Schokohase bin ich

18. Oktober 2008, 17:00
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Trüffel für die Augen, Gold-Karamell fürs Gesicht: Estée Lauder greift jetzt ganz tief in den Schokoladetopf, wenn es um neue Make-up- Farben geht

Klingt ziemlich dekadent Ist es auch, sagt Produktmanagerin Tara Cohen.

DER STANDARD: Wie viel Schokolade haben Sie im vergangenen Jahr gegessen?

Tara Cohen: Sehr viel. Ich bin regelrecht durch Schokoladengeschäfte gepilgert. Ich war in Fabriken und habe mir von Chocolatiers alles erklären lassen.

DER STANDARD: Was genau?

Cohen: Wie man gewisse Konsistenzen hinkriegt, welche Schokoarten welche Farbtöne haben.

DER STANDARD: Und davon haben Sie sich inspirieren lassen?

Cohen: Genau. Schauen sie sich dieses Puderdöschen an. Es sieht genauso aus, wie wenn man in einem Schokotopf umrührt.

DER STANDARD: Sieht ziemlich dekadent aus.

Cohen: Das soll es auch. Jeder liebt Schokolade. Jetzt kann man sie sich auch auf die Wangen auftragen.

DER STANDARD: Wer sagt Ihnen, dass Frauen das wollen?

Cohen: Ich sage es. Ich beschäftige mich hauptsächlich damit, in die Zukunft zu blicken. Schauen Sie: Im Kosmetikbereich muss man 18 Monate vorher wissen, was Trend wird. Ich gehe auf Stoffmessen, lese alle einschlägigen Publikationen. Wenn die Modedesigner ein halbes Jahr, bevor sie in die Geschäfte kommen, ihre Kreationen vorstellen, dann ist das nur mehr eine Bestätigung von dem, was wir längst gemacht haben.

DER STANDARD: Oder eine Widerlegung. Was machen Sie dann?

Cohen: Wir können natürlich ein bisschen nachjustieren. Aber so wirklich falsch liegen wir nicht.

DER STANDARD: Inwieweit machen Ihre Kunden Ihre Trends überhaupt mit?

Cohen: Unsere Trendkollektion ist vor allem eine Imagesache. Sie macht nur einen kleinen Teil unseres Sortiments aus. Der Rest sind unsere Longseller. Die typische Lauder-Kundin ist Trends gegenüber eher skeptisch. (hil/Der Standard/rondo/17/10/2008)

  • Puderdöschen oder Schokolade?
    foto: hersteller

    Puderdöschen oder Schokolade?

  • Tara Cohen
    foto: hersteller

    Tara Cohen

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