
Vibratoren des Erotikfachgeschäfts für Frauen: Liebenswert

Formensprache, die Spaß macht. Beim Love-Toy "Bone" legte Top-Designer Tom Dixon Hand an.
Doch die Sexspielzeugrevolution begann in der designfreien Zone der Drogeriemärkte, glaubt Thomas Rottenberg.
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Einen Sexshop, erklärt die Dame mit dem Hermès-Tuch um die Schultern, hätte sie nie betreten. "Selbstverständlich nicht", sagt sie mit Empörungstimbre in der Stimme: Ein Sexshop, sagt das Timbre, ist eine schmierige Sache. Ein ekliges Etablissement. Ein grindiges Geschäft.
Ernstzunehmende Frauen, sagt dieses Timbre, also Frauen, die keine billigen Püppchen sind, gehen nicht in solche Geschäfte. Die Dame mit dem Hermès-Tuch sagt: "Das ist eine Frage der Selbstachtung." Und die Frage, wo genau der Unterschied zwischen Sexshop und dem soeben von ihr besuchten Laden in der Wiener Spiegelgasse liegt, könne "nur ein Mann stellen. Weil Männer den Unterschied noch immer nicht schnallen." Dann stöckelt die Dame mit dem HermèsTuch davon. Das "Magnolias"-Sackerl offen zwischen den Einkaufstaschen.
Aber im Grunde ist Judith Rabensteins "Magnolias" doch ein Sexshop: Vom Gleitgel über Dessous und Handschellen bis zu Dildos, Vibratoren, einschlägiger Literatur und Filmen gibt es hier alles, was Menschen den Spaß an Erwachsenenspielen allein, zu zweit oder zu mehreren versüßt - nur nicht so, wie Männer es gewohnt sind: "Dass weibliche Erotik viel mehr im Kopf als vor dem Auge stattfindet", erklärt Rabenstein, "ist nichts Neues - aber die Erotikindustrie reagiert erst seit etwa fünf Jahren darauf." Und wer Frauen ansprechen will, tue gut daran, nicht nur bei der Geschäftsgestaltung statt plakativer Wham-bam-Szenarien auf Ästhetik, Intimität und Geborgenheit zu setzen, sondern auch bei den Produkten auf "Nebensächlichkeiten" wie Oberflächen, Form oder Haptik - also Design - zu achten.
Doch um diese Produkte überhaupt anbieten zu können, ist der Nichtsexshop Voraussetzung: Im "klassischen" Pornoladen hätten Designer und Produktentwickler mit Objekten, die Wünschen und Vorstellungen von Frauen entsprechen, kein Leiberl: zum einen, weil die Zielgruppe nicht einmal in die Nähe der Produkte käme.
Unverschämt und initiativ
Zum anderen, weil schönes Sexspielzeug wie etwa der "Bone" von Tom Dixon nicht neben mehrstrahlige, laut brummende Multigelenksvibratoren passt. Und dass ein Objekt wie der nicht ganz handtellergroße Auflegevibrator "Nea" von Lelo (Porzellan: 90 Euro; Edelstahl: 990 Euro; Gold: 1200 Euro) tatsächlich Wirkung zeigt, müsste man größenfixierten Männer erst klarmachen - wenn sie das Ding neben wild genoppten, bunten und hydrantengroßen Gummidildos überhaupt als Lustspender erkennen würden.
Doch dafür, dass immer öfter Frauen in Sachen Erotikausstattung "unverschämt" und selbst die Initiative ergreifen, sind die Betreiber von Frauensexshops anderen als Beate Uhse und Co zu Dank verpflichtet. Denn deren "Frauenshops" haben eine Schwachstelle: Oft ist dieses Departement bloß eine Zone im "regulären" Shop - und für viele Frauen daher eine No-go-Zone.
Und auch wenn öffentliche Porno-Plattformen wie das Youtube-Pendant Youporn, die HipHop-Schlampen-Leitkultur der HipHop-Szene oder Rolemodels wie Paris Hilton bei jungen Frauen Verhaltensspuren hinterlassen, fand der wahre Tabubruch weder in Charts, im Web noch in Celebrity-Magazinen statt: Die sexuelle Spielzeugrevolution der vergangenen Jahre hat ihren Dreh- und Ursprungspunkt am biedersten aller vorstellbaren Orte: dem Drogeriemarkt. Und Frauen, die vom Allgemeinen ins Speziellere weiterwandern, führt der Weg dann ins Spezialgeschäfte mit "weiblichem" Touch.
Denn bei Bipa, DM und Co liegen Spaßverstärker längst offen in den Regalen: Vibratoren neben Schwangerschaftstests. Gleitgel bei Tampons. Massageöle und orgasmusförderndes Gel neben Binden. Und daran, dass sich über dieses Sortiment jemand aufgeregt hätte, können sich Verkäuferinnen nicht erinnern - gehäufte "offizielle" Beschwerden hätten ohnehin zum De-Listing geführt. Gekauft wird aber von allen Alters- und Sozialschichten - ohne Heimlichtuerei: Der vibrierende Penisring neben der Katzenstreu ist am Kassenförderband keiner Kundin peinlich. "Männer", erklärt eine Bipa-Mitarbeiterin in der Wiener City, "werden manchmal rot - wenn sie sich überhaupt trauen, so etwas zu kaufen."
Diese Beobachtung, erklärt Katja Abele, Marketingmanagerin bei SSL-Healthcare (mit Durex der Präservativ-Weltmarktführer), sei symptomatisch: "Kondome lagen immer bei Männerartikeln, also bei Rasierern. Aber als sie in die Damenabteilung kamen, stiegen die Absätze signifikant." Neben die Gummis dann alsbald auch Frauen-Sex-Toys zu legen, sei da nur logisch gewesen. "Die Kundinnen nehmen das an: Frauen sind heute selbstbewusst und probieren Dinge aus, um die ihre Mütter noch einen sehr weiten Bogen gemacht haben."
Oder machen mussten: Dass eine Dame mit Hermès-Tuch um die Schultern in einen "klassischen" Pornoshop geht, wäre vor zehn Jahren undenkbar gewesen. Das ist es heute noch - aber früher gab es dazu und zum dortigen Sortiment auch keine zumutbare Alternative.
In "klassischen" Pornoläden hätten Designer mit Objekten, die Wünschen von Frauen entsprechen, kein Leiberl. Weil die Zielgruppe nicht einmal in die Nähe der Produkte kommt. (Der Standard/rondo/08/05/2009)
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Ich möchte mich der Theorie, dass man die Sachen für Frauen nur hübsch machen muss, nicht anschließen.
Die Dinger "damals" waren durchaus brauchbar. Schlicht, einfach zu bedienen, zweckmäßig, wenn auch leider nur in kleinen Größen, aber vor allem waren sie unbunt, zB in natürlichem Latexhellhellbraun oder in Plastikweiß. Mir vergeht's ja schon, wenn ich allein die Farbe von dem neumodischen Zeux seh. Und wenn ich mir vorstelle, dass nach einer Nackenmassage jeder an meinem Nacken sehen kann, was ich gemacht hab...
ICH warte jedenfalls immer noch auf das ultimative Spielzeug. Meine Wunschliste:
farblos
hart
groß
steckdosenbetreibbar
Kann mir jemand helfen?
lieber max, mann oh mann. ihre mailadresse ist mit ziemlicher wahrscheinlichkeit ein fake, die römische ziffernschlange wohl auch, aber ihr kommentar ist eine wucht. danke für den lachanfall. ich erhole mich, während ich da tippe, schön langsam und krieg auch wieder luft. schön langsam. in diesem sinne, meine empfehlung!
ist dann eine fussball-übertragung die degradierung des menschen zum "sport-objekt"?
zugegeben, ein grosser teil der prn-filme stellt die damen als "dumm" und "nur zu poppen gut" dar. zumindest für meinen teil ist gerade das aber dann eher abtoernend. es gibt genug material, in dem gezeigt wird, dass die frauen auch spass am sex haben und sich dabei auch gerne zeigen.
schöne grüsse nach ofra...
einen menschen als "sport-objekt" darzustellen oder ihn als "sexobjekt" zu präsentieren zeigt ein anderes ergebnis.
"wow, ihre tochter ist ja wirklich eine tolle sportlerin! Sie können wirklich stolz auf sie sein!"
"Wow, ihre tochter ist ja wirklich ein tolles sexobjekt. Da können sie wirklich stolz auf sie sein."
Freuen Sie sich über beide aussagen gleich?
Oder würden Sie dem Sprecher (der sprecherin) von zitat zwei eine reinhauen?
wenn sie schon den beriff "sport-objekt" mit "sportler" ersetzen, dann müssen sie auch das sex-objekt mit "sexy frau" ersetzen. und dann klingt die zweite aussage doch auch schon nicht mehr so tragisch, oder? zumindest, wenn "meine tochter" schon erwachsen ist.
wenn sie diesen vergleich nämlich so bringen, klingt das nach minderjährigen. und die haben in pornos selbstverständlich nichts zu suchen!! oder wollen sie mir unterstellen sowas gesagt zu haben? also bringen sie einen anderen, beide seiten gleichwertig behandelnden vergleich, dann red ma weiter...
was dieser artikel sagt: alle männer stehen nur auf gross, bunt und möglichst brachial. und nur frauen kennen sinnlichkeit und haben sinn für ästhetik und design. und wenn doch eine frau in einen klassischen sex-laden geht, ist sie eine schlampe.
hier entpuppen sich die feministen wieder mal als die grösseren sexisten.
1.) Den Artikel schrieb Thomas Rottenberg.
2.) Und vergleichen sie mal einen Sexshop (ja. ich kenne "so etwas" von innen.) und diesen Laden um den es in diesem Bericht geht.
Schreiben Sie die Unterschiede auf ein Zettelchen zusammen. Und dann melden Sie sich wieder hier.
:-)
1, ich interessiere mich nicht für (das geschlecht von) autoren. sondern für den inhalt. und zu obigem inhalt hab ich meinen kommentar geschrieben. feminismus gibts bei beiden geschlechtern. und die übertriebene form davon auch.
2. was soll ich dann da lernen? das hat ja nichts mit dem problem zu tun, das ich mit der aussage des artikels habe...
es erinnert ein wenig an "schöner sex mit dem kleinen arschloch"...
e.g. http://mengelke.gmxhome.de/humorpdf/... griffe.pdf (ohne bilder).
Danke liebe Standard.at-Red, dass dieser Artikel NICHT NUR auf diestandard.at erscheint!!
Ich hoffe, in diesen Shops werden möglichst wenige - bis gar keine - giftigen Jelly-"Spielsachen" (warum nennen wir das Kind nicht beim Namen? --> Dildos und Vibratoren) angeboten!!
Mit denen sich Männer zwar ein Vergnügen bereiten wollen, aber bitteschön ein möglichst günstiges. Krebsverursachendes!
Toller Laden!
Freu mich, dass es so was gibt!!! ;-)
hab aufgrund des artikels im standard den shop magnolias in der spiegelgasse 15 besucht und war wirklich positiv überrascht - in einen sexhop reinzugehen hat mich bis jetzt immer eher überwindung gekostet, aber diese erotik -lifestyle - boutique ist wirlich etwas ganz anderes. das personal ist freundlich und fachlich sehr kompetent - und ich hab eben auch erfahren, dass bei magnolias nur toys verkauft werden, die jelly -frei und medizinisch auf hautverträglichkeit sind verkauft werden. auch toll fand ich die erotische kosmetik - hab nicht gewusst dass es in diesem sektor so schöne und hochwertige produkte gibt... und die pornofilme von weiblichen regisseuren, speziell für frauen - absolute empfehlung!!! www.magnolias.at
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