noch. Auch ist der Andrang so groß, dass Donato überfordert ist, was man so mancher Pizza an ihren zu dunklen Stellen leider ansieht.
Sicher aber noch immer eine der besten Pizzen der Stadt.
... über jene Pizzeria zu lesen ist, die als erste ein derartiges "Original neapolitanische Pizza"-Konzept samt allen dazu nötigen Zutaten nach Wien gebracht hat.
Nämlich die "Pizza Marì" im zweiten Bezirk, die es schon seit rund einem Jahr gibt und mich immer wieder erfreut.
Seltsam, seltsam, dass die Erwähnung oder gar ein Vergleich unterbleiben. Als hätte jemand den Hinweis auf die "Pizza Marì" nicht gerne gesehen - was dann doch wieder äußerst neapolitanisch anmutet...
und alles andere als schlecht, sach ich mal:
http://derstandard.at/?id=33298... ikaGroup=2
... dass im Artikel mit keinem Wort erwähnt wird, dass dieses Konzept eben nicht neu für Wien ist, finde ich seltsam...
Kurios ist allerdings: Einst war das die angeblich schrullige Idee eines gastronomischen Newbie und von manchen milde belächelt, weil die Wiener Pizzerien ohnehin supercool sind, weshalb man kein Ex-Modemädchen braucht, das ein Lokal eröffnet - aber schon ein Jahr später hat ein Gastro-Profi das Konzept offenbar für so gut befunden, dass er auch so eine original Neapolitanische Pizza haben wollte...
In Wien hab ich noch nie eine wirklich gute Pizza gegessen, selbst in Restaurants die eine sonst ausgezeichnete italienische Küche bieten, bei der Pizza versagen sie alle :( ... naja viell. trau ich mich so zum ersten mal in meinem Leben auf diese Örtlichkeit namens "Summerstage" ... bäh ...
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