Somali-Frauen planen nationale Aktion gegen FGM

6. Dezember 2004, 12:05
posten

Etwa 98 Prozent der Frauen sind dort im Mädchenalter genital verstümmelt worden - Viele mit der radikalsten Methode

Mogadischu/Nairobi - Mehrere somalische Frauengruppen planen die erste landesweite Kampagne gegen die weit verbreitete Genitalverstümmelung von Mädchen. Am Internationalen Frauentag am 8. März werde das Programm an mehreren Orten in dem Bürgerkriegsland beginnen, teilte die Hilfsorganisation Novib am Dienstag in Nairobi mit. Die Frauen wollen unter anderem darauf aufmerksam machen, dass diese Praxis nicht im Islam vorgeschrieben sei. Somalia ist eines der am stärksten betroffenen Ländern Afrikas. Etwa 98 Prozent der Frauen sind dort im Kindesalter genital verstümmelt worden.

Im Unterschied zu der Beschneidung bei Buben hat dieser Eingriff massive gesundheitliche Schäden zur Folge. In Somalia ist zudem die radikalste Methode weit verbreitet, bei der die Schamlippen der Mädchen komplett entfernt werden. Die Öffnung wird daraufhin soweit zugenäht, dass sie vor jeder Geburt aufgeschnitten werden muss. Die Frauen leiden häufig unter Infektionen und haben große Schmerzen beim Urinieren und beim Geschlechtsverkehr. Der mehrfache Gebrauch der Instrumente - oft Glasscherben oder rostige Messer - steigert das Übertragungsrisiko von Aids. Schätzungsweise 135 Millionen Frauen sind weltweit genital verstümmelt. Im Schnitt kommen täglich 6.000 Mädchen dazu. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
    Die Kampagne soll am Internationalen Frauentag in mehreren Orten des Landes gestartet werden.
Share if you care.