Was im Rucksack ist III

25. August 2008, 17:00
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Was aus dem Rucksack kam, was in den Rucksack kam und was unverzichtbar geworden und geblieben ist. Teil drei

Was im Rucksack ist:

65 Liter Fassungsvermögen

Bekleidung: Handelsübliche Wander- bzw. Outdoorbekleidung. Hut, Kappe, Haube, Handschuhe sowie, auch wenn nicht unbedingt zur Bekleidung gehörend: Beckentasche und Teleskopstöcke.

Küche: Jetboil-Gaskartusche, Plastiklöffel und -gabel, Taschenmesser mit Dosen- und Flaschenöffner. Notration an gefriergetrockneter Nahrung sowie immer wieder neu aufgefülltem Wasser, das Notfalls mit Mikropur-Tabletten aufbereitet wird.

Arbeitsplatz: Notizbücher A6 und A5, Bleistifte, Spitzer. Das zu den Orten und der Strecke recherchierte Material ist teilweise auf doppelseitig bedrucktem Papier bzw. als Textdatei mit dabei, während die in der Vorbereitung gelesenen Bücher, wie etwa Werner Bätzings bei C.H. Beck erschienenes Standardwerk "Die Alpen", sich mit unzähligen Markierungen versehen bei Freunden befinden, die bei Fragen kontaktiert werden.

Technisches: Nokia Communicator für Internet, E-Mail, Bilder, Telefonate, aber auch Textverarbeitung. Reserve-Akku, Reserve-Handy. Adapterstecker, Ladekabel, Halogenlampe samt Reservebatterien, Kompass, Signalpfeife. Und nach langer Überlegung: kein iPod.

Sonstiges: Toilettsachen, Waschmittel, Medikamente, Erste Hilfe, Schlangenbiss-Set, Zeckenzange, Insektenspray, Schnur, Draht, Klebeband.

Was in den Rucksack kam:

neue Socken, Sonnencreme, Zahnpasta, eine italienische - und dementsprechend wunderbare - Rasiercreme sowie eine Schuhimprägnierung, die inzwischen wieder leer ist (Prad); eine neue kurze Wanderhose, sodass die abzippbare lange als saubere an den Abenden verwendet werden kann (Poschiavo); frischer Schwarztee-Nachschub samt Teefilter aus Papier vom Schönbichler, eine neue Hirschtalgsalbe und die beiden in der Schachen-Hütte liegengebliebenen Merino-Leibchen, sowie eine Portion Speisesoda als bewährter Deo-Ersatz (in San Bernadino vom im Artikel genannten Besucher überbracht). Dazu immer wieder: Brot, Senf, Dauerwurst, Kekse, Studentenfutter, Wasser. Schnaps in Gargellen, Maloja, Bignasco und Fiesch.

Was aus dem Rucksack kam:

zwei paar Socken, nachdem erst das dritte neugekaufte Paar zu den in Oberstdorf erworbenen Schuhen passte; gut zwei Kilo Papier bereits verwendeter Landkarten, gesammelter Rechnungen, Visiten- und Ansichtskarten (San Bernadino).

Was unverzichtbar geworden und geblieben ist:

Hirschtalgsalbe für Druckstellen, Pelerine, der faltbare Strohhut, Beckentasche, Plastikhüllen für die Landkarten, die Teleskopstöcke, das Zelt; sowie die Kommunikation per E-Mail mit Menschen, die fehlen oder denen man auf der Reise gerade erst begegnet ist. Schnaps, Weißwein und alles, was sich vielleicht gar nie erzählen lässt. (Martin Prinz/DER STANDARD/Rondo/22.8.2008)

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