Lotto-Fantasien

21. Mai 2009, 16:00
  • Ich leistete mir davon eine Villa, eine Bank, eine Yacht und dazu
Häuser in aller Herren Länder, die zu erreichen mir mein Jet erlaubte.
    foto: der standard

    Ich leistete mir davon eine Villa, eine Bank, eine Yacht und dazu Häuser in aller Herren Länder, die zu erreichen mir mein Jet erlaubte.

Lotto, hilf! - Oder: Undank, der Gewinner Lohn

+++Pro
Von Markus Mittringer

"Beam me up, Scotty!" klappt einfach nicht. So sehr ich mich auch bemühe, alle Konzentrationsreste auf einen Haufen werfe, das Ganze eher disparate Gedankennest auf ein Ziel einschwöre - Scotty schweigt, lässt herzlos meinen müden Leib, das schattige Gefängnis einer schwer gekränkten Seele, genau dort, wo er eben ist: etwa vor einem verschlossenen Postfach, das von Unheil kündet. Meinen Quanten ist die Teleportation versagt, träge beharren sie auf ihrem elenden Zustand im Hier und Jetzt. Und so sehr ich auch an Flaschen reibe, keine bezaubernden Jeannies materialisieren sich zur allzeit bereiten Dienstleisterin. Derart verlassen entfuhr es mir dereinst: "Lotto, hilf!" Und - oh Wunder! - ich wurde übertragen! Ein Strudel nie geahnter Wucht ergriff mich, ein Transportvorgang von der Reibungslosigkeit der ÖBB-Werbung ergriff mich und ließ mich schließlich sanft landen. In der Innenwelt, dort, wo plötzlich alles möglich ist, wo meine Rache nicht Vergebung ist, sondern Spende, ein alles erstickender Geldsegen, für all jene, die ich nicht mag.

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Contra---
Von Renate Graber

Jüngst, als das Maß unerledigter Arbeit ungefähr jenes meiner Unzufriedenheit erreicht hatte, befiel mich eine dieser Fantasien. Ich hatte gewonnen. Ein Vermögen, ein ernsthaftes Vermögen zumal. Ich leistete mir davon eine Villa, eine Bank, eine Yacht und dazu Häuser in aller Herren Länder, die zu erreichen mir mein Jet erlaubte. Die Angst, ich könnte, nun auch zu gewisser Bekanntheit gekommen, all dessen wieder beraubt werden, zwang mich von der Straße weg in die Limousine, hinter hohe Zäune, zu denen, die es geerbt oder verdient, jedenfalls geschafft haben.

Dem Müßiggang verfiel ich nicht. Ich machte Geschäfte auf diesem Festland, gründete Gesellschaften auf jenem Eiland, beteiligte andere daran - sollten doch auch die da draußen, die Woche für Woche die richtigen Kreuze über die falschen Zahlen schlugen, teilhaben an meinem Gewinn. Als der dann ausblieb, verstanden sie nichts. Sie ächteten mich, sie sperrten mich weg, nur noch meine Anwälte mochten mich.

Was war ich froh, als ich begann, den Berg Arbeit abzutragen. (Der Standard/rondo/22/05/2009)

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Contra---


Origineller und vermutlich wahrscheinlicher:
'Statt 10.000 Dollar bekam ein Pärchen in Neuseeland von der Bank ganze zehn Millionen Dollar überwiesen.'

http://diepresse.com/home/pano... e/index.do

soweit ich weiss hat die Klassenlotterie die höchste prozentuelle Gewinnchance....Lotto kann man da komplett vergessen.

contra

extrem schlechte gewinnquote!

zb Joker:
1 richtige:
Einsatz 1.30E, Gewinn 1.50E, Quote 1.154, Chance 1:10 (=faire Quote)
2 richtige:
Einsatz 1.30E, Gewinn 7.00E, Quote 5.385, Chance 1:100 (=faire Quote)

usw.

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