Bread & Butter kehrt zurück

30. Jänner 2009, 14:25
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Thesy Kness-Bastaroli aus Barcelona über den Umzug der Streetwear-Messe nach Berlin

Rechtzeitig zum Beginn der Modewoche in Berlin steht nun fest: Die weltweit größte Streetware-Messe findet in Zukunft wieder an der Spree statt. Messechef Karl-Heinz Müller bestätigte, was die Spatzen bereits seit Tagen vom Dach pfiffen: Die Bread & Butter wechselt ihren Standort. Die Branche in Deutschland reagierte euphorisch: Endlich haben wir wieder eine richtige große deutsche Messe, so ihr Tenor. Als die Bread & Butter vor vier Jahren von Berlin nach Barcelona abwanderte, war das für die deutsche Modeszene ein schwerer Schlag. Mit der prosperierenden Berlin Fashion Week erlebte der Standort Berlin in den vergangenen Saisonen aber eine Aufwertung. Für Müller war dies mit ausschlaggebend wieder nach Berlin zu ziehen.

Barcelona zeigte sich unterdessen noch einmal von seiner besten Seite: Sonnenschein pur und Frühlingserwachen. Insgesamt knapp 80.000 Besucher und 800 Aussteller bestätigten das anhaltende Interesse an Avantgarde von der Straße. Krisenbedingt kam es in dieser Saison allerdings zu einer etwas schwächeren Frequenz.

Für die Messeorganisatoren in Barcelona ist der Rückzug eine Hiobsbotschaft. Mit dem Weggang verliert Barcelona nicht nur ein Segment, sondern den gesamten Modesektor. Es sind bereits Überlegungen im Gange, dass ein Konsortium heimischer Designer eine neue Messe gründet: Die Entscheidung soll im Februar fallen.

Das Geschäft rund um die Bread & Butter brachte der Wirtschaftsmetropole Spaniens bis zu 100 Millionen Euro Umsatz. Der Verlust trifft Barcelona umso härter, als Spanien in die größte Krise der Naschkriegsgeschichte geschlittert ist. Mit einer Beschäftigungslosenzahl von 16 Prozent und einem heuer befürchteten Rückgang des Wirtschaftswachstums zwischen 1,5 und 2 Prozent.

Am Stand des spanischen Schuhunternehmens Camper gab man sich trotzdem gelassen: Egal ob Berlin oder Barcelona, wir checken erst einmal ab, wie die Stimmung ist, sagt Klaus Baumann. Am wichtigsten für die Branche sei das kreative Umfeld. Und das sei sowohl in Barcelona als auch in Berlin vorhanden. (Der Standard/rondo/30/01/2009)

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    foto: hersteller
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