Herrlich verstörend

9. April 2004, 16:29
56 Postings

Der ORF hat es Montagabend bravourös geschafft, alle Beteiligten der "Krone Fußball Gala" nachhaltig zu verstören ...

Wozu die Aufregung unter Deals der Medienmächtigen übel gesinnten Stiftungsräten und Medien wie dem Falter? Der ORF hat es Montagabend bravourös geschafft, alle Beteiligten der "Krone Fußball Gala" nachhaltig zu verstören. Das Publikum eingeschlossen.

Die Daten: Die "Millionenshow" um 20.15 hatte 1,1 Million Seher noch mehr als jene am Samstag. Die Krone-Promotion am Montag sahen direkt danach mit 381.000 noch weniger als den gefloppten "Liebestest".

Die Theorie dazu ist simpel: So souverän das Grazer "Theater im Bahnhof" um Michael Ostrowski die Nestroy-Gala etwas erträglicher machte, so nachhaltig verdutzte es verdiente Fußballgrößen, -funktionäre und kleinformatige Chefredakteure. Schade? Höchstens für die Kicker.

"Jetzt wird's endlich lustig, warum das so lange dauert", fragt sich Ostrowski laut, als er nach einer Stunde mit Frank Stronach plaudert. Bundesligageneral Peter Westenthaler durfte davor nicht ein einziges Wort ins Mikro sagen - das hätte er dem ORF als FP-Klubchef nicht durchgehen lassen. Ostrowski vermied, selbst das titelgebende Blatt zu nennen; ins Bild kam die Krone auch so oft genug.

Dem ORF muss man zum genialen Schachzug gratulieren, die Truppe - verfeinert mit elendem Ton - auf dieses Publikum loszulassen. Gewiss hat er die Verträge zur Gala nur deshalb - Experten sagen: widerrechtlich - nicht vorab seinen Stiftungsräten gezeigt, um den Überraschungseffekt allseitiger Verstörung nicht zu gefährden. Wir freuen uns auf die "Romy"-Gala des Kurier! (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 18.2.2004)

  • Moderator Michael Ostrowski mit Hans Krankl
    foto:orf/ali schafler

    Moderator Michael Ostrowski mit Hans Krankl

Share if you care.