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1999 ist das internationale "Jahr der Senioren"
+++Pro
Von Markus Mittringer
Meine 10., der gerade aktuellen Niederlage im Kampf der Geschlechter folgende Übersiedlung fiel mystischerweise auf einen runden Geburtstag meiner Mutter, was nahelegte, ihr ein neues Adressbuch mit ein paar Extraseiten für Einträge zum Buchstaben "M" zu schenken. Genau fünf Jahre später war, bedingt durch das Prosperieren von Handynetzbetreibern und Internetanbietern, erneut ein Adressbuch liebevoll verpackt darzubringen, zumal dramatische Folgen der 15. großen Liebe meines genau 40-jährigen Lebens den mittlerweile 20. Bezirkswechsel nahelegten. Zum Ausgleich des Besitzschwunds und der letalen Materialermüdung beim so abrupten wie semiprofessionellen Ortswechseln schafft ich meine 30. Garnitur Bettwäsche und den wohl 10. Fernseher an. Der 5. Computer segnete kurz darauf das Zeitliche, worauf ich erstmals beschloss, künftig mit Back-ups zu arbeiten. Zum 5. Jahrestag dieses Entschlusses erwarb ich die nötige externe Platte. Zu meinem 50er und deren 5. werden wir sie toll jubilierend anschließen.
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Contra---
Von Christian Schachinger
1999 ist das internationale "Jahr der Senioren". Der Satansröhrling wird von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie als "Pilz des Jahres" auserkoren. Bill Clintons Amtsenthebungsverfahren wegen außerehelichen Unfugs mit Zigarre endet für ihn im Guten. Wladimir Putin wird Präsident Russlands. Neben einer totalen Sonnenfinsternis über Europa am 11. August startet die Quizsendung Wer wird Millionär? mit Günther Jauch. Die NATO bombardiert Jugoslawien. Die Anzahl der Menschen überspringt erstmals die Sechs-Milliarden-Marke. Günter Grass bekommt den Literaturnobelpreis. Die Hitparaden werden vom Comeback Modern Talkings verwüstet, Britney Spears plärrt One More Time, Madonna veröffentlicht mit Ray Of Light ihr letztes gutes Album. Die alten Herren vom Buena Vista Social Club erobern unsere Herzen. Wie wir jetzt erfahren, erscheint 1999 auch erstmals das RONDO. Das ist super. Fertiger machte mich damals aber die Rückkehr von Dieter Bohlen. Ich fürchte, für Sentimentalität und Jubel bin ich eher unbegabt. (Der Standard/rondo/06/03/2009)
Die Suche in Taschentiefen oder Zimmerfluchten ersparen oder Understatement mit einem einzigen Klingelton
So ein charakterstarker Sattelschutz gibt uns den allerschönsten Schliff im Meer des seriösen Gleichklangs - Oder: der Schoner steht dem Wesen des Radfahrens entgegen
Die dumme Augustine trug sie und wurde umjubelt, aber der Modetrend gilt als Gegenteil von Freiheit
Maunchmoi is scho vü gscheida, ma bleibt bei dem wos ma dalernt hot oder Hochsprache ist Facebook-Sprache
Die gedruckte Zeitung darf nicht sterben - oder: Wenn gedruckte Gedanken zu Wischdiensten abkommandiert werden, sterben sie einen feuchten Tod
Einen Goldfisch damit nach Hause transportieren oder Liebe geht durch den Magen
Ein Zeichen einer erwarteten Gemütlichkeit oder so graziös wie Bambi auf dem zugefrorenen Teich
Ein gerade unübertreffliches Glücksrezept oder logistischer Stress durch neumodisches Brauchtum?
Weshalb das viel gepriesene "Runner's High" in der Stadt mitunter auf sich warten lässt und das duch-die-Stadt-joggen eine Sightseeing-Tour ersparen kann
"Damit sich nicht wieder irgendein Armleuchter in den Luster hängt" oder "Fröhlichkeit ganz ohne Alkohol ist immer etwas gezwungen"
Seine Entscheidung - "eine oda auße?" - jederzeit staufrei revidieren oder es ist nicht der Mensch, der den Rhythmus vorgibt
Her mit der heißen Ware, oder sind erotische Geschenke einfach nur peinlich?
"Welcher Superstar wird dich heiraten?" oder Danke, wir wollten es echt nicht so genau wissen
Wer die Lure aus dem Stockwerksautomaten am Platz genießt, versäumt nichts Spannendes - oder die Sitten im Büro sind immer nur so rau wie das Leben auf der Straße
"Das WC ist nicht Rückzugsraum, sondern reine Bedürfnisanstalt" oder: "Undenkbar, dieses Elend den Blicken einer weiblichen Laufkundschaft preiszugeben"
Heißer Tee, Suppe oder auch Punsch oder die Eismischerzunft soll endlich auf den Klimawandel reagieren
Rockgott versus Gott der Allmächtige - zumindest wenn es um die Frage nach hell oder dunkel geht
"Mindestens haltbar bis ..." - "Best before" ist schlicht irreführend übersetzt oder ein farbenprächtiger Abdruck einer Fontäne an der Toilettenwand
Weshalb der Alltag der KollegInnen schon interessant ist und portionierte Grußbekanntschaften einem weißen Wal das Leben schwer machen
In der Leichtigkeit muss man das Üppige wählen oder der Schaum, ein Traum
Gluck, gluck, und runter damit oder rot steht für Wärme, Leidenschaft und große Gefühle
Wer nicht mit Kanonen auf Brösel schießt, greift zum Bartwisch und dessen Zwilling, dem Schauferl oder ihr Traditionsritter von der traurigen Gestalt
"Du, in meinem Zelt ist eh Platz für zwei!" oder eine Mischung aus Schweiß und Uringeruch
Man kann sich, muss sich aber nicht festlich kleiden oder das Wohnzimmer ist und bleibt eine pinguinfreie Zone!
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