Großer Durst

5. März 2009, 13:41
posten

Conrad Seidl über den Rekord der Bierbrauer

Endlich: Deutschland geschlagen! Wenn auch nur beim Biertrinken. Nur die Tschechen, über die keine ganz verlässlichen Daten vorliegen, weil sie womöglich nach den vielen Bieren die Statistikblätter nicht mehr so genau ausfüllen können, trinken jeder für sich noch mehr Bier als unsereins.

Weil also der österreichische Pro-Kopf-Verbrauch 109,3 Liter erreicht hat, während der deutsche Bierkonsum nur 108 Liter pro Kopf ausmacht, jubeln die Brauereien darüber, dass "Österreich Vize-Weltmeister" geworden ist.

Das mag für die Brauereien ein wirtschaftlicher Erfolg sein - aber ist es auch ein kulinarischer? Ein genauerer Blick in die Daten zeigt: Der Allerwelts-Bierstil Märzen hat seinen Marktanteil um 3,1 Prozent ausgeweitet - offiziell wird er als "Star unter den Biersorten" bezeichnet. Die Wahrheit ist nüchterner: Die Österreicher trinken zwar mehr, aber nicht unbedingt besseres Bier. Mehr Genuss ließe sich in ausgeprägteren Bierstilen finden - und das wäre mittelfristig auch ein besseres Geschäft für die Brauer.

Share if you care.