Debatte um "historisches" Urteil in Spanien

22. April 2004, 20:40
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Lesbisches Paar zur Adoption von Kindern berechtigt - Katholische Kirche spricht von "Ungerechtigkeit"

Madrid - Ein als "historisch" bezeichnetes Gerichtsurteil hat in Spanien eine Debatte über die Adoption von Kindern durch Homosexuellen-Paare ausgelöst. Ein Familiengericht in Pamplona im Norden des Landes hatte erstmals in der spanischen Geschichte einem Paar von Lesben erlaubt, zwei Mädchen zu adoptieren.

Die katholische Kirche bezeichnete das Urteil am Dienstag als eine "Ungerechtigkeit" für die Kinder. Minderjährige bräuchten zur Findung ihrer Identität einen Vater und eine Mutter, betonte die spanische Bischofskonferenz. Demgegenüber pries der spanische Verband der Schwulen und Lesben das Urteil als eine "historische Entscheidung". "Nun öffnen sich Türen, die man nicht mehr schließen kann."

Wie dieStandard.at berichtete, hatte das Gericht in Pamplona zwei Frauen im Alter von 42 und 38 Jahren die Elternschaft für ein Zwillingspaar zugesprochen. Eine der beiden Frauen ist die leibliche Mutter der Mädchen. Sie hatte die Zwillinge durch künstliche Befruchtung bekommen. Die Lebensgefährtin der Frau ist durch den Richterspruch von nun an rechtlich ebenfalls die Mutter der Kinder. Das Gericht stützte sich bei der Entscheidung auf ein Gesetz der nordspanischen Region Navarra. Diese hatte im Jahr 2000 als erste Region des Landes homosexuellen Paaren die Adoption von Kindern erlaubt. (APA)

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