
Im Herzen des unsichtbaren Feindes
Die letzten Häuser von Oberammergau bleiben zurück. Wiesen, Wald. Der Handyempfang wird schwächer. Es ist der Weg ins Glück von Suzanne Sohmer. Acht Kilometer lang ist es und drei Kilometer breit. Durch ihr Glück im Oberbayerischen fließt ein Bach, Kühe und Pferde teilen es mit ihr. Keine Menschen. Das ist wichtig. Denn die tragen mit statistisch fast hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit Sohmers Feind bei sich: das Handy. Sie gehört zur Gruppe der Elektrosensiblen.
Der Blutdruck schießt auf 200 zu 110
Kommt jemand mit einem eingeschalteten Handy Suzanne Sohmer zu nahe, wird es kritisch. Dann wird ihr schwindlig, der Blutdruck schießt auf 200 zu 110, sie sieht alles wie volltrunken, und in den Ohren rauscht es, als stünde sie neben den Niagarafällen. "Glücklicherweise habe ich hier einen kleinen Ort gefunden, an dem ich immer ganz allein bin", sagt sie. Seit mehr als zwei Jahren lebt Sohmer (49) im Nichts, das für sie alles ist. In einem Wohnmobil, mit dem sie früher Ausflüge in die Welt außerhalb der Funklöcher unternommen hat. Im Mai dieses Jahres kam sie hierher, zuvor war sie schon an zwei anderen Plätzen - die dann verseucht worden seien, sagt Sohmer.
Einer internen Studie des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) zufolge sind in Deutschland mittlerweile etwa 25.000 Elektrosensible wie Sohmer unterwegs quer durch die Republik. Für Österreich existieren keine verlässlichen Zahlen, Experten gehen aber davon aus, dass etwa fünf Prozent der Bevölkerung als elektrosensibel gelten. Allerdings fallen darunter alle Menschen, die mit Symptomen auf Handystrahlung reagieren - und nicht nur in solch auffälliger Form wie bei Suzanne Sohmer. Dies seien Extremfälle, die sich wohl im Bereich weniger Tausend abspielten, wenn auch mit stark steigender Tendenz.
Auf der Flucht vor dem technischen Fortschritt ist Sohmer einer der Hunderten Bürgerinitiativen in Deutschland beigetreten, die sich dem Kampf gegen den sogenannten Elektrosmog verschrieben haben. Jene in Oberammergau ist eine der bekanntesten.
Der unsichtbare Feind
Man traut dem oberbayerischen Städtchen eigentlich nicht zu, dass sich dort die Stimme der deutschen Mobilfunkgegner befindet. Idyllisch liegt es im Süden Bayerns, eingebettet in die Voralpen. Die Leiden der Opfer von Mobilfunkstrahlung sind nicht offensichtlich, sagt man bei der Bürgerinitiative "Strahlenfreier Ammergau", die Werner Funk in Oberammergau gegründet hat. Er ist Suzanne Sohmers ehemaliger Arbeitskollege, beide arbeiteten bis vor vier Jahren noch zusammen beim Wetterdienst.
"Man riecht nichts von der Strahlung und schmeckt auch nichts", sagt Funk, weil es eben kein Sinnesorgan für Strahlung gebe. Trotzdem ist er sich sicher, dass die Symptome der Betroffenen auf die Handystrahlung zurückzuführen sind. Selbst der evangelische Pfarrer von Oberammergau habe vor kurzem seinen Job an den Nagel gehängt und sei in ein Funkloch geflüchtet, weil er es nicht mehr ausgehalten habe. Ein neuer Pfarrer ist noch immer nicht in Sicht. Funk vermutet, dass sich dieser Qual keiner freiwillig aussetzen möchte. "Die Betreiber entweihen ja sogar schon Kirchen mit so etwas Banalem wie ihren Antennen."
"Ich bin sensibler als ein Messgerät."
120 Kilometer entfernt von Oberammergau, im kleinen Zorneding bei München, sitzt Birgit Stöcker, eine blasse Frau von 63 Jahren, am Tisch ihres Reihenhauses und sagt: "Ich bin sensibler als ein Messgerät." Das steht bei der Autorin eines Buches mit dem Titel "Elektrosmog - eine reale Gefahr" trotzdem immer auf dem Tisch. Für den Besucher schaltet sie das Breitbandmessgerät Modell "Lambda Fox" ein.
Ein lautes Rauschen ist zu hören, das in ein stakkatoartiges Knacken in hoher Tonlage übergeht. "Hören Sie das?", fragt sie. "Das ist vom Handy nebenan. Da wird gerade telefoniert." Sie schaltet das Gerät ab und seufzt. Die kurzen, stetigen Impulse wirkten bei ihr wie ein Hackbeil, das in ihr Hirn schlägt. Oft würde die elektrosensible Minderheit nicht ernst genommen, sagt Stöcker, die Vorsitzende des Bundesverbandes "Elektrosmog e. V." ist. Tatsächlich gibt es bis heute keine öffentlich anerkannte Studie, die den direkten Zusammenhang zwischen der elektromagnetischen Strahlung der Handys und schweren körperlichen Beschwerden oder gar Krebs und Gehirntumoren herstellt.
Geteilte Kosten
Wobei die meisten dieser Studien von den großen Mobilfunkbetreibern ja mitfinanziert oder zumindest gesponsert würden, sagt Birgit Stöcker. Und das BfS bestätigt: "Die Kosten dafür werden immer hälftig aufgeteilt zwischen Bundesregierung und den Betreiberfirmen."
Seit 13 Jahren kämpft Stöcker ihren Kampf gegen diese Techniken. Ihre persönliche Offensive gegen das Handy und seine Strahlen ist der Rückzug: Zum Einkaufen geht sie so selten wie möglich. Ihr Reihenhaus bewohnt sie nur noch im Keller. Zu sehr dringt die Strahlung von den Nachbarn links und rechts in Wohn- und Schlafzimmer. "Ein schöner Zustand ist das nicht", sagt sie, "aber was soll ich machen?" Sie könne nur weiterkämpfen gegen neue Funkmasten und ihre Idee vorantreiben, funkfreie Reservate für jedes Bundesland durchzusetzen, um Elektrosensiblen ein menschenwürdiges Dasein zu gewähren.
Auch im Refugium von Suzanne Sohmer steht das Messgerät "Lambda Fox" immer griffbereit. Es ist so etwas wie das Erkennungszeichen der Elektrosensiblen. Viele haben sich von ihr abgewandt, seit sie dieses Leben führt, halten sie für eine Spinnerin. Und die Behörden beriefen sich sowieso nur auf ihre einschlägigen Studien, die alles widerlegen würden und Leute wie sie besser beim Psychiater aufgehoben sehen als beim Allgemeinmediziner.
Nicht ohne Anzug
Da aber wird sie nicht hingehen, sagt sie, und ihre leise Stimme wird zum ersten Mal lauter. "Das wäre ja so, wie wenn Sie ein kaputtes Auto zum Bäcker bringen wollen." Elektrosensibilität sei eine körperliche Krankheit, die viele Ärzte ignorieren würden, weil viele Ärzte bei Mobilfunkbetreibern Fortbildungskurse machen - was dasselbe wäre, als wenn Marlboro Lungenfachleute weiterbilden würde.
Wenn Suzanne Sohmer an die Außenwelt denkt, wird die leise Frau wütend. Ansonsten lebt sie hier in ihrem eigenen Reich: Tagein, tagaus ein ruhiges Leben in friedlicher Natur. Sie steht auf um acht, schreibt an ihrem Buch, sammelt Pilze, streift durch den Wald, kommuniziert auf altem, strahlungsfreiem Weg, per Brief, mit ihren Mitstreitern. Jeden unnötigen Gang in den Ort vermeidet sie. Ohne den Strahlenanzug, "an dem immerhin neunzig Prozent des Elektro- smogs abprallen", könnte sie den Weg hinein nach Oberammergau, meist zu ihrem Arzt, überhaupt nie bewältigen.
Blau
Ein riesiger blauer Overall, in dem die zierliche Frau fast verschwindet, weil der Anzug ursprünglich nicht für sie gedacht war, sondern für Techniker eines Mobilfunkunternehmens. Deren ausgemustertes Modell trägt Suzanne Sohmer. Vorn ist ein "HF-Protection" aufgestickt. HF für High Frequency. Wenn sie damit durch die Gassen von Oberammergau geht, halten sie einige für eine Imkerin - und die meisten für eine Verrückte. Aber mittlerweile hat sie sich damit arrangiert. Deswegen auch nimmt sie ein bisschen gesellschaftliches Leben mit. Alle zwei Wochen geht sie in einem Landgasthof in der Nähe essen. Im Sommer kann sie draußen sitzen, und im Winter bekommt sie einen separaten Raum. Beim Essen muss sie ihr engmaschig vergittertes Visier abnehmen, das sonst ihr Gesicht vermummt. Am liebsten isst sie Tafelspitz mit viel Kren. Und danach einen Eisbecher. Dann geht sie schnell wieder. Zurück in ihr Glück, das ein Gefängnis in herrlicher Lage ist. (Marco Lauer, DER STANDARD/Rondo)
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Diese Leute sind vollkommen auf diese Geräte konditioniert und reagieren bei den Messwerten entsprechend. Wenn ich immer auf eine Anzeige starre und bei einem bestimmten Wert nach meiner Definition Herzrasen und Bludhochdruch zu bekommen habe, dann bekomme ich das. Das funktioniert wunderbar beim Menschen (auch beim Tier: Glocke Hund). Warum haben die elektrosensiblen denn immer den Lambda Fox dabei ? Wenn die das so spüren brauchens den gar nicht.
Genauso wie:meine Kuh gibt keine Milch, weil der Handymast aufgebaut wurde: nur der war noch gar nicht in Betrieb; gabs alles schon.
Ich bin mit Wlan Router unter der Hand im Aufzug gestanden - Daneben mein Nachbar. Ein paar Stunden später läutet es an der Türe. - Mein Nachbar. Seine Frau habe Kopfweh wegen dem komischen Ding.
Ich habe ihm im Vorzimmer den verpackten Wlan Router gezeigt. Er hat mit den Achseln gezuckt und ist wieder gegangen.
Seitdem kämpft meine Nachbarinn mit allen mitteln, daß ich das Ding abschalten.
Tja.. und die 20-30 anderen Wlan Netze stören nicht. Auch Ihre Mikrowelle, Videolink sind nicht schädlich. Nein - mein Wlan Router.
Das ich dann strahlungssensible Menschen nicht ernst nehme darf dann keinen Verwundern.
eine Ehekrise, weil sich Gatte erlaubt hat ein W-Lan anzuschaffen. Frau kann nun nicht mehr schlafen (auch wenn W-Lan off line ist) und leidet samt Kind (3 Jahre) an extremen Kopfschmerzen.
Das ist aber auch schon das zweite Ehedrama innerhalb von drei Wochen, nachdem Gatte zu Weihnachten eine mit "Pestiziden" verseuchte Edeltanne gekauft hat und Ehefrau täglich mit Brechreiz kämpfen musste (obwohl das Ding dann im Wintergarten gelandet ist).
Ich habe meinem Freund geraten sich sofort scheiden zu lassen, er denkt darüber nach!
Halten wir fest: Strahlungsleistung nimmt im Quadrat zur Entfernung vom Strahler ab.
Die Dame hört das knacksen eines Mobiltelefones, daß mindestens 100m entfernt ist. Eine Mobilfunkbasis Station hat 0.06W/m^2 bei einer Entfernung von 100m
Das ist schon mal sehr interessant.
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Jetzt schauen wir uns die natürliche Strahlung näher an. Mit dieser werden wir seit Millionen von Jahren auf der Erde bombadiert.
Viktor Hess hat bei Ballonfahrten entdeckt, daß die komische Strahlung mit der Höhe zunimmt. Auf Meereshöhe ist die Strahlung am geringsten. Fakt ist, daß die ionisierte Strahlung die Erbsubstanz beschädigen kann. Egal woher die Strahlung stammt!
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...heißt das "ionisierende Strahlung" und zweitens reden wir über zwei VÖLLIG unterschiedliche Frequenzbereiche.
Dein Posting ist natürlich nichts anderes als ein Versuch, diffuse Ängste unter Zuhilfenahme der allgemeinen Un- und Halbbildung in Bezug auf das elektromagnetische Spektrum zu schüren. Wird auch als "FUD" bezeichnet.
Das Spektrum sieht, stark vereinfacht, so aus:
Mikrowellen - Infrarot - Sichtbar - UV - Röntgen - Gamma - Höhenstrahlung
Je niedriger die Frequenz desto geringer die Auswirkungen.
Selbst sichtbares Licht (und da ist die Einstrahlung EXTREM hoch: 1367 W / m²!!) wäre "schädlicher" als die Mikrowellen, die vom Mobilfunk ausgehen.
Und ja, auch sichtbares Licht erwärmt Wasser...
wurde schon mehrfach und auch schon vor jahren in umfangreichen blindtests eindeutig nachgewiesen dass das alles reine einbildung ist.
http://www.ehponline.org/members/2... /8934.html
http://pressetext.at/news/0606... no-studie/
was natürlich niemand davon abhalten soll, sein handy oder wlan auch abzudrehen.
Mikrowelle + Klystronröhre. Hochfrequente elektromagnetische Wellen im Frequenzbereich (ca.) 2450 MHz.
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So, und jetzt komme ich auf das eigentlich Thema zu sprechen.
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Sofern ich mir etwas nur stark genug Einbilde, werde ich früher oder später daran glauben. Und genau das ist das gefährliche und muss ernst genommen werden.
Nicht die Strahlung sondern die Einbildung, daß die Strahlung schädlich ist, ist im Endeffekt tatsächlich eine Belastung. Und genau hier muss Aufklärung geleistet werden.
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Die betroffenen Personen tun mir sehr leid. Die höhere Belastung durch diese quasi eingebildeten schädlichen Strahlungen stellen sich eine enorme Belastung von Geist und Körper dar:(
Und jetzt wird es interessant.
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Die kosmische Strahlung ist permanent vorhanden. Und das seit millionen von Jahren und mit einer weitaus höheren Dosis als alle Funksysteme der Erde liefern können.
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Und wenn die Dame ein Handy hören kann, dann stellen sich für mich folgende Fragen:
*) Warum hört sie kein Radar (zivil/militär). Die Punktleistung ist um das 10.000fache höher.
*) Warum hört die Dame kein Radio / TV
Die Strahlungsleistung reicht in unmittelbarer Nähe aus, um eine 60 Watt Glühbirne oder Leuchtstoffröhre zu betreiben
*) Warum hört die Dame kein OTH (=Over the horizon radar). Abgestrahlte Leistung ohne Ende mit unglaublichen Feldstärken. Viel höher als ein Handy wie im Artikel geschrieben.
500 Postings die sich über etwas lustig machen dass angeblich gar nicht existiert...
Na gesund kann es nicht sein...allein schon deshalb sollte man das telefonieren mit dem Mobiltelefon auf ein Minimum beschränken...und wenn dann bitte mit Freisprecheinrichtung...direkt am Ohr ist es am schädlichsten.
Weil eine Erwärmung des Innenohres z.B. bakterielle Entzündungen hervorrufen kann.
Genauso wie kaltes Wasser beim Paddeln das Ohr "zuwachsen" lässt.
Ein Magnetfeld alleine richtet, nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, keinen Schaden an. Auch nicht der stärkste Magnet.
Es gibt da das Experiment vom Frosch der im Magnetfeld schwebt!
Etwas anders sieht die Lage aber aus wenn Strahlung physikalische Änderungen hervorruft...z.B. in der Temperatur des Innenohres.
Erinnert mich an die Studie in der Französischen Nationalbibliothek -- war alles Selbstsuggestion. Sobald die Teilnehmer keine Hinweise darauf hatten ob sie gerade der Strahlung ausgesetzt waren konnten sie überhaupt keine systematischen Befindensunterschiede mehr berichten. Warum hat die Dame wohl ein Messgerät in der Wohnung? Genau zu diesem Zweck -- weil sie sonst keine Ahnung hätte ob gerade jemand telefoniert oder nicht.
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