9. Jänner 2009, 17:00
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Sonne, Schnee und Kälte sind herrlich im Skiurlaub, aber schlecht für die Haut - deshalb nie ohne Sonnenschutz auf die Piste

Zu Beginn sehen sie aus wie Sommersprossen: Pigmentflecken, also jene Farbstörungen in der Haut, die von Sonnenstrahlen verursacht werden und die nie wieder weggehen. Lange bevor sie an der Hautoberfläche sichtbar werden, haben sie sich Urlaub für Urlaub in den tiefen Hautschichten gebildet. Vor allem auf schneereflektierenden Pisten können sie sich besonders gut entwickeln, denn in den Bergen ist die UV-Strahlung um bis zu 80 Prozent intensiver, weil sie vom Schnee reflektiert wird. Zusätzlich setzen Kälte und Fahrtwind der Haut zu und lassen sie austrocknen. "Skifahrer brauchen eine Isolierschicht zwischen Umwelt und Haut", sagt Jolanta Schmidt, Dermatologin an der Med-Uni Wien, und nennt Fett und UV-Filter als die wichtigsten Protektoren. Kälteschutz nennen die Hersteller einschlägiger Sonnenschutzprodukte diese Eigenschaft. Im Vergleich zu Sonnenschutzprodukten für den Sommer weisen sie einen höheren Ölgehalt auf, damit fehlt der Wasseranteil, der auf der Haut in der klirrenden Kälte gefrieren könnte. "Wir haben gegen die Kälte zum einen Öl-in-Wasser-Emulsionen, zum anderen Vaseline im Einsatz", sagt Stephan Ruppert, Laborleiter Entwicklung Lichtschutz bei Beiersdorf in Hamburg.

Sonnenbrand und Hautalterung

Ob Karité-Butter (Ambre Solaire), Sheabutter (Piz Buin) oder Bienenwachs (Ladival): Sie verhindern, dass die natürlicherweise in der Haut enthaltene Feuchtigkeit einfriert. "Niemals wässrige Cremen wie etwa die Sonnenmilch vom Sommer verwenden", warnt Schmidt. Mit den kälteschutzspezifischen Sonnencremen sollten nur jene aufpassen, die zu sehr unreiner Haut neigen. Der Ölfilm, so die Dermatologin, würde die Hautporen verschließen und den überschießenden Talg nicht abfließen lassen.

Doch sich ohne UV-Schutz auf die Piste zu begeben sei keine Lösung, so Schmidt. In den Bergen ist die UV-Strahlung extrem stark, selbst bei leichter Bewölkung dringen 90 Prozent der bösen UVB- und der noch böseren UVA-Strahlen durch. Für alle, die es immer wieder vergessen: UVB-Strahlen sind für den Sonnenbrand verantwortlich, UVA-Strahlen für die Hautalterung und die DNA-Schäden.

Sonnenschutz ist deshalb beim Skifahren eine Conditio sine qua non. Die meisten Menschen fahren über die Mittagszeit Ski, also dann, wenn die Sonne am höchsten steht. Viele merken die Strahlenintensität an plötzlich auftauchenden Fieberblasen. Die Lippen sind nämlich besonders empfindlich. Gut, dass bei den meisten Wintersonnenschutzprodukten eine Kombination aus Creme und Lippenstift angeboten wird, die kleinen Tuben passen in jeden Anorak und machen Eincremen am Sessellift ziemlich unkompliziert. (Karin Pollack/Der Standard/rondo/09/01/2009)

Guter Schutzschild

  • Die Wintervariante von Nivea Sun ist handlich. Creme und Stick schützen mit LSF 25 (6,70 Euro).
  • Seit exakt 70 Jahren gibt es Piz Buin, der Duft ist gleich geblieben, der Schutz mit Helioplex LSF 30 besser (7,50 Euro).
  • Dermatologisch getestet und ohne Konservierungsstoffe und Emulgatoren schützt Ladival LSF 20 (7,50 Euro).
  • Maßgeschneidert für die Piste ist Ambre Solaire UVSKI. Schützt mit Mexoryl-Filter zum Beispiel in der Stärke LSF 30 (7,39 Euro).

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Eiskristalle sehen nicht nur spitz aus, sondern sind es auch. Zum Beispiel dann, wenn sie in der Haut gefrieren.

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