Was im Rucksack ist IV

18. September 2008, 17:00

Was imi Rucksack ist, was in den Rucksack kam, was aus dem Rucksack kam, was unverzichtbar geworden und geblieben ist - Teil vier

Was im Rucksack ist:

Bekleidung: Handelsübliche Wander- bzw. Outdoorbekleidung. Hut, Kappe, Haube, Handschuhe sowie, auch wenn nicht unbedingt zur Bekleidung gehörend: Beckentasche und Teleskopstöcke.

Küche: Jetboil-Gaskartusche, Plastiklöffel und -gabel, Taschenmesser mit Dosen- und Flaschenöffner. Notration an gefriergetrockneter Nahrung sowie immer wieder neu aufgefülltem Wasser, das notfalls mit Mikropur-Tabletten aufbereitet wird.

Arbeitsplatz: Notizbücher A6 und A5, Bleistifte, Spitzer. Das zu den Orten und der Strecke recherchierte Material ist teilweise auf doppelseitig bedrucktem Papier bzw. als Textdatei mit dabei, während die in der Vorbereitung gelesenen Bücher, wie etwa Werner Bätzings Standardwerk "Die Alpen", sich mit unzähligen Markierungen versehen bei Freunden befinden, die bei Fragen kontaktiert werden.

Technisches: Nokia Communicator für Internet, E-Mail, Bilder, Telefonate, aber auch Textverarbeitung. Reserveakku, Reservehandy. Adapterstecker, Ladekabel, Halogenlampe samt Reservebatterien, Kompass, Signalpfeife.

Sonstiges: Toilettesachen, Waschmittel, Medikamente, Erste Hilfe, Schlangebiss-Set, Zeckenzange, Insektenspray, Schnur, Draht, Klebeband


Was in den Rucksack kam:

Endlich - der iPod, da es ohne Musik, etwa abends, kaum mehr auszuhalten war (Martigny), Jonathan Rabans Reise-erzählung "Passage to Juneau (Martigny), eine neue Trinkflasche (Lac du Tignes). Alpkäse und Trockenwurst (Adelboden, Lauenen, Termignon). Dazu immer wieder: Brot, Senf, Kekse, Studentenfutter, Wasser - sowie Schnaps in Adelboden, Sion, Aosta und Cuneo.


Was aus dem Rucksack kam:

Der eigentlich nur aus sentimentalen Gründen mitgereiste Kapuzen-Sweater aus schwerer Baumwolle (Martigny, wo er gegen eine federleichte und fast elegante Fleece-Weste getauscht wurde, in Cuneo nach Verlust jedoch wieder ersetzt werden musste); zwei vollgeschriebene Notizbücher und erneut eine kleine Unmenge von Landkarten, gesammelten Rechnungen, Visiten- und Ansichtskarten (Briancon).

 

Was unverzichtbar geworden und geblieben ist:

Hirschtalgsalbe für Druckstellen, Regenpelerine, der faltbare Strohhut, die Beckentasche, Plastikhüllen für die Landkarten, die Teleskopstöcke, das Zelt; sowie die Kommunikation per E-Mail mit Menschen, die fehlen oder denen man auf der Reise gerade erst begegnet ist. Schnaps, Weißwein und das sichere Gefühl, dass die Reise längst zu einer geworden ist, die weit mehr als eine Wegstrecke ist. (Martin Prinz/DER STANDARD/rondo/18.9.2008)

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